Griechenland-Krise: Stunde Null für die Schuldenmeister

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An diesem Donnerstagabend um 21 Uhr läuft die Frist ab: Besitzer griechischer Staatsanleihen müssen sich entschieden haben, ob sie auf einen Großteil ihrer Forderungen verzichten. Aber sie können auch zum Schuldenschnitt gezwungen werden. Doch was folgt dann? Drei Szenarien.

Akropolis in Athen: Griechenland bangt um den Schuldenschnitt Zur Großansicht
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Akropolis in Athen: Griechenland bangt um den Schuldenschnitt

Hamburg - Das Ziel steht seit Monaten fest: Die privaten Gläubiger Griechenlands, also vor allem die Banken, Versicherungen und Fonds, die griechische Staatsanleihen halten, müssen auf mehr als 70 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Sonst gibt die EU ihr 130-Milliarden-Euro-Hilfspaket an die Regierung in Athen nicht frei und Griechenland rutscht in einen unkontrollierten Staatsbankrott.

Die griechische Regierung und die internationalen Geldgeber versprechen sich von dem sogenannten Haircut, dass der enorme Schuldenberg mittelfristig auf gut 120 Prozent der Wirtschaftsleistung sinkt - und das Land wenigstens eine kleine Chance bekommt, die Last abzutragen. Bis 21 Uhr am Donnerstagabend müssen die privaten Gläubiger mitteilen, ob sie sich an dem freiwilligen Forderungsverzicht beteiligen.

Am Freitag will die griechische Regierung dann bekanntgeben, wie viele der Investoren ihre Staatsanleihen zum Tausch in Papiere mit geringerem Wert und längeren Laufzeiten angeboten haben. Welche Folgen sich daraus ergeben, wird voraussichtlich erst nach einer Telefonkonferenz der Euro-Finanzminister bekannt, die anschließend die Ergebnisse beraten wollen.

Drei Szenarien sind nun möglich: Alle haben weitreichende Folgen und welches Wirklichkeit wird, hängt davon ab, welche Entscheidungen Banken, Versicherungen und Fondsgesellschaften weltweit treffen. Ein Überblick, wie es mit Griechenland weitergehen kann.

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1.
johnny.bravo 08.03.2012
Zitat von sysopAm Donnerstagabend 21 Uhr läuft die Frist ab: Besitzer griechischer Staatsanleihen müssen sich entschieden haben, ob sie auf einen Großteil ihrer Forderungen verzichten. Aber sie können auch zum Schuldenschnitt gezwungen werden. Doch was folgt dann? Drei Szenarien. Griechenlandkrise: Stunde Null für die Schuldenmeister - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,820147,00.html)
hochinteressant was dirk müller hierzu der financial times deutschland sagt: "Mister DAX": "Griechenland kehrt zur Drachme zurück" | FTD.de (http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:mister-dax-griechenland-kehrt-zur-drachme-zurueck/70004812.html)
2. ...
kimba2010 08.03.2012
Zitat von sysopAm Donnerstagabend 21 Uhr läuft die Frist ab: Besitzer griechischer Staatsanleihen müssen sich entschieden haben, ob sie auf einen Großteil ihrer Forderungen verzichten. Aber sie können auch zum Schuldenschnitt gezwungen werden. Doch was folgt dann? Drei Szenarien. Griechenlandkrise: Stunde Null für die Schuldenmeister - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,820147,00.html)
Es wird das Szenario gewählt, dass Deutschland am meisten Geld kostet und die Eurobonzen noch ein paar Monate oder Jahre länger in den Dienstwagen lässt. Politik kann so einfach sein, wenn es die EU betrifft.
3. Banken bereiten Zerfall des Euros vor
genesis266 08.03.2012
Mit oder ohne Schuldenschnitt - die Krise geht weiter! Immer mehr Unternehmen befassen sich mit der Frage: "Was wäre wenn?" Vorbereitungen gegen den Euro-Zerfall gelten in der Öffentlichkeit als Tabu. Doch intern werden längst Vorbereitungen für einen möglichen Euro-Bruch getroffen. Die Banken haben so genannte "Notfallpläne" bereits in der Schublade. - Das hat jetzt Commerzbank-Chef Blessing ohne Umschweife zugegeben. Das wird der Öffentlichkeit verschwiegen. Mehr: Banken: Vorbereitung auf Euro-Zerfall (http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/9662-banken-vorbereitung-auf-euro-zerfall)
4. Korektur-Bedarf
mimas101 08.03.2012
Nein, ich meine nicht die gr. Schulden sondern das hier (Teil II): "Laut übereinstimmenden Berichten griechischer Medien lag am Donnerstagnachmittag die Zustimmungsquote bereits bei mir als 70 Prozent." Das "mir" ist genauso falsch am Platze wie diese EWG-Währung, die richtige Vokabel sollte eher ein "mehr" sein.
5. Gerade die Börsenwerte...
salamicus 08.03.2012
Zitat von sysopAm Donnerstagabend 21 Uhr läuft die Frist ab: Besitzer griechischer Staatsanleihen müssen sich entschieden haben, ob sie auf einen Großteil ihrer Forderungen verzichten. Aber sie können auch zum Schuldenschnitt gezwungen werden. Doch was folgt dann? Drei Szenarien. Griechenland-Krise: Stunde Null für die Schuldenmeister - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,820147,00.html)
...gecheckt. Es steht gut. Simple as that. Es wird im Übrigen immer gut stehen. Die Angst der "Proles" erinnert mich immer an Orwell...
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Fotostrecke: So funktioniert eine Umschuldung

