EZB-Mitglied Nowotny "IWF für Stabilisierung Griechenlands nicht mehr nötig"

Seit Montag verhandelt die Troika wieder in Athen. Jetzt sagte Österreichs EZB-Mitglied Nowotny, dass Griechenland sich auch ohne den IWF stabilisieren könne.

EZB-Mitglied Ewald Nowotny
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EZB-Mitglied Ewald Nowotny


Ewald Nowotny von der Europäischen Zentralbank (EZB) findet eine Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) an der finanziellen Stabilisierung Griechenlands nicht mehr notwendig. "Das ist ein Problem, das die Europäer allein lösen könnten", sagte Österreichs EZB-Vertreter im Interview mit der Tageszeitung 'Die Presse'.

Nowotny sagte außerdem, einen "expliziten Schuldenschnitt" für Griechenland werde es "eher nicht" geben. Bei diesem würden Schulden tatsächlich und endgültig erlassen und nicht bloß, wie bereits in der Vergangenheit geschehen, die Rückzahlungsfristen verlängert oder die Zinslasten gesenkt. Schon seit Langem fordert der IWF einen expliziten Schuldenschnitt und hatte seine Position zuletzt noch einmal bekräftigt. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) lehnt dies jedoch ab.

Seit Anfang der Woche laufen wieder Verhandlungen zwischen Griechenland und der Troika, bestehend aus der EU-Kommission, der EZB und dem IWF. Die Vertreter der Gläubiger wollen prüfen, wie Athen bei der Sanierung seiner maroden Finanzen vorankommt.

Der IWF sieht eine Einigung auf ein Rettungsprogramm für Griechenland noch weit entfernt. Insgesamt geht es um Hilfen in Höhe von 86 Milliarden Euro. Nowotny kritisierte die Haltung des IWF: Griechenland habe schon massive Fortschritte gemacht. "Die jüngste Debatte ist eine Art Querschuss gegen eine positive Entwicklung in Griechenland."

Die neue Prüfung wird von Spannungen zwischen Athen und dem IWF begleitet. Diese wurden durch die Veröffentlichung eines angeblichen Protokolls eines abgehörten Telefonats zwischen IWF-Vertretern durch die Enthüllungsplattform Wikileaks noch verschärft.

kpa/dpa-AFX

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redbayer 05.04.2016
1. EZB bla bla
die griechischen Schuldenberge sind faktisch schon zu deutschen Staatsschulden geworden. Da braucht man keinen IWF mehr, mit Lagarde, der Gallionsfigur der US-Amerikaner. Es wird höchste Zeit, dass die Schulden aller EU-Südländer auf Deutschland übertragen werden. Dann könnte man Deutschland aus dem Euro schmeißen und die EU könnte sich erholen.
gjnk7172 05.04.2016
2. Mit allem gebotenen Respekt: Lasst uns doch in Ruhe
mit den andauernden, verklausulierten Rechtfertigungsversuchen, die m. E. regierungsgesteuert sind, um von eigenen Fehlverhalten und -einschätzungen abzulenken! Am Ende wird bleiben: 1. Wir Deutsche zahlen die griechischen Nachlässigkeit bzgl. Steuereintreibung und 2. Merkels Lüge "es gibt kein 3. Griechenlandrettungspaket"!
karend 05.04.2016
3.
Zitat von gjnk7172mit den andauernden, verklausulierten Rechtfertigungsversuchen, die m. E. regierungsgesteuert sind, um von eigenen Fehlverhalten und -einschätzungen abzulenken! Am Ende wird bleiben: 1. Wir Deutsche zahlen die griechischen Nachlässigkeit bzgl. Steuereintreibung und 2. Merkels Lüge "es gibt kein 3. Griechenlandrettungspaket"!
Überraschend war nur, dass all die "Rettungsschirm-die Steuerzahler-haften für alles-Abnicker" bei der Bundestagswahl erneut gewählt wurden.
iamwiesl2 05.04.2016
4. Es wird kein 3. Hilfsaktion geben
Wie soll das denn auch funktionieren? hat das 1. oder 2. gefruchtet? Nein,geht ja auch gar nicht. Liebe Leute ein Schuldenschnitt ist doch das einzige was hier helfen kann. Egal wie lang man noch drumherumdruckst oder wie das Kind letztlich heißt. Er wird kommen...
gunpot 05.04.2016
5. ich kann Herrn Nowotny nur
beipflichten; gemessen an dem Engagement der EU und der EZB war der finanzielle Beitrag des IWF kaum zu erkennen und wohl eher als symbolische Stütze anzusehen. Die EU sollte dem IWF ein Zeichen setzen und beweisen, dass sie ihre Angelegenheiten durchaus allein bewältigen kann.
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