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Ausgabe 15/2015

Griechenland-Krise IWF zieht vorübergehend Fachleute aus Athen ab

Stillstand bei den Griechenland-Kontrollen bis Mitte April: Der Internationale Währungsfonds hält die Gespräche in Athen derzeit für fruchtlos - und hat seine Mitarbeiter nach SPIEGEL-Informationen zunächst zurückgerufen.

Griechisches Parlament in Athen: Nur vier Tage vernünftig verhandelt?
REUTERS

Griechisches Parlament in Athen: Nur vier Tage vernünftig verhandelt?


Aus Ärger über die anhaltende Reformverweigerung Athens hat die Führung des Internationalen Währungsfonds (IWF) unter Christine Lagarde ihre Fachleute vorübergehend zurückbeordert. Angesichts der absehbaren Ergebnislosigkeit weiterer Gespräche sollen die Mitarbeiter die Osterfeiertage zu Hause verbringen können.

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Heft 15/2015
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Im Gegenzug erklärten die Griechen, das orthodoxe Osterfest, das eine Woche später stattfindet, ungestört von Verhandlungen feiern zu wollen. Nun können die drängenden Gespräche, wie das klamme Griechenland zu frischem Geld kommt, erst wieder Mitte April aufgenommen werden.

Der IWF bemängelte in einer Telefonkonferenz der stellvertretenden Finanzminister der Euro-Gruppe am Mittwoch, dass man seit dem Regierungswechsel in Athen nur vier Tage vernünftig habe verhandeln können. Nikos Theocharakis, Generalsekretär im griechischen Finanzministerium, erwiderte darauf, das sei nicht erstaunlich, schließlich seien die Troika-Beamten "völlig inkompetent".

Der Generalsekretär kündigte - wie bereits zuvor Griechenlands Innenminister Nikos Voutsis - an, dass sein Land eine nächste Woche fällige Kreditrate an den IWF wohl nicht zahlen werde. Am 9. April sei man "dem Ende nahe", erklärte Theocharakis. Der Zahlungsausfall hätte nach internationalen Gepflogenheiten die unmittelbare Insolvenz des Landes zur Folge.

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insgesamt 5 Beiträge
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Jochen.Bold 03.04.2015
1. Wie man Freunde vereckelt.
Jetzt muss die Syriza-Parteizeitung die Frau Lagarde mit einem schmuckem Hitler-Brätchen abbilden.... Jeder Psychiater wird es bestätigen. Mit Geisteskranken kann man keine Gespräche führen. Deshalb liess schon Sigmund Freud die auf der Couch nur monologisieren.
huggiii 03.04.2015
2. Titel
---Zitat--- ... Der IWF bemängelte in einer Telefonkonferenz der stellvertretenden Finanzminister der Euro-Gruppe am Mittwoch, dass man seit dem Regierungswechsel in Athen nur vier Tage vernünftig habe verhandeln können. Nikos Theocharakis, Generalsekretär im griechischen Finanzministerium, erwiderte darauf, das sei nicht erstaunlich, schließlich seien die Troika-Beamten "völlig inkompetent". ... ---Zitatende--- ... eine derartige Aussage muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Mit der gleichen Chutzpe treten die politischen Freunde dieser Dilletanten ja auch hierzulande auf, nur die haben den völligen Ruin ihres politischen Traumes schon hinter sich, die griechische Bevölkerung hat das noch vor sich.
Liberalitärer 03.04.2015
3. Suppenspucke
Die Stimmung ist auf dem Höhepunkt, man liegt sich in den Armen./Ironie aus. Griechenland schwimmt auf einer Woge des Chauvinismus. Vieles dürfte davon abhängen wie der Moskaubesuch von Herrn Tsipras verläuft. Zwar hält sich Moskau bisher eher bedeckt, aber die Gelegenheit ist einfach zu günstig für Herrn Putin, dem Westen nicht in die Suppe zu spucken. Alles was Moskau macht ist darauf angelegt, das nach dem letzten Krieg aufgebaute System zu zerstören (der IWF zählt dazu).
nesmo 03.04.2015
4. Natürlich sind die anderen schuld
und inkompetent, dabei strotzt ja die griechische Regierung so voller Kompetenz, dass sie in einer Woche völlig pleite sein wird. Griechenland hat fast 300 Milliarden seit 2001 an Geldern bekommen und alles verprasst. Aber inkompetent sind alle anderen in der EU. Das Problem der Griechen scheint ihr Realitätsverlust zu sein.
SchwedenFrank 03.04.2015
5. Nicht weit von Regierungskriminalität
Ich bin nicht der Meinung, dass es sich um Unfähigkeit handelt. Die gegenwärtige Regierung Griechenlands nutzte eine extreme Situation zu populistischer Wahlwerbung aus und der gestresste Grieche griff nach dem Strohhalm. Was gewinnt die gegenwärtige Regierung? Versorgungssicherheit für sich selbst! Im Endeffekt zu Lasten der Griechen. Das ist meines Erachtens, vorsichtig ausgedrückt, nicht weit von Regierungskriminalität. Wird so die vorgesehene Annäherung an Russland nicht eine logische Entwicklung?
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