Die Abkürzungen der Griechenland-Rettung
PSI (Private Sector Involvement)
Die Beteiligung privater Gläubiger wie Banken und Fonds an den Rettungskosten wurde von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy im Herbst 2011 beschlossen. Die Maßnahme ist umstritten, denn auf die zu erwartenden Verluste aus dem Kreditgeschäft mit Wackelkandidaten reagierte der Privatsektor mit immer höheren Zinsen. Im Falle Griechenlands sollen Banken und Fonds auf mehr als 70 Prozent verzichten, oder gut hundert Milliarden Euro des an Athen verliehenen Geldes. Der Markt scheint noch nicht ganz überzeugt, dass Griechenland ein Einzelfall bleibt. Auch Portugal kommt nur zu hohen Kosten an frisches Geld. Fraglich ist auch, ob der Beitrag des Privatsektors zur Rettung Athens reicht.
OSI (Official Sector Involvement)
Die Beteiligung des öffentlichen Sektors, also der Euro-Partner und der Europäischen Zentralbank (EZB), am Schuldenerlass. Ökonomen halten das für notwendig, damit Athen Spielraum für den Wiederaufbau bekommt. Deutschland müsste in diesem Fall auf rund 30 Milliarden Euro verzichten. Der Grund: Insgesamt hat Griechenland mehr als 350 Milliarden Euro Schulden. Ohne Erlass durch den öffentlichen Sektor bliebe die Schuldenlast bei 250 Milliarden Euro - und damit untragbar. Bisher beteuern Bundesregierung und EZB, dass eine Beteiligung am Forderungsverzicht nicht in Frage kommt, weil das gegen das Verbot verstoße, Staatsschulden mit der Notenpresse zu tilgen.
DSA (Depth Sustainability Analysis)
Die Schuldentragfähigkeitsanalyse der Troika. In dem Bericht ist das katastrophale Ausmaß der griechischen Finanz- und Wirtschaftsnot festgehalten. Er enthält außerdem die Schlüsselgleichung für die erhoffte Rettung. Bis 2020 muss die Gesamtverschuldung des Landes von mehr als 160 auf 120 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung gesenkt werden, damit der Internationale Währungsfonds (IWF) eine Chance für Athen sieht - und bei der Rettung mitmacht. Zwar wird der aktuelle Bericht noch unter Verschluss gehalten. Die entscheidende Zahl ist aber durchgesickert: Ohne Nachbesserung des im Oktober zugesagten Hilfspakets von 130 Milliarden Euro würde Griechenlands Gesamtverschuldung auch 2020 noch bei 129 Prozent des BIP liegen. Also müssen entweder die Euroländer mehr Geld geben oder sich an dem Schuldenerlass beteiligen - oder der Privatsektor muss auf größere Teile seiner Forderungen verzichten.
SD (Selective Default)
