Finanzlücke: Griechenland könnte laut Schäuble elf Milliarden brauchen

Bundesfinanzminister Schäuble bezeichnet eine Finanzlücke von elf Milliarden in Griechenland als "nicht völlig unrealistisch". Bei höheren Schätzungen verwechsle die SPD "brutto und netto". Tatsächlich geht es dabei aber um einen anderen Zeitraum.

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Bundesfinanzminister Schäuble: Griechenland wird Wahlkampfthema

Düsseldorf - Es nicht mehr zu übersehen: Weitere Finanzhilfen für Griechenland sind zum Wahlkampfthema geworden. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) äußerte sich zum wiederholten Mal innerhalb weniger Tage zu dem Thema und nannte dabei erstmals eine konkrete Summe.

Eine Größenordnung von elf Milliarden Euro sei "nicht völlig unrealistisch", sagte Schäuble der "Passauer Neuen Presse". Schätzungen der SPD in Höhe von 77 Milliarden seien dagegen nicht nachvollziehbar und falsch. "Man verwechselt brutto und netto", sagte Schäuble dem Blatt. Es dürfe nicht länger aus Gründen der Wahltaktik Unsicherheit erzeugt werden.

Tatsächlich sprechen Minister und Opposition jedoch von unterschiedlichen Zeiträumen. Die Finanzlücke von elf Milliarden Euro errechnete der Internationale Währungsfonds (IWF) für den Zeitraum bis 2016. SPD-Finanzexperte Carsten Schneider hatte sich dagegen in der "Bild"-Zeitung auf die letzte Schuldentragfähigkeitsanalyse der sogenannten Troika aus EU, Europäischer Zentralbank und IWF bezogen. Diese haben den Bedarf bis 2020 auf rund 77 Milliarden Euro taxiert. Wörtlich sagte Schneider: "Zu den knapp elf Milliarden Euro bis 2015 kommt für den Zeitraum 2015 bis 2020 ein weiterer hoher zweistelliger Milliardenbetrag."

dab/Reuters

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insgesamt 63 Beiträge
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1. Ist doch egal ob Brutto oder Netto
grabower 28.08.2013
Der Unterschied zwischen den von der SPD errechneten 77 Mrd. und den von Schäuble genannten 11 Mrd. ist doch wirklich nicht erwähnenswert. Hinter den Zahlen der Sozis steht immerhin deren finanzpolitischer Sprecher, einst kleiner Bankangestellter in Erfurt. Man stelle sich bloß vor: Verkehrspolitischer Sprecher wird dann die/der, die/der eine Märklin-Eisenbahn zuhause hat. Hoffentlich wird diesen Typen wie Schneider nicht unser Land anvertraut. Dann kann das liebe Vaterland nicht mehr ruhig sein.
2.
PK2011 28.08.2013
Zitat von sysopBundesfinanzminister Schäuble bezeichnet eine Finanzlücke von elf Milliarden in Griechenland als "nicht völlig unrealistisch". Bei höheren Schätzungen verwechsle die SPD "Brutto und Netto". Tatsächlich geht es dabei aber um einen anderen Zeitraum. Griechenland könnte laut Schäuble elf Milliarden brauchen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-koennte-laut-schaeuble-elf-milliarden-brauchen-a-919004.html)
Vermutlich nennt Herr Schäuble aus wahltaktischen Gründen nur den "Tropfen auf den heissen Stein" fürs "Gröbste". Innerhalb des EUR ist Griechenland nicht renovierbar und wird am nördlichen Tropf hängen. Mit den etablierten Parteien wählt der deutsche Bürger ein tolles Geschäftsmodell: Die meisten übrigen Staaten werden zum eigenen Vorteil konkurrenziert um die gewonnenen Überschüsse dann wieder als Transferleistungen dort hin zu verbringen. Natürlich unter Abzug einer ordentlichen Provision für die Finanzindustrie und die öffentlich bestallten Verwalter. Dafür bekommt der deutsche Wähler das Gefühl, es ginge ihm "gut" und er lebe "sicher".
3. Dieser alte Lügenbaron...
grommeck 28.08.2013
...diese Kriminellen Unternehmer-Politiker rechen jetzt schon die "Gewinne" der Unternehmen bis 2020 hoch - denn nichts anderes ist die s.g. Finanzlücke...abartig diese Typen - und die CDU liegt bei 38%. Unglaublich...
4.
muffelkopp 28.08.2013
Zitat von grabowerDer Unterschied zwischen den von der SPD errechneten 77 Mrd. und den von Schäuble genannten 11 Mrd. ist doch wirklich nicht erwähnenswert. Hinter den Zahlen der Sozis steht immerhin deren finanzpolitischer Sprecher, einst kleiner Bankangestellter in Erfurt. Man stelle sich bloß vor: Verkehrspolitischer Sprecher wird dann die/der, die/der eine Märklin-Eisenbahn zuhause hat. Hoffentlich wird diesen Typen wie Schneider nicht unser Land anvertraut. Dann kann das liebe Vaterland nicht mehr ruhig sein.
Haben sie den Artikel gelesen und verstanden? 11 Mrd: bis 2015 77 Mrd: bis 2020 Man stelle sich bloß vor, jeder, der lesen und schreiben kann, schreibt gleich wild im SpOn-Forum drauf los. Dann kann das liebe Vaterland nicht mehr ruhig sein.
5. Verweigerung des Existenzminimums in Deutschland
existenzrecht 28.08.2013
U.a. Freischaffende brauchen in Deutschland Gebührenordnungen, Rechtsschutz, - eine schikanefreie Grundsicherung in Höhe des Existenzminimums. Sie wäre durch Bürokratieabbau finanzierbar. Siehe Althausmodell. http://de.wikipedia.org/wiki/Solidarisches_Bürgergeld
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