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31. Dezember 2012, 15:58 Uhr

Griechenland

Ex-Minister droht Anklage wegen Cousinen-Connection

Der Skandal um eine manipulierte Steuersünder-Liste wird für Giorgos Papakonstantinou zum ernsten Problem. Die Namen seiner Cousinen waren aus der Datei verschwunden. Nun könnte der griechische Ex-Finanzminister angeklagt werden, ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Athen - Seine Cousinen-Connection könnte Giorgos Papakonstantinou noch bitter bereuen: Dem ehemaligen griechischen Finanzminister droht eine Anklage. 71 Abgeordnete der regierenden Drei-Parteien-Koalition stellten sich am Montag hinter das Vorhaben, den 51-Jährigen wegen Fälschung eines öffentlichen Dokuments sowie Pflichtverletzung anzuklagen.

Der Ex-Finanzminister wird verdächtigt, mehrere Namen von einer Liste mit Griechen gestrichen zu haben, die Bankkonten in der Schweiz haben sollen. Papakonstantinou bestreitet dies. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Politiker, der von 2009 bis 2011 griechischer Finanzminister war, bis zu zehn Jahre Haft.

Wie am Freitag bekannt wurde, fehlen auf der Steuersünder-Liste ausgerechnet die Angaben zu Verwandten von Papakonstantinou. Dem früheren Vertrauten von Ex-Premier Georgios Papandreou war zuvor bereits vorgeworfen worden, die Liste 2010 unter den Teppich gekehrt zu haben.

Papakonstantinou leitete das Finanzressort 2010, als die Datei mit der Liste erstmals von der damaligen französischen Finanzministerin Christine Lagarde an Griechenland übergeben wurde. Die Daten hatte ein Mitarbeiter der Bank HSBC in Genf entwendet. Papakonstantinou leitete sie nach eigenen Angaben an den damaligen Chef der griechischen Steuerfahndung weiter. Allerdings machten die Steuerfahnder damals keinen Gebrauch von den Daten, weil sie nicht aus legalen Quellen stammten.

Die Liste verschwand anschließend im Labyrinth der Bürokratie in Athen und tauchte erst Anfang Oktober wieder auf. Allerdings in offenbar veränderter Form, wie ein Abgleich dieser Liste mit einer weiteren ergab, die unlängst erneut von Frankreich an Griechenland übergeben wurde. Hatte die "Lagarde-Liste" vom Oktober noch 2059 Einträge, waren es nun 2062. Die drei neu aufgetauchten Einträge betreffen ausgerechnet die Konten einer Cousine von Papakonstantinou und ihres Ehemanns sowie des Gatten einer zweiten Cousine. Während das eine Konto niemals benutzt worden war, waren auf dem anderen gut 1,2 Millionen Dollar verbucht. Unklar ist, ob das Geld versteuert wurde.

yes/dapd

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