Gerüchte um gescheiterten Reformplan Tsipras-Äußerung versetzt Börsen in Aufruhr

Ist Athens jüngster Reformplan schon durchgefallen? An den Börsen sorgen Äußerungen von Ministerpräsident Tsipras für Unruhe. Tatsächlich ist vor allem der IWF unzufrieden mit den griechischen Vorschlägen.


Unmittelbar vor den entscheidenden Verhandlungen in der Euro-Gruppe sorgt eine Meldung aus Athen für Aufregung. Bestimmte Geldgeber hätten die Sparvorschläge Griechenlands zurückgewiesen, ließ Ministerpräsident Alexis Tsipras verlauten.

Hintergrund ist nach Informationen von SPIEGEL ONLINE die Unzufriedenheit des Internationalen Währungsfonds (IWF) mit den Reformvorschlägen. Die IWF-Vertreter stören sich dem Vernehmen nach daran, dass mehr als 90 Prozent der geplanten Mehreinnahmen durch Steuererhöhungen erzielt werden sollen. Deshalb fordern sie Nachbesserungen.

In Griechenland wird das offenbar als Ablehnung der Vorschläge interpretiert. Entsprechend sauer ist Tsipras. Auf Twitter machte er seinem Ärger Luft. Ähnliches habe es in den Rettungsverhandlungen mit Irland und Portugal nicht gegeben, heißt es dort. "Diese befremdliche Haltung kann nur eines von beiden bedeuten: Entweder wollen sie keine Einigung - oder sie dienen speziellen Interessen in Griechenland", wurde Tsipras zitiert.

An den Börsen sorgten die Meldungen für Unruhe. Die Indizes Dax Chart zeigenund EuroStoxx Chart zeigen50 weiteten ihre Verluste aus und notierten zeitweise rund 1,5 Prozent im Minus. Der Athener Leitindex rutschte sogar um bis zu 4,4 Prozent ab. Im Gegenzug flüchteten einige Investoren in als sicher geltende Bundesanleihen.

Eine Einigung im Schuldenstreit ist trotzdem immer noch möglich. Schließlich haben die Verhandlungen in Brüssel gerade erst begonnen. Um 12 Uhr wollten sich die Vertreter der Gläubiger-Institutionen zusammensetzen, ab 13 Uhr trifft Tsipras dann Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, den Chef Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, sowie den Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde.

stk/nck/gec/Reuters/dpa

insgesamt 290 Beiträge
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dukatenjunge 24.06.2015
1. Gut so,
da dürfte sich der IWF gegen die Schönrechner wie Juncker durchgesetzt haben.
sebastian.teichert 24.06.2015
2. Überraschung?
Das stand doch von Anfang an fest als gesagt wurde sie wären immer noch 400 Millionen auseinander. Frag mich wen das abschmettern überraschen soll? Tja, dann hat das Elend ja wenigstens bald ein Ende. :)
trubitz 24.06.2015
3. Das ist mal wieder
eine gute Nachricht. Es bleibt also noch ein Funken der Hoffnung, dass der Insolvenzgangster diesmal doch nicht durch kommt. Fehlt nur noch der IWF, Schaeuble und Merkel und die Vernunft haette gesiegt.
ackergold 24.06.2015
4.
Jetzt geht es so richtig los. Ich tippe stark darauf, dass noch heute der Kapitalverkehr in Griechenland eingeschränkt wird. Sonst sind morgen alle Banken dort ohne Geld und damit bankrott.
iffelsine 24.06.2015
5. Richtig so - für Wischiwaschi darf kein Geld geben !
Seinen griechischen Steuerhinterziehern läuft Tsipras nicht hinterher - dabei können deren milliardenschwere Steuerschulden locker das 2. Hilfspaket abdecken. Aber dann müßten ja auch die Zahlen, die neben ihm im Parlament sitzen...
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