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Schuldenkrise: Griechenland plant harte Einschnitte für Rentner

Rentner in Athen: Neue Kürzungen von bis zu 30 Prozent geplant Zur Großansicht
REUTERS

Rentner in Athen: Neue Kürzungen von bis zu 30 Prozent geplant

Griechenlands Rentnern drohen neue heftige Sparmaßnahmen. Die Regierung will ihnen die Pension um bis zu 30 Prozent kürzen.

Die griechische Regierung hat ein neues Rentensystem ausgearbeitet. Neue Pensionäre, die mehr als 750 Euro Rente erhalten, müssen demnach Kürzungen von durchschnittlich 15 Prozent hinnehmen, berichtete die griechische Finanzpresse am Dienstag. Renten von mehr als 2000 Euro sollen um bis zu 30 Prozent gekürzt werden. Pensionen von mehr als 3000 Euro sollen auf 2200 Euro reduziert werden.

Am härtesten trifft die Rentenreform die Bauern, wie es übereinstimmend in griechischen Medienberichten heißt. Bislang zahlen sie nur sieben Prozent ihres Einkommens für ihre Rentenversicherung. Dieser Beitrag soll bis 2019 stufenweise auf 20 Prozent erhöht werden.

Alle Rentenkassen sollen zudem in einer großen Dach-Rentenkasse vereinigt werden. Der Vorschlag muss noch von den internationalen Geldgebern genehmigt und im Parlament abgestimmt werden.

Regierungschef Alexis Tsipras hatte in den vergangenen Tagen die Rentenreform wiederholt als absolut notwendig bezeichnet. Anderenfalls würden die Rentenkassen schon in fünf Jahren keine Renten mehr auszahlen können, sagte Tsipras im griechischen Fernsehen (ERT). Regierungssprecherin Olga Gerovasili versuchte, die Rentner zu beruhigen: 2018 werde die Wirtschaft wieder wachsen und dann könnten auch die Renten wieder angehoben werden, hieß es in einer Erklärung.

Die gesamte Opposition lehnt die geplanten Reformen ab. Die entscheidende Abstimmung über das Reformgesetz soll - falls es von den Gläubigern genehmigt wird - Anfang Februar stattfinden, hieß es aus Regierungskreisen. Tsipras Links-rechts-Koalitionsregierung hat eine hauchdünne Mehrheit von 153 Abgeordneten im Athener Parlament mit 300 Sitzen.

Auch die Gewerkschaften laufen Sturm. Es gibt bereits Pläne für umfangreiche Streiks Ende Januar, berichtet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Kreise des größten Gewerkschafts-Dachverbandes des privaten Bereichs (GSEE).

sfm/dpa-AFX

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insgesamt 67 Beiträge
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1.
ke_karolus 05.01.2016
Ich sehe dazu keine Alternative. Irgendwie müssen doch die Vermögen der Reeder und anderen Oligarchen finanziert werden, die armen Millionäre wollen ja schließlich auch leben.
2. das wird nichts
muttisbester 05.01.2016
ohne "Rentenreform" kann die Rentenversicherung in 5 Jahren gar nichts mehr auszahlen - sagt Zipras. Wenn die Situation wirklich so krass ist, werden die Vorgeschlagenen Maßnahmen kaum ausreichen. Selbst Deutschland muss ja seine Rentenkassen jährlich mit dutzenden von Steuermilliarden stützen. 2012 gab Griechenland 17% der Wirtschaftsleistung für Renten aus, Deutschland 12%. Und schon in Deutschland gilt die Belastungsgrenze erreicht. Ich würde den Griechen vorschlagen, sie setzen 10% des BIP für Rentenzahlungen an - und verteilen das Geld dann mehr oder weniger gerecht unter den Rentnern.
3. 2200,- EUR Rente sind in Deutschland praktisch unmöglich
andjessi 05.01.2016
Wer z.B. 35 Jahre Höchstbeiträge einzahlt, erhält gerade mal etwas über 2.100,- EUR Bruttorente. Davon werden dann aber noch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abgeführt. Die Kürzungen in GR hören sich jedenfalls nicht dramatisch an und treffen die, die es sich leisten können. Es ist eher erstaunlich, dass trotz nun über 8 Jahren Krise mit mehreren defacto Staatspleiten immer noch so hohe Renten gezahlt wurden.
4. Eine solche Rentenreform
hoppla_h 05.01.2016
*halte ich auch für Deutschland sinnvoll:* ALLE Renten- und Beamten-Pensionskassen unter ein Dach EINE Mindestrente festlegen EINE Deckelung der Renten / Pensionen. Betriebsrenten zur Hälfte, Witwen und Waisenrenten voll abziehen bei Überschreiten der Höchstrente.
5. Das Hauptproblem ist,
Dr. Kilad 05.01.2016
dass auch durch solche Kürzungen, nichts daraufhin deutet, dass sich die Lage verbessern könnte.
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