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Referendum in Griechenland: Eurozone stoppt Hilfsprogramm für Athen

Euro-Gruppen-Chef Dijsselbloem: "Das Programm läuft Dienstagnacht aus" Zur Großansicht
DPA

Euro-Gruppen-Chef Dijsselbloem: "Das Programm läuft Dienstagnacht aus"

Die Griechenlandkrise verschärft sich dramatisch: Die Euro-Gruppe lehnt die Verlängerung des Hilfsprogramms für Athen ab. Premier Tsipras hatte zuvor ein Referendum über die Sparvorgaben der Gläubiger angekündigt.

Nach der Ankündigung eines Referendums in Griechenland will die Euro-Gruppe das Rettungsprogramm für Athen nicht mehr über Ende Juni hinaus verlängern. "Das Programm läuft Dienstagnacht aus", sagte Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem am Samstag in Brüssel nach einer Sitzung der Euro-Finanzminister. Er bestätigte damit frühere Angaben von Diplomaten.

Damit drohen bisher blockierte Hilfskredite zu verfallen. Das sind 7,2 Milliarden Euro der Europäer sowie des Internationalen Währungsfonds (IWF). Zudem könnten weitere knapp 11 Milliarden Euro nicht genutzt werden, die zur Stabilisierung der griechischen Banken reserviert sind.

Angesichts der Eskalation droht nun ein endgültiges Scheitern der seit fünf Monaten andauernden Verhandlungen zwischen den Geldgebern und Athen über ein Reform- und Sparpaket. Denn Griechenland braucht das Geld dringend. Am 30. Juni muss die Regierung trotz Finanznot einen Kredit von 1,54 Milliarden Euro an den IWF zurückzahlen.

AP
Nach Angaben Dijsselbloems haben sich mit Ausnahme Griechenlands die anderen 18 Finanzminister auf eine Erklärung verständigt. Die Geldgeber hätten maximal flexibel reagiert und seien bereit gewesen, auf die wirtschaftliche Lage zu reagieren. Die griechische Regierung habe den Prozess abgebrochen. Es sei unfair, die Vorschläge den Griechen zur Abstimmung vorzulegen und mit einem Nein und negativen Votum zu werben. Das Hilfsprogramm werde am Dienstagabend auslaufen. Es sei die letzte Möglichkeit einer Einigung gewesen. "Wir sind entschlossen, die Stärke der Eurozone zu wahren."

Tsipras will die Griechen entscheiden lassen

Hintergrund der Blockade: Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hatte in der Nacht zum Samstag eine Volksabstimmung für Sonntag kommender Woche angekündigt. Um es abhalten zu können, wäre zumindest eine Verlängerung des Hilfsprogramms um eine Woche notwendig.

"Die Frage des Referendums wird sein, ob wir die Vorschläge (der Gläubiger) akzeptieren oder ablehnen", hatte Tsipras in einer auf allen Kanälen übertragenen Fernsehansprache erklärt. Griechenland stehe vor einer historischen Frage. Es gehe um Entscheidungen, "von denen auch künftige Generationen abhängen werden". "Das Volk soll ohne jede Erpressung entscheiden."

Euro-Gruppen-Chef Dijsselbloom hatte das Votum der griechischen Regierung für eine Volksabstimmung danach hart kritisiert. "Ich bin sehr negativ überrascht von der Entscheidung, ein Referendum anzusetzen", sagte Dijsselbloom am Samstag in Brüssel vor dem Treffen mit seinen Kollegen aus der Eurozone. Die Regierung habe angekündigt, für eine Ablehnung zu werben. "Das ist eine traurige Entscheidung für Griechenland", sagte der niederländische Finanzminister.

suc/ulz/AFP/dpa/AP

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insgesamt 668 Beiträge
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1. Daumen hoch.
laaaangweilig1960 27.06.2015
Und jetzt konstruktiv am Grexit arbeiten, sodass alles für beide Seiten human abgewickelt werden kann.
2. Endlich
Proggy 27.06.2015
Damit darf die EZB ab 30.06. nicht mehr via ELA zahlen. That's it.
3. Konsequenz ist der Schlüssel
5ta2156 27.06.2015
Was bei Kindern sinnvoll ist und dem Erziehenden auch wehtut ist bei Staaten nicht weniger hilfreich!
4. Traurig für die
neill1983 27.06.2015
Demokratie- die EU erlaubt den Griechen keine Volksabstimmung um ihr Schicksal wählen zu lassen. Und bevor hier angeprangert wird - wir können auch nicht abstimmen - so liegt das an unserer Regierung und nicht an den Griechen. Nachdenken!
5. Na endlich
pirx64 27.06.2015
Na endlich wird aufgehört gutes Geld schlechtem hinter her zu werfen und reiche Steuerbetrügern dort weiter zu alimentieren.
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Fläche: 131.957 km²

Bevölkerung: 11,063 Mio.

Hauptstadt: Athen

Staatsoberhaupt:
Prokopis Pavlopoulos

Regierungschef: Alexis Tsipras

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