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Schwindende Barreserven: Griechenland sucht schnelles Geld am Markt 

Griechenland geht das Bargeld aus. Um Beamte weiter bezahlen zu können, prüft die Regierung nun, zusätzliche Kredite aufzunehmen. Das Volumen der einmonatigen Anleihen könnte verdoppelt werden, hieß es aus dem Finanzministerium in Athen.

Akropolis in Athen: Regierung feilt weiter am neuen Sparpaket Zur Großansicht
dapd

Akropolis in Athen: Regierung feilt weiter am neuen Sparpaket

Athen - Griechenland prüft angesichts schwindender Barbestände die Ausgabe zusätzlicher einmonatiger Anleihen im August. Das berichten die Nachrichtenagentur Reuters und die griechische Zeitung "Kathimerini". Reuters beruft sich auf einen namentlich nicht genannten Insider aus dem Athener Finanzministerium. Das Blatt berichtete, die Schuldenagentur des Landes habe beschlossen, im August einmonatige Papiere im Volumen von sechs Milliarden Euro auszugeben - statt wie üblich von drei bis vier Milliarden.

Am Dienstag hatte die Regierung Alarm geschlagen: Ihre Barreserven seien fast bei Null. Sollte Griechenland kein frisches Geld bekommen, könnten weite Teile der öffentlichen Aufgaben nicht mehr erfüllt werden. Betroffen wären vor allem die Gehaltszahlungen für Polizisten und andere Beschäftigte im Öffentlichen Dienst, Renten sowie Sozialleistungen. Griechenland ist bereits mehrfach knapp der Pleite entgangen und voll von Hilfszahlungen abhängig. Die monatlichen Anleihen sind der einzige verbliebene Kontakt des Landes zum Geldmarkt.

"Eine der Optionen, die geprüft werden, sind mehr kurzfristige Anleihen", sagte der Insider. "Wir sprechen mit unseren Partnern darüber. Eine abschließende Entscheidung ist noch nicht gefallen."

Im August muss Griechenland eine fällige Anleihe im Volumen von 3,2 Milliarden Euro bedienen. Die internationalen Geldgeber haben dem Land eine Finanzierung für August zugesagt, die Details sind aber offen.

Die Koalitionsparteien in Athen haben sich indes immer noch nicht auf das neue Sparpaket geeinigt. Die Vorsitzenden der Sozialisten und der Demokratischen Linken, Evangelos Venizelos und Fotis Kouvelis, treffen sich am Mittwochnachmittag erneut mit Regierungschef Antonis Samaras. Dann soll weiter über die Sparmaßnahmen von 11,5 Milliarden Euro verhandelt werden. Es ist das dritte Treffen innerhalb weniger Tage. Solange es keine Einigung gibt, können die Kontrolleure von EU, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank kein grünes Licht für weitere Finanzhilfen geben.

Die griechische Presse erinnerte die drei führenden Politiker daran, dass diese Regierung die wohl "letzte Chance für den Verbleib Griechenlands im Euro-Land ist". Indem ständig "drumherum" geredet werde, "laufen wir Gefahr, den Krieg (um die Rettung des Landes) zu verlieren", warnte die linksliberale Zeitung "Ta Nea".

cte/Reuters

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insgesamt 77 Beiträge
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1. Beamte
Solid 01.08.2012
Wozu die Beamten bezahlen? Die können doch ruhig mal ein paar Monate ohne Gehalt auskommen! Wer braucht schon griechische Polizei und Steuerfahndung?
2. das bargeld geht den griechen aus?
zephyrchen 01.08.2012
das ist nichts neues. ich kenne viele rentner hier, denen es auch schon lange ausgegangen ist.
3. Wer gibt denen am Markt Geld?
chrimirk 01.08.2012
Zitat von sysopdapdGriechenland geht das Bargeld aus. Um Beamte weiter zu bezahlen, prüft die Regierung nun, zusätzliche Kredite aufzunehmen. Das Volumen der einmonatigen Anleihen könnte verdoppelt werden, hieß es aus dem Finanzministerium in Athen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,847644,00.html
Sind alle verrückt geworden? GR ist pleite. Punkt.
4.
franko_potente 01.08.2012
Zitat von sysopdapdGriechenland geht das Bargeld aus. Um Beamte weiter zu bezahlen, prüft die Regierung nun, zusätzliche Kredite aufzunehmen. Das Volumen der einmonatigen Anleihen könnte verdoppelt werden, hieß es aus dem Finanzministerium in Athen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,847644,00.html
Entweder GRE wird komplett unter Fremdverwaltung gestellt, oder lasst das Land pleite gehen. WAs soll denn passieren? Nichts!
5. Auf einmal Partner?
ekel-alfred 01.08.2012
Zitat von sysopdapdGriechenland geht das Bargeld aus. Um Beamte weiter zu bezahlen, prüft die Regierung nun, zusätzliche Kredite aufzunehmen. Das Volumen der einmonatigen Anleihen könnte verdoppelt werden, hieß es aus dem Finanzministerium in Athen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,847644,00.html
Aha, welche "Partner" meint er da wohl?
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Fläche: 131.957 km²

Bevölkerung: 11,063 Mio.

Hauptstadt: Athen

Staatsoberhaupt:
Prokopis Pavlopoulos

Regierungschef: Alexis Tsipras

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