Neuer Vorschlag im Schuldenstreit IWF will Griechenland Niedrigzinsen garantieren

Der Internationale Währungsfonds will Griechenland im Schuldenstreit entgegenkommen. Laut einem neuen Vorschlag sollen alle Zahlungen bis 2040 gestundet und die Zinssätze eingefroren werden.

Griechisches Parlament
AFP

Griechisches Parlament


Kann Griechenland seine Schulden jemals zurückzahlen? Um die Chancen dafür zumindest zu erhöhen, hat der Internationale Währungsfonds (IWF) einen neuen Vorschlag vorgelegt. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, sieht der Plan vor, alle Zins- und Tilgungszahlungen des Landes bis 2040 zu stunden. Anschließend sollen die fälligen Rückzahlungen der Staatsanleihen schrittweise bis 2080 gestreckt werden.

Auch bei der Höhe der Zinssätze will der Währungsfonds dem Land entgegenkommen. Sie sollen für 30 bis 40 auf dem aktuellen Niveau von 1,5 Prozent eingefroren werden. Damit müsste Griechenland keine höheren Belastungen fürchten, auch wenn der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) und das allgemeine Zinsniveau wieder steigen sollten.

Der IWF und die Eurostaaten haben Griechenland in den vergangenen Jahren mehrmals mit Hilfskrediten in Höhe von insgesamt mehr als 200 Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt. Erst im vergangen Jahr wurde ein weiteres Rettungsprogramm in Höhe von bis zu 86 Milliarden Euro beschlossen. Noch ist allerdings unklar, ob der IWF sich auch daran wieder beteiligt. Die Experten des Währungsfonds zweifeln an der langfristigen Tragfähigkeit der griechischen Schulden - und fordern deshalb erhebliche Erleichterungen, die auf einen Teilerlass hinauslaufen würden.

Auch die Finanzminister der Eurostaaten hatten sich zuletzt grundsätzlich zu Schuldenerleichterungen bereit gezeigt und wollen bei ihrem Treffen am 24. Mai darüber beraten. Auf Geldforderungen verzichten wollen sie aber ausdrücklich nicht. Vor allem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) lehnt einen solchen Schuldenschnitt ab. Allerdings wünscht sich Schäuble auch ausdrücklich eine weitere Beteiligung des IWF an den Hilfsprogrammen.

stk

insgesamt 25 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
dasauge17 17.05.2016
1. Schäuble wünscht sich ...
keinen Schuldenschnitt und eine Beteiligung des IWF. Wann startet er mit Realpolitik?
elikey01 17.05.2016
2. Ist wie noch ein Schuldenerlass
Schön und gut? Nur ob dieses Fakalaki-Land dieses "Entgegenkommen" zu Lasten der europ. Steuerzahler nicht insofern missbräuchlich "nutzt", indem es seinen mediterranen Stil weiter pflegt? ist ja wesentlich einfacher, als die dringend notwendigen Strukturreformen umzusetzen. Und was sagen die ebenfalls reformbedürftigen überschuldeten EU-/€uro-Südschienen-Staaten zum griech. "Sonderweg"? Dass GR seine Schulden nie wird zurückzahlen können od. auch wollen) ist eine Tatsache. Dass die griech. "Eliten" und Steueroptimierungskünstler ihre ins Ausland "gesicherten" Vermögen unbeschadet behalten, eine andere, und zwar eine verdammt miese gegenüber den sog. "kleinen" Leuten, in GR wie EU-weit, die (wie stets) im Endeffekt wieder die Zeche zu zahlen haben werden. Immerhin hielten sich die Griechen (von denen nahezu die Hälfte überhaupt keine Steuern zahlt) bisher von den Brüsseler Geldern ganz gut schadlos. Brüssel wird auch weiterhin die Mrd. hineinpumpen - ohne Ende und womöglich genau so wenig kontrolliert wie bisher. So wird ein System erhalten, aus dem weiterhin die Vermögenden partizipieren, die an den (korruptiven) Quellen sitzen - das schafft Vertrauen in die EU ...
mohanda_hawkins 17.05.2016
3.
Zitat von elikey01Schön und gut? Nur ob dieses Fakalaki-Land dieses "Entgegenkommen" zu Lasten der europ. Steuerzahler nicht insofern missbräuchlich "nutzt", indem es seinen mediterranen Stil weiter pflegt? ist ja wesentlich einfacher, als die dringend notwendigen Strukturreformen umzusetzen. Und was sagen die ebenfalls reformbedürftigen überschuldeten EU-/€uro-Südschienen-Staaten zum griech. "Sonderweg"? Dass GR seine Schulden nie wird zurückzahlen können od. auch wollen) ist eine Tatsache. Dass die griech. "Eliten" und Steueroptimierungskünstler ihre ins Ausland "gesicherten" Vermögen unbeschadet behalten, eine andere, und zwar eine verdammt miese gegenüber den sog. "kleinen" Leuten, in GR wie EU-weit, die (wie stets) im Endeffekt wieder die Zeche zu zahlen haben werden. Immerhin hielten sich die Griechen (von denen nahezu die Hälfte überhaupt keine Steuern zahlt) bisher von den Brüsseler Geldern ganz gut schadlos. Brüssel wird auch weiterhin die Mrd. hineinpumpen - ohne Ende und womöglich genau so wenig kontrolliert wie bisher. So wird ein System erhalten, aus dem weiterhin die Vermögenden partizipieren, die an den (korruptiven) Quellen sitzen - das schafft Vertrauen in die EU ...
"von denen nahezu die Hälfte überhaupt keine Steuern zahlt"... in DE zahlen Harz 4 Empfänger wohl auch keine Steuern. wovon auch. Aber sonst ein super Kommentar, zeigt Ihre Bildung und Gesinnung. Weiter So !
j.vantast 17.05.2016
4. Minuten, Monate, Jahre?
"Sie sollen für 30 bis 40 auf dem aktuellen Niveau von 1,5 Prozent eingefroren werden." Für 30-40 was? Minuten, Tage, Monate, Jahre, Jahrzehnte? Letztlich würde nur helfen alle Spekulationsgeschäfte jeglicher Art, die Griechenland betreffen, zu verbieten. Was auch immer sich da ausgedacht wird: Die Zocker und Spekulanten sorgen schon dafür dass es in der Praxis nichts bringt und die finanziellen Vorteile nicht nach Griechenland sondern in ihre eigene Tasche fliessen.
j.vantast 17.05.2016
5. Aller Anfang ist schwer...
Zitat von dasauge17keinen Schuldenschnitt und eine Beteiligung des IWF. Wann startet er mit Realpolitik?
Nun, bevor man Realpolitik betreibt kann man doch erst einmal mit Realsatire üben, oder?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.