Griechenlands Reformliste Mit der Gyros-Steuer gegen die Staatspleite

"Einmal Gyros mit Pommes!" So leicht kann man vielleicht bald schon zur finanziellen Gesundung Griechenlands beitragen. Die Regierung in Athen plant eine Fettsteuer: Sie ist Teil der Reformliste, über die mit den Geldgebern verhandelt wird.

Grillimbiss in Athen: Futtern für die Staatskasse
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Grillimbiss in Athen: Futtern für die Staatskasse


Gyros, Souflaki, Moussaka: Wer schon mal beim Griechen um die Ecke gegessen hat, der weiß, dass Vieles aus der Landesküche nicht gerade fürs Weight-Watchers-Programm geeignet ist.

So ähnlich muss auch die Regierung in Athen gedacht haben, als sie ihre Reformliste für die internationalen Geldgeber fertigstellte. Denn auf dieser Liste steht nach griechischen Medienberichten auch eine Sondersteuer auf fett- und zuckerreiche Lebensmittel. Dazu gehören demnach nicht nur die griechischen Klassiker-Gerichte sondern auch Kuchen, Butter, Schokolade und Pizza. Das Finanzministerium dementierte die Meldungen am Montag nicht.

In anderen Ländern gibt es bereits ähnliche Steuern. So zum Beispiel in Frankreich, Finnland oder Mexiko. Auch die Deutsche Diabetes Gesellschaft hat schon dafür geworben. In Dänemark wurde die Fettsteuer kurz nach ihrer Einführung wieder abgeschafft.

Die Idee einer solchen Steuer ist auch in Griechenland nicht ganz neu. Sie wurde bereits im vergangenen Jahr von den Vertretern der Geldgeber vorgeschlagen, also der ehemaligen Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds. Damals ging es um geplante Mehreinnahmen von rund 800 Millionen im Jahr.

Spott über Varoufakis

Wie viel die Steuer nun bringen soll, ist unklar. Insgesamt hat die Regierung in Athen dem Vernehmen nach eine Liste mit 18 Maßnahmen nach Brüssel geschickt, die insgesamt Mehreinnahmen von rund drei Milliarden Euro pro Jahr bringen sollen.

Dabei geht es unter anderem um das Schließen von Steuerschlupflöchern, die Besteuerung von griechischen Vermögen im Ausland, die Bekämpfung von Benzin- und Tabakschmuggel sowie höhere Steuern für griechische Ferieninseln und auf Luxusartikel. Auch die verhasste Immobiliensteuer soll grundsätzlich beibehalten werden - mit wenigen Ausnahmen für das laufende Jahr.

Die Experten von EU-Kommission, EZB und IWF wollen die Vorschläge nun prüfen, betrachten sie aber laut ersten Berichten als unzureichend. Griechenlands stellvertretender Finanzminister Dimitris Mardas sagte dem Radiosender To Vima, die Gläubiger drängten auf weitere Massenentlassungen und niedrigere Renten.

In Griechenland wird derweil schon über die geplante Fettsteuer gespottet. Zwei wohlgenährte Moderatoren des Senders SKAI TV zeigten sich in ihrer Sendung mit einem "Nein zur Fettsteuer"-Logo. Und die sozialdemokratische Oppositionspartei Pasok spielte auf die Glamour-Fotos des Finanzministers an, als sie twitterte: "Varoufakis-Steuer für weniger Fett. Deshalb bevorzugt er teure Meeresfrüchte."

gec/stk

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 38 Beiträge
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misscecily 30.03.2015
1. Gibt es dort..
..eigentlich Ideen die keine Lachnummer sind?
Leser161 30.03.2015
2. Warum nicht
In Deutschkland wird das ja auch immer mal gefordert, aus Gründen der Volksgesundheit halt. Also warum nicht. Hoffen wir nun, dss diese Steuer auch gezahlt wird, denn ich glaube da liegt der Döner in den Dardanellen.
Heinzi Heinz 30.03.2015
3. Was soll der Blödsinn?
Fettsteuer? Klingt irgendwie lachhaft. Wäre die Begründung die Gesundheit des Volkes, würde man sagen, gut, kostet mehr als sie bringt, direkt, aber die Leute sind gesünder. Mal ehrlich, neue Steuern. Treibt doch bitte mal die ein, die Euch eh schon zustehen, das sind ca. 75 Milliarden.
glissando 30.03.2015
4. Wenn's nicht so zum Heulen wäre ...
... könnte man hier doch fast mal lachen. Jeder arme (Fett-) Schlucker in Griechenland soll zahlen, aber zeitgleich berichtet SPON über die Steuerbefreiung von (russischen) Unternehmern. Nee, is klar.
Waudel 30.03.2015
5. Vorschlag
Märchen berichten vom Goldesel (Esel strck dich, Esel reck dich...). Die Uni Athen hat festgestellt, dass mit 99,9%iger Wahrscheinlichkeit es keine Goldesel gibt. Die griechische Regierung hat daraus geschlossen, dass 0,1% aller Esel Goldesel sind. Unter den schätzungsweise 500000 Esel in Griechenland gibt es somit 500 Goldesel. Wenn man davon ausgeht, dass jeder Goldesel täglich 500 Dukaden scheißen kann und ein Dukade einen Wert von 500 € hat, ergibt sich täglich eine Einnahme von 250000 € und im Jahr ein Betrag von über 90 Mio. €. Herr Tsipras schlägt nun vor, eine Behörde mit 5000 Bediensteten zu schaffen, die durch Tests die Goldesel unter der großen Zahl der Standardesel heraussucht, diese in noch zu schaffenden staatlichen Zuchtanstalten zu züchten und so zu vermehren und die Esel zu dauerndem Scheißen anzuhalten. Nachdem er versprochen hatte, bei der Einstellung, wie üblich, Mitglieder der Regierungsparteien vorrangig einzustellen, hat das Parlament bereits zugestimmt. Von der EU fordert er, das Projekt mit einer Einmalzahlung von 2 Milliaden € und für die Folgekosten mit jährlich 1 Milliarde € zu fördern. Frau Wagenknecht hat die Bundesregierung aufgefordert, den guten Willen Griechenlands zu honorieren und das Vorhaben zu unterstützen.
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