Wirtschaftskrise Griechenlands Schulden steigen trotz aller Hilfe

Die Lage Griechenlands wird immer dramatischer. Die Wirtschaft taumelt, die Geldgeber halten die Kredite zurück - und der Schuldenberg wächst weiter. Aktuelle Daten zeigen: Allein von Ende März bis Ende Juni stiegen die Verbindlichkeiten des Landes um mehr als 23 Milliarden Euro.

Griechische Euro-Münze: Der Schuldenschnitt hat nur begrenzt geholfen
DPA

Griechische Euro-Münze: Der Schuldenschnitt hat nur begrenzt geholfen


Athen - Die griechischen Staatsschulden sind erneut über die Marke von 300 Milliarden Euro gestiegen. Wie das Finanzministerium in Athen am Freitag mitteilte, waren es Ende Juni 303,5 Milliarden Euro - gut 23 Milliarden Euro mehr als drei Monate zuvor.

Damit ist ein guter Teil des griechischen Schuldenschnitts schon wieder verpufft. Ende 2011 hatten die privaten Gläubiger des Landes auf Druck der Politik einem Anleihentausch zugestimmt und Griechenland damit einen Teil seiner Schulden erlassen. Von Ende Dezember bis Ende März war die Staatsverschuldung deshalb von 368 auf 280 Milliarden Euro gefallen. Doch seitdem steigt sie stetig weiter.

Griechenland ist auf Hilfen der Euro-Partner und des Internationalen Währungsfonds (IWF) angewiesen. Das aktuelle Rettungspaket liegt derzeit allerdings auf Eis. Die Auszahlungen wurden gestoppt, bis der nächste Prüfbericht der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank und IWF vorliegt.

Dabei geht es unter anderem um Athens Fortschritte beim Sparkurs. Eigentlich ist vorgesehen, dass Griechenland bis Ende 2014 11,5 Milliarden Euro einsparen soll. Doch will die Regierung offenbar um einen Aufschub bis Ende 2016 bitten. Am kommenden Freitag wird der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras zu einem Besuch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin erwartet.

Harte Kritik kommt aus der deutschen Regierungskoalition. "Wir wollen die volle Erfüllung der Vereinbarungen haben", sagte Fraktionsvize Michael Fuchs (CDU) am Freitag. Wenn die Troika zu dem Schluss komme, die Umsetzung sei nicht in Ordnung, könne Athen keine weiteren Hilfen bekommen. "Dann wird nicht gezahlt, und alles andere ist in griechischer Hand."

Der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) warnt dagegen vor einem Scheitern der gemeinsamen Währung in Europa. Ein Zerstören des Euro würde das Zusammenwachsen Europas auf Null stellen: "Null ist aber nicht 1990. Null ist 1945", sagte der Chef des Baukonzerns Bilfinger Berger der "Süddeutschen Zeitung". Deswegen solle niemand ein Scheitern der Währungsunion oder auch nur einen Austritt Griechenlands anstreben. "Die wirtschaftlichen Folgen für uns halte ich für völlig unkalkulierbar", sagte Koch.

Der finnische Außenminister Erkki Tuomioja hält ein Zerbrechen der Währungsunion zumindest für möglich. "Wir müssen uns offen auf die Möglichkeit eines Zerfalls der Euro-Zone vorbereiten", sagte er dem britischen "Daily Telegraph". Niemand in Finnland wolle dies, doch müssten sich alle Länder darauf einstellen.

stk/dpa/AFP



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coniferia 17.08.2012
1. Panikmache
"Ein Zerstören des Euro würde das Zusammenwachsen Europas auf Null stellen: "Null ist aber nicht 1990. Null ist 1945" Was fuer ein Mumpitz, jahrzehntelang wuchs Europa ohne den Euro zusammen, warum soll das Ende der ungeliebten Waehrung da so ein Rueckschritt sein. Sicher, ist nicht schoen und es wird etliche Ressentiments geben, aber dazu muss man ja nun nicht die EU an sich zurueckdrehen. Es gibt ja auch jetzt EU Laender ohne Euro, mit denen wir friedlich zusammenleben, genauso wirds auch mit den ehemaligen Eurolaendern wieder funktionieren.
prontissimo 17.08.2012
2. So eine Überraschung aber auch !
Zitat von sysopDPADie Lage Griechenlands wird immer dramatischer. Die Wirtschaft taumelt, die Geldgeber halten die Kredite zurück - und der Schuldenberg wächst weiter. Aktuelle Daten zeigen: Allein von Ende März bis Ende Juni stiegen die Verbindlichkeiten des Landes um mehr als 23 Milliarden Euro. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,850675,00.html
Wer hätte das gedacht ? Sicher ein Rechenfehler in der Bilanz, wie weiland vor über 20 Jahren schon mehrfach. Nur diesmal andersrum..........
adam68161 17.08.2012
3. Lieber Herr Koch,
natürlich sind die wirtschaftlichen Folgen eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone unkalkulierbar. Aber ist denn der Verbleib "kalkulierbar"? Ich meine, angesichts der aktuellen Zahlen, nein! Also lieber ein Ende mit Schrecken!..
AegonVI 17.08.2012
4.
Zitat von sysopDPADie Lage Griechenlands wird immer dramatischer. Die Wirtschaft taumelt, die Geldgeber halten die Kredite zurück - und der Schuldenberg wächst weiter. Aktuelle Daten zeigen: Allein von Ende März bis Ende Juni stiegen die Verbindlichkeiten des Landes um mehr als 23 Milliarden Euro. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,850675,00.html
Das ist doch ausgemachter Blödsinn. Wie man ernsthaft solche geradezu lächerlichen Schreckensszenarien hinausposaunen kann, ohne vor Scham im Boden zu versinken, ist mir ehrlich ein Rätsel. Der €uro ist nicht gleich der EU und die über Jahrzehnte aufgebauten und ausgebauten wirtschaftichen, politischen und gesellschaftlichen Kontakte zwischen den Ländern und Völkern Europas lösen sich bestimmt nicht einfach so in Luft auf, nur weil ein Land aus dieser ohnehin von Anfang an fehlerhaften Währungsunion aussteigt. Im Moment scheint es wohl eher so, als würde der €uro mit den immer größeren, angeblich alternativlosen Rettungspaketen einen deutlich größeren Schaden für die europäische Integration bedeuten, als ein Auseinanderbrechen der €uro-Zone das jemals könnte.
durrikan 17.08.2012
5. Mannomann
Zitat von sysopDPADie Lage Griechenlands wird immer dramatischer. Die Wirtschaft taumelt, die Geldgeber halten die Kredite zurück - und der Schuldenberg wächst weiter. Aktuelle Daten zeigen: Allein von Ende März bis Ende Juni stiegen die Verbindlichkeiten des Landes um mehr als 23 Milliarden Euro. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,850675,00.html
Kann dem Autor dieses Artikels mal eben jemand die Zinsrechnung erklären?
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