Die Teilpleite Athens scheint schon nicht mehr abzuwenden zu sein. Dazu kommt es, wenn sich nicht genug Banken, Fonds und Versicherungen an dem freiwilligen Schuldenerlass für Athen beteiligen. Damit die Rechnung auch nur ansatzweise aufgehen kann, müssten 90 Prozent der Institute mitmachen. Vor allem Hedgefonds sind dazu aber nicht bereit, sie pochen auf die Begleichung der gesamten Schuld. Scheitert der freiwillige Schnitt, dann wird die Regierung in Athen ihre Anleihenverträge vermutlich rückwirkend um sogenannte Collective Action Clauses (CACs), also Umschuldungsklauseln ergänzen. Dann bräuchte Athen nur die Hälfte seiner Privatgläubiger für einen Erlass gewinnen - die übrigen 50 Prozent könnten dann gezwungen werden. Das würde von den Ratingagenturen als teilweiser Zahlungsausfall eingestuft. Das Risiko: Fonds und Geldhäuser, die ihre Griechenland-Papiere gegen eine Pleite abgesichert haben, können sich diese Versicherungen (CDS) auszahlen lassen. Das könnte einige Versicherer in Not bringen.
PA (Prior Action)
Zu diesen "vordringlichen Maßnahmen" hat die Euro-Gruppe die Griechen gezwungen, um sicherzustellen, dass das Land seine Reformen auch wirklich durchsetzt. Das Sparpaket hat ein Volumen von drei Milliarden Euro. Neben Kürzungen umfasst es auch rund 30 Strukturmaßnahmen. Zentral dabei ist eine Steuerreform, die die Steuerflucht eindämmen und höhere Einkommensschichten stärker belasten soll. Dazu gehört auch eine Arbeitsmarktreform. Der Großteil der Aufgaben soll in den kommenden Wochen gesetzlich verankert werden. Die Auszahlung der neuen Notkredite wird daran geknüpft.
Treuhandkonto
Die griechische Regierung muss ein Sperrkonto einrichten. Darauf sollen Staatseinnahmen fließen, um die Schulden zu begleichen. Nicht nur die Griechen selbst haben sich gegen den deutschen Vorschlag gesperrt, weil er ihre Haushaltssouveränität massiv einschränkt. Auch die EU-Kommission und der IWF waren dagegen. In den Verhandlungen konnte Berlin seine Vorstellungen nicht ganz durchsetzen.
EFSF 3.0, ESBPF
Auch die Konstruktion der Euro-Rettungsschirme wird immer komplizierter. Die vor anderthalb Jahren eingerichtete Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) mit einer Ausleihsumme von 440 Milliarden Euro wurde gerade mit einem ersten Hebel ausgestattet, er trägt den wenig eingängigen Namen European Sovereign Bond Protection Facility (ESBPF). Gemeint ist eine Teilkaskoversicherung für Staatsanleihen. Wer künftig Anleihen von Wackelkandidaten kauft, kann sich den Ausfall zu 20 bis 30 Prozent vom EFSF absichern lassen. Damit sollen die Nachfrage gesteigert und die Zinsen gesenkt werden.
ESM
Der dauerhafte Europäische Stabilitätsmechanismus wird im Juli eingerichtet und kann Pleitestaaten mit 500 Milliarden Euro helfen. Im März soll geprüft werden, ob er durch die verbliebenen 250 Milliarden Euro im EFSF aufgestockt wird - auf eine Feuerkraft von dann 750 Milliarden Euro. Deutschland sieht dazu aber wegen der zuletzt gesunkenen Zinsen keine Notwendigkeit.

Fläche: 131.957 km²

Bevölkerung: 11,305 Mio.

Hauptstadt: Athen

Staatsoberhaupt:
Karolos Papoulias

Regierungschef: Antonis Samaras

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