Ankurbelung des Tourismus: Griechenland senkt Mehrwertsteuer für Restaurants

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Touristen in Athener Restaurant: Sinken die Preise nicht, steigt die Steuer wieder

Die griechische Regierung hat den internationalen Geldgebern ein Zugeständnis abgerungen: Trotz der katastrophalen Finanzlage wird die Mehrwertsteuer in der Gastronomie von 23 auf 13 Prozent deutlich gesenkt. Die Maßnahme soll den Tourismus als wichtigen Wirtschaftszweig weiter ankurbeln.

Athen - Ab dem 1. August gilt in Griechenlands Gastronomie ein erheblicher geringerer Mehrwertsteuersatz als bislang: Statt 23 Prozent werden dann 13 Prozent fällig. Regierungschef Antonis Samaras kündigte die Kürzung persönlich im griechischen Fernsehen an. "Zum ersten Mal haben wir eine positive Entwicklung" sagte Samaras. Die Geldgeber hätten dies akzeptiert.

Damit soll auch der Tourismus weiter angekurbelt werden, einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Griechenlands. Mehr als 15 Prozent des Bruttosozialprodukts werden hier erarbeitet. Bislang läuft die Saison in dem krisengeschüttelten Land ohnehin sehr gut, für das Gesamtjahr wird ein Besucherrekord bei den Gästezahlen erwartet.

Nun soll der deutliche Nachlass bei der Steuer nach dem Willen der Regierung von den Gastronomen an die Gäste weitergegeben werden. Dadurch sollen wiederum mehr Reisende in das Land gelockt werden, lautet das Kalkül der Regierung.

"Es gibt keinen Weg zurück"

Samaras verknüpfte die aus Sicht der Gastronomen gute Nachricht bei seinem Fernsehauftritt daher mit einer Warnung: Sollten die Preise wider erwarten nicht fallen, werde die Mehrwertsteuer wieder auf 23 Prozent erhöht. Das Land werde die Reformen fortsetzen. "Wir machen keinen Schritt zurück", sagte der Regierungschef in seiner Ansprache, und: "Es gibt keinen Weg zurück."

Die Regierung hatte bereits Anfang Juni durchblicken lassen, dass sie die Vertreter der internationalen Geldgeber aus Internationalem Währungsfonds (IWF), EU-Kommission und Europäischer Zentralbank dazu bringen wolle, die Steuersenkung zu akzeptieren. IWF-Chefin Christinie Lagarde hatte zwar Bedenken angemeldet, letztlich aber offenbar ihren Segen gegeben.

Am Abend steht eine für die Regierung heikle Abstimmung im griechischen Parlament an. Die Abgeordneten entscheiden über ein weiteres Sparpaket, das sechste seit März 2010. Diesmal sollen vor allem massenhaft Staatsdiener entlassen werden. Die Maßnahmen sind umstritten, und die Regierungskoalition hat nur eine dünne Mehrheit.

fdi/dpa

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1.
pepe_sargnagel 17.07.2013
Zitat von sysopDie griechische Regierung hat den internationalen Geldgebern ein Zugeständnis abgerungen: Trotz der katastrophalen Finanzlage wird die Mehrwertsteuer in der Gastronomie von 23 auf 13 Prozent deutlich gesenkt. Die Maßnahme soll den Tourismus als wichtigen Wirtschaftszweig weiter ankurbeln. Griechenland senkt Mehrwertsteuer für Gastronomie drastisch - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-senkt-mehrwertsteuer-fuer-gastronomie-drastisch-a-911629.html)
Wenigstens etwas für "die Europäer", welche doch sowieso schon so viel nach Athen überweisen, obwohl sie nicht in der griechischen Sonne liegen. Nur ob das weitergereicht wird bleibt fraglich - war ja hier bei der Hotelerleichterung nicht anders. Aber man wollte ja neue und besser bezahlte Jobs in der Gastronomie und im Hotelgewerbe schaffen. Ein Blick nach Deutschland hätte genügt um zu sehen, dass dies ein Irrglaube ist. Zudem die wichtigste Frage: Gilt die auch für Hotel-angeschlossene Restaurants, die eh irgendwelchen Finanzinvestoren und Großkonzernen gehören? Dann kann man denen das Geld gleich überweisen, denn die Marktmacht dieser Restaurants genügt für "Absprachen", die niemand auf Papier festhalten muss...
2. fdp in Griechenland
Hodiko100 17.07.2013
Das ist ja wie in Deutschland. Toll wie die Hoteliers die Senkung der Steuern an den Kunden weiter gegeben haben.
3. Halten sich...
xysvenxy 17.07.2013
.. die Gastronomen denn auch dran? Ich erinnere mich an diverse Artikel hier auf SPON die besagten, dass es mit der Genauigkeit der Abrechnungen, insbesondere von Gastronomen, hinsichtlich der Abfuhr der Steuern nicht sonderlich weit her ist.
4. Bravo
xifo 17.07.2013
Bravo Herr Finanzminister , So zeigen Sie die Griechen WER das sagen in Griechenland hat , SIE und MERKEL nicht die Troika . Sie werden nach Griechenland fliegen und damit Sie billiger auskommen haben den Herr Samaras Befohlen die Mehrwertsteuer in Gastronomie von 23% auf 13% zu senken . So vielleicht kann man von die Griechen auch mehr kassieren . Bravo CDU ,Bravo Herr Finanzminister sehr richtiger Entscheidung . Lassen wir die Griechen sich weiter sich selbst versklaven , die sollen weiter Arbeiten um unsere Banken zu Retten , Bravo . Es lebe Europa , es lebe das Deutsche Europa .Dann werden Wir Deutscher auch weniger zahlen müssen wenn wir vielleicht Urlaub machen in unsere neue Kolonie , Griechenland.
5. Ich lach mich tot
aberhallo2 17.07.2013
was wird passieren, werden die Gastronomen die Preise deshalb senken? Nein, sie werden sehr wahrscheinlich die gleichen Preise verlangen, nur eben weniger an den Staat abführen. Es ändert sich also nichts, außer dass die leere Staatskasse noch leerer wird.
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Fläche: 131.957 km²

Bevölkerung: 11,305 Mio.

Hauptstadt: Athen

Staatsoberhaupt:
Karolos Papoulias

Regierungschef: Antonis Samaras

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