Kurz vor Ende des Hilfsprogramms Griechenland erhält letzte Milliarden

Am 20. August endet das jahrelange Hilfsprogramm für Griechenland. Dann muss sich das Land wieder selbst finanzieren. Der ESM hat nun die letzten Gelder des dritten Hilfspakets ausgezahlt.

Proteste gegen die griechische Sparpolitik
DPA

Proteste gegen die griechische Sparpolitik


Griechenland hat seine letzten Hilfsgelder in Höhe von 15 Milliarden Euro erhalten. Der Euro-Rettungsschirm ESM bestätigte die Auszahlung. 9,5 Milliarden Euro sollen demnach zum Aufbau eines Kapitalpuffers für die Zeit nach Ende des internationalen Hilfsprogramms dienen. Der Rest soll zur Schuldentilgung verwendet werden.

Griechenland wurde seit 2010 mit internationalen Krediten vor der Pleite bewahrt. Im Gegenzug musste Athen ein striktes und umfassendes Spar- und Reformprogramm umsetzen. Immer wieder kam es deshalb zu starken Protesten in der griechischen Bevölkerung. Im laufenden dritten Hilfsprogramm standen theoretisch bis zu 86 Milliarden Euro zur Verfügung, rund 62 Milliarden Euro wurden dem ESM zufolge ausgezahlt.

Eine Reportage zum ESM lesen Sie hier.

Das Hilfsprogramm endet am 20. August, dann muss das Land sich wieder selbst finanzieren. Mit der letzten Auszahlung verfügt Griechenland dem ESM zufolge über einen Kapitalpuffer in Höhe von rund 24 Milliarden Euro. Damit könnte das Land sich im äußersten Fall etwa 22 Monate über Wasser halten.

Griechenland verzeichnete nach Jahren der Krise zuletzt wieder Wirtschaftswachstum. Mit rund 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ist Athen jedoch immer noch hochverschuldet.

ans/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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mwroer 06.08.2018
1.
22 Monate .... hmmm. Davor etwa 6 Monate Theater, also ich prognostiziere dass wir uns dann im Februar 2020 alle hier sehen - uns fragen wo das Geld hingekommen ist, ein bisschen über die verdeckten Schuldenschnitte jammern und spätestens 3 Monate nach der 'nun aber wirklich allerletzten Frist' lesen werden dass ein weiteres 'Rettungsprogramm' bewilligt wurde. Alles alternativlos versteht sich. Also - bis denn !
zompel 06.08.2018
2. Ist nur grosse Show
Zitat von mwroer22 Monate .... hmmm. Davor etwa 6 Monate Theater, also ich prognostiziere dass wir uns dann im Februar 2020 alle hier sehen - uns fragen wo das Geld hingekommen ist, ein bisschen über die verdeckten Schuldenschnitte jammern und spätestens 3 Monate nach der 'nun aber wirklich allerletzten Frist' lesen werden dass ein weiteres 'Rettungsprogramm' bewilligt wurde. Alles alternativlos versteht sich. Also - bis denn !
GR. will sich mit was selber finanzieren? MIt Fisch, Oliven und Fetakäse? Wo sind die dafür nötigen Einnahmen? Was hat sich seit den letzten Jahren dort geändert? Hohe Arbeitslosigkeit, individuelle Steuerbefreiungen.
ladida1970 06.08.2018
3. "Griechenland erhält letzte Milliarden"
.."für dieses Jahr!". 24 Milliarden hat Michel ihnen jetzt nochmals mitgegeben. Und nur wenn es gut läuft (!) dauert's jetzt 22 Monate, bis das Konto wieder leer ist und die nächste -natürlich dann erneut "alternativlose" und "allerallerallerletzte"- Charge an gutem Steuerzahlergeld dem vielen schon verbranntem schlechtem Geld hinterhergeworfen werden wird. Oder wie Einstein so schön sagte: "Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten."
Diverse subversive Kräfte 06.08.2018
4. An all die selbsternannten "Wirtschaftsexperten" hier im Forum
Griechenland ist ein Agrarstaat mit wenig Bodenschätzen und keiner Schwerindustrie und hat ca. 11 Mio. Einwohner, weitere Einnahmequellen sind v.a. Tourismus und Handel. Die weltweite Bankenkrise von 2008 hat das Land in eine tiefe Rezession gestürzt. Die Aufnahme in die EU 1981 war vor allem für die Großindustrie von Vorteil und auch die Einführung des EURO 2002 brachte dem gemeinen Volk keinen Vorteil. Die Investitionen liefen immer nur auf internationalem Niveau. Wer wirklich am Schicksal des griechischen Volkes interessiert ist und nicht nur hier im Forum dicke Töne spucken will, kann sich im Internet auf zahlreichen Seiten schlau machen. Bis dahin: Bitte die einfachen Griechen nicht vor den Karren der hiesigen Nationalisten spannen.
arbitrage 06.08.2018
5. Hilfe zur Selbsthilfe
Es erscheint mir wichtig, dass wir Verantwortung übernehmen anstatt über Verluste zu jammern. Griechenland ist eine Demokratie im europäischen Sinne. Anstatt Diktatoren zu hofieren sollten wir Hilfe anbieten und bei Reformen im Justiz- und Steuerbereich GR ermächtigten notwendige Reformen umzusetzen. Nur so werden notwendige Investitionen kanalisiert und ein Ende der Krise in Aussicht gestellt.
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