Bis zum Monatsende IWF genehmigt Griechenland Zahlungsaufschub

300 Millionen Euro musste Griechenland am Freitag eigentlich dem IWF überweisen. Doch nun hat der IWF einer Fristverlängerung zugestimmt: Die Regierung in Athen kann nun mehrere Raten am Monatsende gebündelt zahlen.

Griechische Flagge über Athener Akademie: Luft für Verhandlungen
AP/dpa

Griechische Flagge über Athener Akademie: Luft für Verhandlungen


Unmittelbar vor der Fälligkeit der nächsten Tilgungsrate hat der Internationale Währungsfonds (IWF) Griechenland einen kurzen Zahlungsaufschub gewährt. Eigentlich hätte die Regierung in Athen bereits an diesem Freitag gut 300 Millionen Euro zahlen müssen. Griechenland dürfe nun alle vier im Juni fälligen Tilgungsraten gebündelt am Ende des Monats überweisen, teilte der IWF am Donnerstag in Washington mit.

Die griechische Regierung hatte die Fristverlängerung beantragt. Der Schritt verschafft Athen etwas Luft in den Krisenverhandlungen mit den Geldgebern. Das Land will nun am 30. Juni die rund 1,5 Milliarden Euro überweisen, die sonst in vier Raten fällig gewesen wären. (siehe Grafik) Athener Experten werteten diese Lösung als Schritt auf dem Weg, eine Einigung mit den Geldgebern eher nach griechischen Vorstellungen zu erreichen.

Nach einer monatelangen Hängepartie wollten Griechenlands Gläubiger - neben dem IWF die Europäische Zentralbank (EZB) und die EU-Kommission - den Schuldenstreit eigentlich möglichst vor dem G7-Gipfel am Sonntag beilegen. Ein für Freitag anvisiertes Spitzentreffen auf EU-Ebene werde es aber nun doch nicht geben, heißt es in Brüssel.

Aus Regierungskreisen in Athen verlautete, Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatschef François Hollande hätten sich am Donnerstagabend in einer Telefonkonferenz erneut mit dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras ausgetauscht. Den Angaben zufolge bestanden weiterhin Unstimmigkeiten über die erforderlichen Reformen in Griechenland. "Die Positionen der Gläubiger tragen nicht dazu bei, eine für beide Seiten nützliche Einigung zu finden", hieß es aus Athen.

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hatten in der Nacht zum Donnerstag mit Tsipras Kompromisslinien ausgelotet. Die nächste Möglichkeit für ein Spitzentreffen gibt es laut EU-Diplomaten jetzt erst wieder Mitte kommender Woche.

Merkel rief Griechenland zu umfangreichen Zugeständnissen auf. Nötig seien "deutliche Anstrengungen von Seiten Athens", sagte Merkel am Donnerstagabend in einem Interview mit dem Sender France 2. Es bleibe das Ziel der derzeitigen Verhandlungen, dass Griechenland in der Eurozone bleibe.

bos/AFP/dpa

insgesamt 35 Beiträge
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Seite 1
competa1 05.06.2015
1. Also..
..nichts anderes wie die "Sambia Option".Daran ist nichts ungewöhnliches.
dr doolittle 05.06.2015
2. Wer glaubt
dass die Zahlung tatsächlich Ende Juni geleistet wird, glaubt wohl auch an den Osterhasen......
Mikrator 05.06.2015
3. Wird wieder nichts : Grexit ensthaft planen im Juni 2015
1. Ich bin überrascht, dass der IWF so ruhig geblieben ist. Denn für den IWF müssen Staaten und keine "ohnmächtige Wähler" gerade stehen. 2. Holland und Merkel entscheiden nicht nach Recht , Gesetz und Zahlen- das ist ja mittlerweile jedem klar. Griechenland ist - egal welche Regierung gerade dilettiert- offenbar als Exempel und südöstlicher Eckstein der Nato zu "wertvoll", um einen Schlussstrich zu ziehen. 3. Dabei sollte jetzt diese kurze Zeit dazu genutzt werden, Griechenland nur noch einmal Kredite zu gewähren, wenn diese sofort einem Ausstiegsplan zustimmen, beginnend mit einem langen Wochenende der Devisensperre und Schuldscheinen für die Bevölkerung als Einstieg in die Neue Drachme.
LouisXIV 05.06.2015
4. 300 Millionen
bekommt Griechenland nicht zusammen aber 3 Wochen später über 3 Mrd. Eine beeindruckende Konjunkturerholung.
3nix 05.06.2015
5. bis dahin
ist der Rest des zweiten Hilfspakets ausbezahlt und das dritte abgesegnet. Dachte immer, Kohl wäre der Unfähigste. Falsch gedacht.
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