Griechenland Syriza-Regierung meldet erste Privatisierung - bei Pferdewetten

Sechs Monate hat es gedauert, nun meldet Griechenland Vollzug: Mit der Lizenzübergabe bei Pferdewetten vollzieht die neugewählte Regierung von Ministerpräsident Tsipras die erste Privatisierung.

Opap-Wettbüro in Athen: Nun darf auf Pferde gewettet werden
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Opap-Wettbüro in Athen: Nun darf auf Pferde gewettet werden


Bei einem Staatsbesuch in Griechenland wird sich Frankreich Präsident François Hollande am Donnerstag und Freitag über die Reformen in dem Krisenland informieren. Und Ministerpräsident Alexis Tsipras kann dem Gast einen Erfolg präsentieren. Denn das Land hat die erste Privatisierung unter der neuen linksgerichteten Regierung abgeschlossen.

Das Parlament in Athen genehmigte den Transfer der Lizenz für Pferdewetten an den Lotterie- und Sportwetten-Monopolisten Opap. Die Abgeordneten mussten dazu die Abwicklung des staatlichen Unternehmens Odie absegnen, das zuvor die Lizenz hielt. Insgesamt dauerte das Verfahren damit sechs Monate.

Die Privatisierungen gehören zu den Auflagen, die Griechenland im Gegenzug für internationale Hilfen erfüllen muss. Die Einnahmen durch den Verkauf von Staatseigentum wurden auf insgesamt 50 Milliarden Euro taxiert. Erzielt wurden seit 2011 jedoch nur 3,5 Milliarden Euro.

Ministerpräsident Tsipras ist seit Januar im Amt. Bei Neuwahlen im September wurde er wiedergewählt und muss nun ein Reformpaket durchsetzen. Dass Tsipras sich dabei auf Proteste einstellen muss, zeigte sich am Mittwoch. Hafenarbeiter in Piräus und Thessaloniki legten die Arbeit nieder und eröffneten damit die erste Streikwelle seit der Wiederwahl von Tsipras. Dessen Regierung will die beiden wichtigsten Häfen des Landes privatisieren.

Auch Frankreichs Präsident Hollande dürfte bei seinem Besuch darauf pochen, dass die Reformen rasch in die Tat umgesetzt werden. Die griechische Regierung setzt aber zugleich darauf, dass der Sozialist sie dabei unterstützt, den griechischen Schuldenberg durch Umstrukturierungen zu verringern.

Die Tsipras-Regierung hatte im Oktober ein Reformpaket auf den Weg gebracht. Vorgesehen sind unter anderem ein höheres Rentenalter, weniger Anreize zur Frühverrentung und Maßnahmen im Kampf gegen die Steuerhinterziehung. Anfang November soll das griechische Parlament ein weiteres Bündel mit Sparmaßnahmen billigen. Darunter ist auch die Abschaffung aller Steuererleichterungen für Bauern. Nur wenn Athen diese Sparmaßnahmen umsetzt, kann die Regierung darauf hoffen, dass die internationalen Gläubiger die nächste Tranche der Finanzhilfe in Höhe von zwei Milliarden Euro auszahlen. Insgesamt soll das Land in den kommenden drei Jahren maximal 86 Milliarden Euro erhalten.

mmq/Reuters/dpa



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insgesamt 26 Beiträge
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Seite 1
heavenstown 22.10.2015
1. Dann ist Griechenland ja so gut wie gerettet...
... wie viel Geld kam denn nun in die Kassen bei der Privatisierung der Pferdewetten?
synopia 22.10.2015
2. ?
Pferdewetten?? Bringt Gluecksspiel nicht eigentlich mehr Geld rein, als es kostet? Klingt ja nach ner total super Idee... :-D
nic 22.10.2015
3.
Was soll das bringen? Wer ist so Blöd und verkauft seine Einnahmequellen?
eumenes 22.10.2015
4. Na, sowas!
Da wird sich Herr Hollande aber freuen! ;-)
thanks-top-info 22.10.2015
5. news aus GR
immer noch unterhaltend. Eine Lizenz fürs Wettgeschäft dürfte wohl sehr wenig einbringen, in Zeiten der Krise.
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