Haushaltsplan Griechenland rechnet 2014 mit deutlichem Plus

Die griechische Regierung erwartet im kommenden Jahr einen Milliardenüberschuss - zumindest ohne die Berücksichtigung von Zinszahlungen. Ein kleines Plus soll schon 2013 gelingen. Auf dem Arbeitsmarkt bleiben die Aussichten jedoch düster.

Werbung einer Bank in Athen: Wird die Rückzahlung der Kredite verschoben?
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Athen - Mit den griechischen Staatsfinanzen geht es langsam bergauf, das betont die Regierung bereits seit einiger Zeit. Finanzminister Yannis Stournaras sagte im Mai, ein Primärüberschuss - also ein Plus ohne Einrechnung von Zinszahlungen - werde womöglich bereits im laufenden Jahr erzielt. Nun präzisierte der stellvertretende Finanzminister Christos Staikouras die Angaben. Demnach erwartet sein Ressort dieses Jahr einen Primärüberschuss von 340 Millionen Euro. 2014 solle das Plus dann 1,6 Prozent der Wirtschaftsleistung beziehungsweise 2,8 Milliarden Euro betragen.

Der entsprechende Haushaltsentwurf wurde am Montag dem Parlament vorgelegt. In seiner endgültigen Form solle er erst Mitte November gebilligt werden, hieß es aus dem Finanzministerium.

Der griechische Schuldenberg wird laut Staikouras im kommenden Jahr 319,4 Milliarden Euro und damit 174,5 Prozent der Wirtschaftsleistung erreichen. Zugleich dürfte dieses Jahr die griechische Wirtschaft um vier Prozent schrumpfen. 2014 solle es dann erstmals nach 2008 ein Wachstum von 0,6 Prozent geben. Das Defizit werde dieses Jahr 2,4 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen.

Auf eine Erholung von Griechenland wetten laut einem Bericht der "Financial Times" mittlerweile auch Hedgefonds wie Paulson & Co. Der US-Großinvestor George Soros glaubt jedoch nicht, dass Griechenland ohne einen umfassenden Schuldennachlass wieder auf die Beine kommt. "Jeder weiß, dass das Land seine Schulden niemals zurückzahlen kann", sagte Soros SPIEGEL ONLINE. Er wisse aus Gesprächen, "dass Privatanleger in das Land zurückkehren werden, wenn der öffentliche Sektor auf Rückzahlung von Schulden verzichtet, solange Athen die Bedingungen der Troika erfüllt".

Düster sind weiterhin die Aussichten für den griechischen Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote werde nächstes Jahr sehr hoch bleiben und um die 26 Prozent betragen, sagte Staikouras. Zurzeit liegt sie im Jahresdurchschnitt bei etwa 27 Prozent.

Laut griechischen Medienberichten denkt die Regierung darüber nach, bei den Geldgebern um eine Verlängerung der Rückzahlungsfrist für seine Schulden auf bis zu 50 Jahre zu bitten. Aus dem Finanzministerium hieß es dazu, dies seien "Überlegungen im Rahmen verschiedener Szenarien und nichts mehr".

dab/dpa

insgesamt 15 Beiträge
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peter3510 07.10.2013
1. Griechenland rechnet 2014 mit Waschstum
Ja selbstverständlich tun sie das. Wer rechnet nicht damit, dass Griechenland 2014 wieder auf die Beine kommt, es keinen Schuldenschnitt geben wird, keine 3. Hilfspaket und keine Transferleistungen für die nächste n 20 Jahre. Natürlich wird Griechenland auch spätestens 2015 seine Schulden zurückzahlen und das mit Zinsen.....und dann wachen die Eurofreunde auf aus ihrem Wunschtraum und werden 2014 wohl die bittere Realität erkennen. Die sieht leider anders aus und wird uns das Genick brechen. Aber der Wähler hat es ja scheinbar so gewollt.
d_a 07.10.2013
2. Oh mann..
Also wenn ich mir 319 Euro von einem Freund leihe und diesen Monat mal 2,80 Euro Überschuss mache und ich diesen Betrag zur Schuldentilgung benutze und dann immer noch 316 Euro Schulden habe, dann geht es mit meinen Finanzen also wahnsinnig bergauf..soso. Stimme mit Soros überein: dieses Land wird ohne einen Schuldenschnitt und/oder einen Austritt aus dem Euro-Raum niemals im Leben wieder auf die Beine kommen. Schon Deutschland schafft es nicht, seinen Schuldenberg abzubauen, wie dann ein Land außerhalb jeglicher Konkurrenzfähigkeit?
Privatier 07.10.2013
3. Ein Plus vor Zinszahlungen reicht bestenfalls für einen kurzen feuchten Traum.
Zitat von sysopAPDie griechische Regierung erwartet im kommenden Jahr einen Milliardenüberschuss - zumindest ohne die Berücksichtigung von Zinszahlungen. Ein kleines Plus soll schon 2013 gelingen. Auf dem Arbeitsmarkt bleiben die Aussichten jedoch düster. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-rechnet-2014-mit-deutlichem-primaerueberschuss-a-926566.html
Aber wird Deutsche Arbeitnehmer und Steuerzahler keinesfalls davor schützen, noch um viele weitere Milliarden zur Verbrennung in Grichenland gerupft zu werden. Ganz im Gegenteil: Die grundlose Euphorie über das vermeintliche Plus ist bestens geeignet, die Griechiche Politik dazu verleiten, wieder weitere die eigenen Leistungsfähigkeig übersteigende Geschenke zu verteilen - bevor man sich an die mit der erhaltenen Hilfe gekoppelten lästigen Verpflichtungen erinnert. Und dann wieder wehleidig jammert und aggressiv klagt, daß die bösen, bösen Geberländer Griechenland nur unzureichend unterstützen. MfG
Pandora0611 07.10.2013
4. Griechenland ist "auf einem guten Weg"!
*_Wir schreiben das Jahr 2050 ..._* ... Griechenland erhält "alternativlos" das 200. "Rettungspaket". Alle Griechen werden nach ihrem Schulbesuch sofort "verbeamtet" und in Pension geschickt. Als Pension gibt es dann 5.000€ netto (Steuern kennen die Griechen ja nicht), mit einer jählichen Zuwachsrate von 10%. Die Deutschen arbeiten dann bis zu 85 und erhalten nur noch eine Mindestrente von 200€, zahlen 50% Steuern und neue Abgaben wurden "erfunden". (z.B. der "Griechensoli"). Schöne neue Welt, bisher gab/gibt es das nur in "Endzeit-Filmen". "Im besten Fall sind lediglich die Milliarden weg, die Deutschland für die übrigen Euro-Länder und die mögliche Stützung des eigenen Bankensystems zur Verfügung stellen muss. Im schlimmsten Fall droht eine umfassende Euro-Krise, die auch die deutsche Wirtschaft empfindlich treffen würde.
weltbetrachter 07.10.2013
5. Griechenland geht es besser und Hedgefonds wetten ...!!!
Nunja, wenn es Griechenland besser geht, ist das in Ordnung. Wenn aber deutsche Steuerzahler für einen Schuldenschnitt zahlen müssen, dann ist das nicht in Ordnung. Denn dadurch wird die allgemeine Lage in Griechenland noch besser und die Hedgefonds die darauf wetten, werden mit Hilfe der Steuezahler wieder Milliarden in die eigenen Taschen schaufeln. DAS hat mit Solidarität in der EU wirklich nichts mehr zu tun. Sollen doch die Zocker-Fonds zahlen !!!
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