Einigung mit Troika Griechenland kann mit neuem Hilfspaket rechnen

Die Gespräche stehen kurz vor dem Abschluss: Nach monatelanger Hängepartie kann Griechenland auf die baldige Auszahlung einer weiteren Milliardentranche hoffen. Doch möglicherweise braucht das Land bald ein drittes Hilfspaket.

EU-Währungskommissar Rehn: "Wir haben uns geeinigt"
DPA

EU-Währungskommissar Rehn: "Wir haben uns geeinigt"


Hamburg/Athen - Das hochverschuldete Griechenland steckt weiterhin tief in der Krise, die Arbeitslosigkeit liegt bei 30 Prozent. Immerhin: Einen Hoffnungsschimmer gibt es jetzt. Der Weg ist frei für eine neue Milliardentranche aus dem zweiten Hilfspaket: Die internationale Geldgeber-Troika habe sich mit der Regierung in Athen in allen wichtigen Punkten geeinigt, sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn.

"Ich kann bestätigen, dass wir uns geeinigt haben in den wichtigsten Politikfeldern in Zusammenhang mit dem griechischen Anpassungsprogramm", sagte Rehn. Er erwarte eine verbindliche Vereinbarung am Nachmittag.

Die Gläubiger-Troika, zu der neben der EU auch der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Europäische Zentralbank (EZB) gehören, hatte die griechischen Reformbemühungen einer sechsmonatigen Prüfung unterzogen. Fortschritte bei den Sparauflagen sind die Voraussetzung für die Auszahlung weiterer Hilfsgelder an Athen.

Die griechische Regierung kann somit auf die Auszahlung von Geldern in Höhe von mindestens 8,5 Milliarden Euro hoffen, wie EU-Diplomaten der Nachrichtenagentur AFP zufolge sagten; auf diese Summe wird der Kapitalbedarf der vier größten griechischen Banken geschätzt. Die endgültige Entscheidung über die Auszahlung des Geldes muss von den Euro-Finanzministern getroffen werden. Laut dpa stehen insgesamt für Griechenland noch 10,1 Milliarden Euro bereit.

Griechenland wird seit 2010 mit zwei Hilfspaketen über insgesamt 240 Milliarden Euro gestützt. In den vergangenen Wochen war in der Euro-Gruppe die Ungeduld mit dem Land hörbar gewachsen. Da die Regierung in Athen die in dem Hilfsprogramm festgelegten Auflagen nicht zur Zufriedenheit der Troika erfüllte, waren die Experten zwischendurch abgereist und unterbrachen die Gespräche. Spätestens im Herbst ist Schluss mit den Rettungsgeldern, ohne neue Unterstützung droht der Staatsbankrott. Möglicherweise braucht das Land deshalb bald ein drittes Hilfspaket.

bos/dpa/AFP



insgesamt 18 Beiträge
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axelkilian 18.03.2014
1. Auflagen nicht erfüllt - gezahlt wird trotzdem
Das Geld wurde genommen, die vereinbarten Gegenleistungen nicht erbracht - was tun? Ganz einfach: man trifft einfach neue Vereinbarungen. Nachdem diese getroffen wurden, will man sogar, quasi als Superlativ, "verbindliche Vereinbarungen" treffen. Ich möchte gern mit der Bundesregierung vereinbaren, und zwar verbindlich, dass sie in Zukunft mit meinen Steuergeldern sorgfältiger umgeht.
diathermie 18.03.2014
2. GAZ (Grösst anzunehmende Zynik)
Zitat von sysopDPADie Gespräche stehen kurz vor dem Abschluss: Nach monatelanger Hängepartie kann Griechenland auf die baldige Auszahlung einer weiteren Milliardentranche hoffen. Doch möglicherweise braucht das Land bald ein drittes Hilfspaket. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-kann-mit-neuem-hilfspaket-rechnen-a-959392.html
Der exakt null Euro erhaltende griechische Arbeitslose hat also einen Hoffnungsschimmer: Die Banken erhalten 8,5 Mrd. Euro. Wie lässt sich diese Zynik überbieten? Etwa: „Neuer Hoffnungsschimmer für hunderttausende ohne Zugang zum Gesundheitssystem in Griechenland: Aktienindex internationaler Pharmafirmen legt enorm zu“ ??
Margot 357 18.03.2014
3. Ja und?
Zitat von sysopDPADie Gespräche stehen kurz vor dem Abschluss: Nach monatelanger Hängepartie kann Griechenland auf die baldige Auszahlung einer weiteren Milliardentranche hoffen. Doch möglicherweise braucht das Land bald ein drittes Hilfspaket. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-kann-mit-neuem-hilfspaket-rechnen-a-959392.html
Warum schreibt die Presse beim Exportüberschuss nicht endlich mal die Wahrheit! Letztes Jahr war der Exportüberschuss 200 Milliarden, man kann direkt sagen 200 Milliarden wieder verschenkt. GR hat dabei über 100 Milliarden Schulden auf dem Target 2 Konto. Wie will Deutschland die jemals eintreiben? Das Geld ist futsch!!
stefanlinder 18.03.2014
4.
Wann stoppt endlich einer diesen Wahnsinn
pontifactus 18.03.2014
5. warum
nicht einfach eine einzugsermächtigung ausstellen? man könnte sich die sinnlosen gespräche sparen. aber dann gäbe es für die besprechenden nichts mehr zu tun.
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