Griechenland-Krise EU-Kommission startet Jagd auf Euro-Zocker

Die EU-Kommission holt zum Schlag gegen Spekulanten aus: Sie beordert Banker nach Brüssel, die im Verdacht stehen, mit riskanten Finanzwetten Griechenlands Schuldenkrise zu verschärfen. Auch das US-Justizministerium knöpft sich die Zocker vor.

Proteste in Griechenland: EU geht gegen Spekulanten vor
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Proteste in Griechenland: EU geht gegen Spekulanten vor


Hamburg - Die EU-Kommission und die amerikanische Regierung erhöhen den Druck auf Spekulanten: Laut einem Bericht der "Financial Times" bestellt die EU-Kommission Großbanken ein, um ihren Handel mit Versicherungen auf griechische Staatsanleihen genau zu untersuchen. Das US-Justizministerium habe Hedgefonds aufgefordert, Unterlagen aufzubewahren, die mögliche Wetten auf den Verfall des Euros belegen, heißt es in dem Bericht weiter.

Griechenland steht am Rand der Pleite. Hedgefonds und Großbanken stehen im Verdacht, daran eine Mitschuld zu tragen. Übereinstimmenden Zeitungsberichten zufolge schüren Spekulationen mit Kreditversicherungen auf griechische Staatsanleihen, sogenannten Credit Default Swaps, Ängste vor einer Staatspleite im Süden Europas.

Mit Credit Default Swaps (CDS) sichern sich Banken und andere Investoren gegen das Risiko ab, dass Griechenland im Falle einer Pleite seine Schulden nicht zurückzahlen kann. Tatsächlich destabilisieren die Credit Default Swaps die Lage in dem verschuldeten Staat. Denn allein schon durch den massenhaften Kauf der Papiere schießt ihr Preis in die Höhe. Dies sieht dann so aus, als ob sich die reale Lage in Griechenland verschlimmert hätte - was nicht unbedingt der Fall sein muss. Der Preisanstieg wiederum alarmiert die Käufer griechischer Staatsanleihen; die Regierung in Athen bekommt Probleme, frisches Geld am Kapitalmarkt zu bekommen.

Die Aufschläge der Credit Default Swaps für griechische Staatsanleihen hatten sich im Januar und im Februar zum Teil massiv verteuert - innerhalb kurzer Zeit. Eine Abwärtsspirale setzte ein: Die Möglichkeit, dass der Staat auf seinen Schulden sitzenbleiben könnte, verschärfte die Angst am Markt, die Preise für Kreditversicherungen schossen weiter in die Höhe, noch weniger Anleger kaufen Staatsanleihen. Da Griechenland Mitglied der europäischen Währungsunion ist, destabilisierte die von Spekulanten getriebene Panik letztlich auch den Euro.

"Im schlimmsten Fall droht eine harte Regulierung"

Das Image der Finanzbranche leidet dadurch erneut. "In dem aktuellen Umfeld ist klar, dass jeder, der von dem Unglück eines anderen profitiert, sich öffentliche Kritik einhandelt", sagte Kirby Daley, Stratege beim Brokerhaus Newedge, laut "Financial Times Deutschland". "Im schlimmsten Fall droht eine harte Regulierung." Newedge ist Dienstleister für zahlreiche Hedgefonds.

Dem Zeitungsbericht zufolge will die EU-Kommission der Anti-Euro-Spekulation nun rasch auf den Grund gehen. "Wir werden bald ein entsprechendes Treffen organisieren", sagte eine Sprecherin der EU-Kommission. Als möglicher Termin komme Freitag in Frage. Ziel sei, die Preismechanismen auf dem CDS-Markt und seine Verbindung zum Anleihenhandel kennenzulernen. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hatte diese Woche ebenfalls eine Untersuchung eingeleitet.

Der Handel mit Credit Default Swaps ist für die Kontrolleure schwer nachzuvollziehen: Es gibt für ihn keine Börsen- oder Clearing-Pflicht. Die Finanzwächter in Europa und den USA diskutieren Möglichkeiten, die Branche schärfer zu kontrollieren.

Auch in den USA regt sich Widerstand gegen mögliche Panikmache an den internationalen Finanzmärkten. Laut "Financial Times" forderte das US-Justizministerium zahlreiche Hedgefonds auf, alle Unterlagen aufzubewahren, die mögliche Wetten auf eine Abwertung des Euros belegen könnten.

