Kürzungen bei Renten und Sozialem Griechen streiken gegen Sparpolitik

Geschlossene Schulen, Krankenhäuser im Notbetrieb: Die Gewerkschaften haben in ganz Griechenland zum Streik aufgerufen. Zehntausende legen die Arbeit nieder.

Proteste in Athen
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Proteste in Athen


Aus Protest gegen die harte Sparpolitik der Regierung unter Alexis Tsipras sind am Mittwoch Tausende Griechen in den Streik getreten. Mehrere Gewerkschaftsverbände hatten zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Im Zentrum Athens gingen mehr als zehntausend Menschen auf die Straße. Die öffentliche Verwaltung und Schulen blieben geschlossen. Ärzte in staatlichen Krankenhäusern behandelten nur Notfälle. Auch Journalisten legten die Arbeit nieder.

Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte im vergangenen Jahr den Forderungen der EU und des Internationalen Währungsfonds nachgegeben, auch nach Ende des Rettungsprogramms auf Sparkurs zu bleiben. Vor zwei Wochen hatte Tsipras bei der Basis seiner linken Partei Syriza sowie der rechtspopulistischen Anel-Partei um Zustimmung zum neuen Sparpaket geworben. Die beiden Parteien bilden die Regierungskoalition.

"Wir protestieren gegen die strenge Sparpolitik, die hohe Besteuerung und die Arbeitslosigkeit", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der größten Gewerkschaftsverbände des privaten und staatlichen Bereichs, GSEE und ADEDY.

Tsipras zeigte Verständnis für die Empörung der Bürger, rief sie aber zur Geduld auf. Der Ausweg aus der Finanzkrise werde noch dauern, und die Verbesserung werde stufenweise und nicht von heute auf morgen kommen, hatte Tsipras am Dienstag im Fernsehen gesagt.

Das dritte Hilfspaket für Griechenland seit 2010 in Höhe von bis zu 86 Milliarden Euro läuft im August 2018 aus. Athen hofft, bis dahin das nötige Vertrauen an den Finanzmärkten zurückgewonnen zu haben, um sich wieder eigenständig Kapital am Markt beschaffen zu können.

eaz/dpa/Reuters



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