Athen - Der Rückkauf griechischer Staatsanleihen im Nennwert von 30 Milliarden Euro ist gelungen. Das berichteten am Dienstag mehrere Nachrichtenagenturen und das griechische Fernsehen unter Berufung auf EU-Kreise sowie das Finanzministerium in Athen. Griechenland habe Anleihen im Nennwert von 31,8 Milliarden Euro angeboten bekommen, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters einen hochrangigen Vertreter der Euro-Zone. Damit wäre die angepeilte Marke von 30 Milliarden übertroffen worden.
Allerdings habe der zu zahlende Durchschnittspreis mit 33,5 Cent pro Euro Nennwert etwas höher gelegen als erwartet, sagten der Euro-Zonen-Vertreter und ein an dem Geschäft beteiligter Banker. Dies könnte dazu führen, dass Griechenland rund 450 Millionen Euro mehr auf den Tisch legen muss und seinen Schuldenberg nur um 9,5 Prozentpunkte statt um elf Prozentpunkte verringert.
Zuvor hatte die Zeitung "Kathimerini" bereits berichtet, der Rückkauf könne teurer werden als geplant. Die von der Euro-Gruppe genehmigten zehn Milliarden Euro aus dem Rettungsfonds EFSF würden deshalb nicht ausreichen, der Internationale Währungsfonds (IWF) fordere, die Summe aufzustocken. Deutschland sei allerdings strikt dagegen. Ein Sprecher von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wollte den Bericht nicht bestätigen.
Die ursprüngliche Frist für das Anleihenkaufprogramm war verlängert worden. In der ersten Angebotsphase bis Freitag hatten offenbar nicht genügend Investoren ihre Papiere verkaufen wollen. Von den knapp 62 Milliarden Euro, die noch im Umlauf sind, sollen zunächst nur 26,3 Milliarden Euro angeboten worden sein.
Weil griechische Staatsanleihen stark an Wert verloren haben und am Finanzmarkt im November nur noch zu rund einem Viertel ihres ursprünglichen Wertes gehandelt wurden, kann Griechenland sie deutlich unter ihrem Ursprungswert zurückkaufen. Die Regierung hatte den Haltern deshalb Angebote zwischen 30 und 40 Prozent des Nennwerts gemacht.
Bedingung für weitere Hilfen
Der IWF hatte die angepeilte Entlastung von 20 Milliarden Euro zur Bedingung gemacht, um sich weiter an den ausstehenden Hilfszahlungen des zweiten Rettungspakets zu beteiligen. Allein in diesem Jahr braucht Griechenland noch rund 44 Milliarden Euro, um den Staatsbetrieb am Laufen zu halten. Die Finanzminister der Euro-Zone wollten noch am Dienstagabend über das weitere Vorgehen beraten.
Das Anleihen-Rückkaufprogramm ist der Kernpunkt eines dritten Rettungspakets für Griechenland, auf das sich die Euro-Finanzminister Ende November geeinigt hatten. Es sieht zudem Zinssenkungen und einen Zinsaufschub für die Hilfen aus den beiden ersten Rettungspaketen vor. Darüber hinaus sollen die europäischen Notenbanken Kursgewinne, die sie mit dem Ankauf griechischer Staatsanleihen gemacht haben, wieder an Griechenland ausschütten.
dab/stk/Reuters/dpa/dapd
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