Das Schreiben richtet sich dem Bericht zufolge an mächtige Fonds wie Soros Fund Management, SAC Capital Advisors und Greenlight Capital. Vertreter dieser Fonds hatten Berichten zufolge am 8. Februar in Manhattan an einem Dinner teilgenommen. Thema des Treffens war den Angaben zufolge eine Abwertung des Euros - und die Krise in der europäischen Währungsunion.

Die betroffenen Hedgefonds lehnten einen Kommentar ab. Auch das Justizministerium äußerte sich nicht zu den Berichten.

ssu

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Seite 1
Berta, 20.02.2010
1.
Wir haben soviel Butter und Milch. Warum erzählt ihr dem Bürger das Märchen vom Gürtel enger schnallen. Es wird Zeit die Weltmafia und Spekulanten zu zerschlagen.
Hubert Rudnick, 20.02.2010
2. Erste Schritte machen
Zitat von sysopDie wirtschaftlichen Probleme Griechenlands betreffen längst nicht mehr nur das Land, sondern auch den Wirtschaftsraum der EU und die gemeinsame Währung. Wird es Griechenland gelingen, seinen Staatshaushalt zu sanieren?
------------------------------------------------------------ Alle diese Finanzkatastrophen der verschiedensten Länder sind nicht nur von außen hineigetragen worden, sie sind viel mehr hausgemacht und somit müssen sie alle auch zunächst selbst mit der Aufarbeitung beginnen. Wer keine normalfunktionierendes Steuergestz hat, oder es nicht durchsetzt, der schafft sich die Probleme, also ein Land ohne richtige Einnahmen hat auch nicht die Möglichkeit Ausgaben zu machen. Wenn Griechenland nun nur auf finanzieller Unterstützung von außen hofft, dann löst man damit nicht ein einzige Problem, man schiebt es nur auf und die Schulden vergrößern sich. Wenn jetzt noch Gewerkschaften streiken, so führen sie ihr Land nur noch tiefer in die Krise, es kann sich nicht erholen. Aber Griechenland ist nur ein Beispiel wie es in Ländern aussieht, die es mit der Wahrheit in ihrer Finanz und Steuerpolitik nie so genau nehmen und daran sollten andere Länder sich mal ein Beispiel nehmen. Denn wo nichts hineinkommt, dann hat man auch keine Möglichkeiten ein normales gesellschaftlich Leben zu organisieren. In sehr vielen Ländern, auch bei uns in Deutschland wachsen die Schulden immer weiter und wie lange kann die Gesellschaft das noch ohne zu große Abstriche machen zu müssen sich leisten? HR
medienquadrat, 20.02.2010
3. ...
Zitat von sysopDie wirtschaftlichen Probleme Griechenlands betreffen längst nicht mehr nur das Land, sondern auch den Wirtschaftsraum der EU und die gemeinsame Währung. Wird es Griechenland gelingen, seinen Staatshaushalt zu sanieren?
natürlich wird Griechenland der Hort der Stabilität werden, der Europa insgesamt retten wird. In Brüssel wird jetzt einfach in die weitere Defizitprognose der nach oben offene Optimismusfaktor eingefügt - wenn Einstein sowas mit seinen physikalischen Formeln konnte, dann darf das die Politik allemale. Jammas!
anders_denker 20.02.2010
4. Warum lässt die EU das zu?
Bitte den Griechen mal sagen, das man sich mit solchen Aktionen noch tiefer reinreitet und die Kosten dafür zu tragen hat! Wird zudem zeit, das die EU notfalls den gerichtsvolziegher schickt. Einige Inselchen oder Baudenkmäler könnte man ja versteigern!
christiane006, 20.02.2010
5. wahre Freundschaft
Zitat von sysopDie wirtschaftlichen Probleme Griechenlands betreffen längst nicht mehr nur das Land, sondern auch den Wirtschaftsraum der EU und die gemeinsame Währung. Wird es Griechenland gelingen, seinen Staatshaushalt zu sanieren?
in Griechenland ist ist fast jeder zweite im Staatsdienst angestellt. Das heisst jeder Grieche hat seinen eigenen Beamten, der für ihn da ist. So einen Luxus kann man sicher pflegen, man muss ihn dann aber auch selbst finanzieren können. Ich frage mich auch, welche Interessen die Amerikaner bei dieser Angelegenheit haben. Offensichtlich wollen sie die EU schwächen, denn sonst hätte man nicht alle Hebel in Bewegung gesetzt und am Rande der Legalität, die defizitären Strukturen des Griechen-Budgets, zu verschleiern. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Meine Frage daraus wäre, wie freundlich sind uns unsere transatlantischen Partner tatsächlich gesinnt, die immerhin darauf drängen, dass sich unsere Kinder in Afghanistan den Hintern wegsprengen lassen?
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