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Drittes Hilfspaket: Eurofinanzminister geben erste Kreditrate für Griechenland frei

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REUTERS

Grünes Licht für das dritte Hilfspaket: Die Eurofinanzminister haben die neuen Gelder für das Krisenland freigegeben. Bereits am Donnerstag soll die erste Tranche ausgezahlt werden.

Es war der finale Akt im Drama um die neuen Griechenlandhilfen: Die Eurofinanzminister haben das dritte Hilfsprogramm des Eurorettungsfonds ESM freigegeben. In einer Telefonkonferenz gaben die Politiker grünes Licht für die erste Kreditrate. Das teilte der EU-Vizekommissionschef Valdis Dombrovskis auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Nach der Telefonkonferenz ging demnach alles sehr schnell: Dombrowskis berichtete ebenfalls, dass er das sogenannte Memorandum of Understanding unterschrieben habe. Das Dokument muss auch von Griechenlands Finanzminister Euklid Tsakalotos unterzeichnet werden. Damit ist das Hilfspaket dann offiziell beschlossen. In den kommenden drei Jahrenerhält das hochverschuldete Land somit 86 Milliarden Euro. Die erste Tranche von 23 Milliarden Euro soll Griechenland bereits am Donnerstag erhalten. Das teilte eine Sprecherin der EU-Kommission mit. Damit kann Athen am selben Tag eine fällige Rückzahlung in Höhe von 3,4 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank (EZB) leisten.

Die Hälfte des Geldes, also 13 Milliarden Euro, fließt laut früheren Angaben direkt nach Athen. Zehn Milliarden sind demnach für die Bankensanierung reserviert und werden auf ein Sonderkonto transferiert. Im Gegenzug hatte sich Griechenland zu weitreichenden Reformen verpflichtet.

An der Überprüfung der Reformschritte soll nach dem Wunsch des griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras künftig auch das EU-Parlament beteiligt sein. In einem auf Mittwoch datierten Schreiben an Parlamentspräsident Martin Schulz sprach sich Tsipras dafür aus, Vertreter des Parlaments in die Expertengruppe der Geldgeber zu entsenden, die die Umsetzung des griechischen Hilfs- und Sparprogramms prüfen sollen.

Diese Runde war zuletzt schon von der früheren Troika aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) durch einen Vertreter des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) zu einem Quartett verstärkt worden.

