Flüchtlingskrise Tourismus auf griechischen Inseln bricht ein

Minus 90 Prozent auf Lesbos, minus 40 auf Samos: Reisen auf griechische Inseln gehen laut einem Bericht infolge der Flüchtlingskrise stark zurück. Das könnte die wirtschaftlichen Probleme des Landes verschärfen.

Flüchtlingsboot vor Kos: Kreuzfahrtschiffe ändern ihre Routen
AP/dpa

Flüchtlingsboot vor Kos: Kreuzfahrtschiffe ändern ihre Routen


Die griechische Tourismusbranche verzeichnet wegen der Flüchtlingskrise einen starken Rückgang der Buchungen sowie einen Anstieg der Stornierungen bereits gebuchter Reisen. Das berichtet die Tageszeitung "Kathimerini". Besonders betroffen seien die Inseln in der östlichen Ägäis, zu denen Tausende Flüchtlinge von der Türkei aus übersetzen.

Dem Bericht zufolge brachen die Buchungen auf Lesbos im Vergleich zum Vorjahr um 90 Prozent ein; auf Samos betrage der Rückgang 40 Prozent. Fluggesellschaften hätten zudem bereits erste Flugverbindungen gestrichen und Kreuzfahrtschiffe ihre Routen geändert.

Der Tourismus trägt in Griechenland rund 25 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei und ist einer der wenigen Hoffnungswerte für eine wirtschaftliche Erholung nach jahrelanger Rezession. Obwohl sich die griechische Regierung 2015 nach zähem Ringen mit ihren Geldgebern auf neue Hilfen einigte, droht dem Land bald ein erneuter Showdown.

Premierminister Alexis Tsipras und auch viele europäische Partner fordern wegen der Belastungen durch die Flüchtlingskrise eine Lockerung der Sparvorgaben. Dies lehnt der Internationale Währungsfonds jedoch ab. Er wirft den Griechen mangelnden Reformwillen vor und will sich nur im Gegenzug für weitere Einschnitte an einem dritten Hilfspaket beteiligen.

dab/dpa



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