Griechischer Finanzminister: "Wir sind aus dem Schlimmsten heraus"

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Finanzminister Stournaras: Deutschland soll seine Gewinne teilen

Die griechische Wirtschaft steckt tief in der Krise - doch Finanzminister Stournaras sieht bereits eine Wende zum Besseren. "Wir sind auch dem Schlimmsten heraus", sagt er in einem Interview. Vor allem die anstehende Tourismussaison werde dem Land helfen.

Athen/Berlin - Griechenland hat die schlimmste Krisenphase nach Ansicht von Finanzminister Yannis Stournaras überstanden. "Wir haben sehr gute Ergebnisse vorzuzeigen", sagte der Minister der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Wir sind aus dem Schlimmsten heraus."

Die griechischen Haushaltsdaten sollen demnach in diesem Jahr sogar besser ausfallen als von den Geldgebern festgelegt. In den letzten sechs, sieben Monaten habe das Land eine wichtige Wende geschafft, sagte der Minister: "Wir haben die Haushaltssanierung auf den richtigen Pfad zurückgebracht." Der für 2014 geforderte Primärüberschuss - also ein Überschuss ohne Einrechnung von Zinszahlungen - werde womöglich bereits im laufenden Jahr erzielt.

Stournaras räumte ein, die soziale Lage sei schwierig, aber "in keiner Weise nahe an einer Explosion". Die Regierung erwarte nun durch den Tourismus wichtige Impulse für die Konjunktur. "Wenn sich die Tourismussaison so entwickelt, wie wir sie (…) einschätzen, dann könnten wir in der realen Wirtschaft bald eine Wende schaffen."

Die EU-Kommission geht in ihrer am Freitag veröffentlichten Frühjahrsprognose davon aus, dass die griechische Wirtschaft im laufenden Jahr weiter schrumpft - und zwar um 4,2 Prozent. Erst 2014 werde es wieder ein leichtes Wachstum geben.

Der griechische Finanzminister Stournaras forderte zudem, "dass die Länder, die Vorteile aus der Krise haben, ihren Gewinn mit den anderen Ländern teilen". Das seien Deutschland und andere Staaten mit Top-Bonität, "denn dort sind die Zinsen kräftig gefallen, nicht nur für die Staaten, sondern auch für die Unternehmen".

Seit 2010 stellen die internationalen Geldgeber aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) dem hochverschuldeten Griechenland Kredite im Gesamtumfang von 240 Milliarden Euro zur Verfügung. Im Gegenzug verlangen die Kreditgeber massive Einsparungen.

stk/Reuters/dpa/AFP

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insgesamt 124 Beiträge
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1.
JustusBrack 04.05.2013
Zitat von sysop........"Wir sind auch dem Schlimmsten heraus", sagt er in einem Interview. Vor allem die anstehende Tourismussaison werde dem Land helfen. Griechenland: Finanzminister Stournaras sieht Wende zum Besseren - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-finanzminister-stournaras-sieht-wende-zum-besseren-a-898115.html)
Wie heißt der Finanzminister? Homer?
2. Da setze ich keinen Fuß auf den Boden !
iffel1 04.05.2013
Ich lasse mich von den Griechen doch nicht beschimpfen im Urlaub. Den Merkel-Bart nehme ich den Griechen auch schwer übel - leben über die Jahre wie die Made im Speck und anschließend wollen sie ihre selbst gemachten Schulden nicht bezahlen, dafür sollen nun alle EU-Bürger für ihr Saus&Braus-Leben bezahlen - und werden dann noch beschimpft ! Nein danke, nie wieder Urlaub in Griechenland !
3. undankbar...
goethestrasse 04.05.2013
..das fordert der griechische Minister schon gleich wieder. Was bisher geliefert wurde sind nur "Hoffen und Bangen". Sonst nichts. Ohne die Partner, wäre das Land ganz abgestürzt. Keiner würde Hellas auch nur einen Cent leihen. Aber dafür einen Dank ?? Woher . Einfach weiter fordern !
4. jaja..
ArnoNyhm1984 04.05.2013
Erinnert mich an den alten Sponti-Spruch: *"gestern standen wir noch vor dem Abgrund, heute sind wir einen Schritt weiter* -Griechenland ist noch nicht mal ansatzweise auf dem Weg der Besserung.
5.
Watschn 04.05.2013
Was viele nicht wissen... Die südl. €-Länder (inkl. F) werden vorallem durch die deutsche Exportindustrie seit 2008 auf grenzenlosen Pump (Target-Kredite; grenzenloses Anschreiben) über Wasser gehalten...., nicht zuletzt diese Importe nicht (vorraussichtl. nie...) mit einem €-südl. Leistungsbilanzgleichgewicht ausgeglichen werden können.... Deutschlands Exporte werden seit Beginn des Jahres 2008 ausschliesslich auf Kredit der deutschen Bundesbank (Target-Kredite) abgesetzt... Dies läuft folgendermassen ab.. Ein €urozonenland, welches durch Finanzierung von Geschäftsbanken abgeschnitten ist, importiert nun die Güter mittels der EZB-Druckerpresse.. Griechenland z.b weist nun die dt. Bundesbank per Zahlungsanweisung gem. des EZB-Zahlungssystem an,....an ihrer Stelle zugunsten VW, Daimler, BMW, Rheinmetall & Co. den Überweisungsgeldbetrag auszuzahlen, und Griechenland erhält somit durch das EZB-System eine TARGET-SCHULD.. Die dt. Bundesbank ist gem. dem EZB-Zahlungssystem TARGET2 verpflichtet diese griechischen Zahlungsanweisung z. B an Rheinmetall auszuführen, dafür erhält sie durch das EZB-System eine TARGET-FORDERUNG; quasi nur eine Dispoforderung mit 0,5% verzinst, aber sie erhält keine fungiblen Assets wie Wertpapiere, Staatsanteile, Dividenden o. anderes, welche man veräussern kann.... Die dt. Exportfirma Rheinmetall erhält nun dieses Geld von der dt. Bundesbank und exportiert die gewünschten Rüstungsgüter nach Griechenland,.....auf Kosten des deutschen Steuerzahlers!!! In den Büchern der dt. Bundesbank türmen sich bis heute - gegen 650 Mrd. € an offenen deutschen TARGET-FORDERUNGEN gegen das EZB-Zahlungssystem, welche voraussichtlich grösstenteils nie bedient werden können, und wohl abzuschreiben sind!! Defacto verschenken wir unsere Exporte, und im Gegenzug wird uns Steuerzahlern darauf noch Stolz und die Attitüde des "Exportweltmeisters" vorgegaukelt..! Exportweltmeister vielleicht ja, aber Exportweltmeister auf Pump der Bundesbank...... (des Steuerzahlers..)!! Dies ist kein Ammenmärchen, bzw. die Idee einer "linken Lafo-Gang" oder Hirngespinste einer vermeintlich "brutalst-rechtsradikaler, AfD-Neonazi-Schlägertruppe"....; sondern dies ist schlicht die ernüchternde Wahrheit... Quelle: youtube.com, Munich Economic Summit Lecture 2013 (Vortrag in Deutsch), sehr sehenswert..., aufschlussreich und leicht verständlich, vom 12. März 2013
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Fläche: 131.957 km²

Bevölkerung: 11,305 Mio.

Hauptstadt: Athen

Staatsoberhaupt:
Karolos Papoulias

Regierungschef: Antonis Samaras

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