brk/sun/AFP/dpa

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1. Das ging rasch. Kaum haben wir beschlossen, fließt schon Geld. Aber bleiben wir noch bei uns. Heute.
joes.world 19.08.2015
Dem Tag, an dem sichtbar wurde, was unser Parlament für Merkel bedeutet. Oppermann ist Merkels bester Wasserträger. Er hat seine Burschen und Mädchen unter Kontrolle - der Deutsche mag es halt, wenn man ihm die Richtung vorgibt - und Merkel kann auf die SPD mehr bauen, als die eigene Union. So wusste Merkel schon vor der heutigen Abstimmung, dass ihr Paket durchgeht. Und so verhielt sie sich: Quatschen, während Abgeordnete debattierten. Mit dem Handy spielen (bitte NSA schickt ihr einen Virus, weil sie nicht aufpasst), in Unterlagen blättern. Nicht einmal das Wort ergriff sie. Wozu auch? War doch schon vorher alles klar. So etwas wäre im Mutterland der modernen Demokratie unmöglich: in GB. Da stellt sich der Regierungschef seinen Kritikern. Frontal. Gibt zurück. Hat keine Zeit für Mätzchen. Sondern geht auf seine Kritiker ein. Da wird auch bei Mehrheiten argumentiert. Merkel reißt die Säulen der Demokratie ein. In dem sie die Gewaltenteilung ad absurdum führt. Abgeordnete sind nicht länger ihrem Gewissen, sondern Oppermann und Kauder verpflichtet. Merkel nimmt das Hohe Haus nicht ernst. Sie benutzt es, als wären die Abgeordneten ihre Sekretäre. Und nicht als das, als das das Grundgesetz die Parlamentarier sieht: als Gegengewicht zu ihr, der Exekutive. Die Legislative hat sich der Exekutive zu beugen. Im Merkelland. So sind es zwei schwarze Punkte, die den 19. August 2015 markieren werden: 1. Inhaltlich 2. Formal Ad 1.: da, durch das 3. HP die Schulden Griechenlands endgültig zu hoch sind, um sie jemals zu bedienen; bedeutet das 3. HP faktisch den Weg in eine TRANSFERUNION. Ohne, dass das Für und Wieder für eine solche, davor diskutiert wurde. Ad 2.: durch die Art und Weise, wie die Regierung die Abgeordneten instrumentalisierte, etabliert Merkel die „Vertikale Herrschaft“. Die Legislative wird der Exekutive untergeordnet Merkel hat heute, durch ihr Handeln zuvor und die Abstimmung als Folge dessen, den bisherigen Aufbau unserer Demokratie endgültig untergraben.
2. Demokratie ???
ecbert 19.08.2015
Die Menschen in Griechenland haben per Volksabstimmung gegen die EU Sparbefehle gestimmt. Die Menschen in Deutschland wollen zu min 95% keine Griechenlandhilfen bezahlen. Aber die Machthaber wollen es doch durchsetzen. Demokratie sieht ganz anders aus ! Solange die blöden Deutschen aber immer an der gleichen Stelle ihr Wahlkreuz machen wird sich nie etwas ändern. Also Klappe halten und zahlen !
3. Toll!
franz.v.trotta 20.08.2015
13 Milliarden an die Banken. Die Aktionäre werden sich freuen.
4.
taglöhner 20.08.2015
Zitat von franz.v.trotta13 Milliarden an die Banken. Die Aktionäre werden sich freuen.
Die Wenigsten, die ein Bankguthaben haben, sind Aktionäre. Auch die nicht, die für Ihr Geschäft auf Kredite angewiesen sind. Insofern werden sich noch einige mehr freuen. Der Personenkreis, der von einer Bankpleite in Griechenland profitieren würde ist sehr überschaubar.
5. Es wurde
ukleuni 20.08.2015
wieder nur Zeit gekauft. Das nächste Hilfspaket wird kommen, zumal die Masse der Gelder nicht dem griechischen Volk helfen wird, sondern, wie es schon zu lesen ist, zur EZB und anderen Kreditgebern in Form von Zinszahlungen zurück fließt. Eine für alle Seiten, besonders für das griechische Volk andauernde Tragödie.
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Wie Rating-Agenturen arbeiten
Geschichte
Die Geschichte der Rating-Agenturen reicht ins 19. Jahrhundert zurück, als das US-Eisenbahnnetz sich über den Kontinent ausdehnte. Das erforderte Kredite, die die Banken nicht alleine schultern konnten. Industrieunternehmen begannen, Anleihen auszugeben, um an Geld zu kommen. Heute dominieren drei Agenturen den Markt: Standard & Poor's, Moody's und Fitch.
Standard & Poor's
Standard & Poor's (S&P): Henry Varnum Poor veröffentlichte 1868 das "Manual of the Railroads of the United States", in dem die Anleger Informationen über die Eisenbahngesellschaften erhielten. 1941 verschmolzen die Poor's Publishing Company und die Standard Statistics Company zur Rating-Agentur Standard & Poor's. Das Rating reicht von AAA ("Triple A", exzellente Bonität, praktisch kein Ausfallsrisiko) über BBB (befriedigend) bis D (in Zahlungsverzug, keine Bonität).
Moody's
Moody's: John Moody gründete 1909 die Agentur Moody's Investors Service, die seit 1975 von der US-Börsenaufsicht SEC anerkannt ist. Die Bewertungen reichen von Aaa über Baa1 bis C.
Fitch
Fitch Ratings: 1924 entstand in New York aus der Fitch Publishing Company von John Fitch das Unternehmen Fitch Ratings. Alle drei Unternehmen haben ihren Sitz in New York, Fitch Ratings zudem in London; sie betreiben Büros in aller Welt. Das Rating reicht von AAA bis D.
Wie die Agenturen arbeiten
Rating-Agenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, Banken und Staaten und vergeben dazu verschiedene Bonitätsnoten. Dabei fließen veröffentlichte Zahlen ebenso ein wie Brancheneinschätzungen oder eine Beurteilung des Managements.
Die Noten der Rating-Agenturen
Das bedeuten die Ratings
Moody's S&P Fitch Bewertung
Aaa AAA AAA Beste Qualität
Aa1 AA+ AA+ Sichere Anlage
Aa2 AA AA
Aa3 AA- AA-
A1 A+ A+ Prinzipiell sichere Anlage
A2 A A
A3 A- A-
Baa1 BBB+ BBB+ Durchschnittlich gute Anlage
Baa2 BBB BBB
Baa3 BBB- BBB-
Ba1 BB+ BB+ Spekulative Anlage
Ba2 BB BB
Ba3 BB- BB-
B1 B+ B+ Hochspekulative Anlage
B2 B B
B3 B- B-
Caa1 CCC+ CCC+ Substantielle Risiken / Extrem spekulativ
Caa2 CCC CCC
Caa3 CCC- CCC-
Ca CC CC
Ca C C
C D D Zahlungsausfall
Bedeutung der Noten
Je schlechter sie die Bonität eines Marktteilnehmers beurteilen, umso teurer und schwieriger wird es für diesen, sich Geld zu besorgen. Die Refinanzierungskosten steigen, schlimmstenfalls ziehen Geldgeber ihr Kapital ab. Am Rating orientieren sich nicht nur Banken, sondern zum Beispiel auch institutionelle Investoren.

Hochspekulative Anleihen (Moody's: Ba1, S&P: BB+, Fitch: BB+) gelten als "Ramsch". Wird eine Anleihe als spekulativ eingestuft, müssen beispielsweise Zentralbanken sie verkaufen.
Kritik
Kritiker bemängeln, es bleibe oft unklar, welcher Anteil der Bonitätseinstufungen (Ratings) Mathematik und welcher Meinung ist. In der Finanzkrise wurden Rating-Agenturen an den Pranger gestellt: Weil sie Ramschpapiere als sichere Geldanlage anpriesen, wurde ihnen eine Mitschuld an der Krise gegeben.



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