Wahl in Griechenland Syriza will Oligarchen entmachten

Diese Kampfansage wird auch im Ausland gern gehört: Die griechische Linke Syriza will den Einfluss der Oligarchen in Athen beschneiden. Das sei eine der obersten Prioritäten nach einem Wahlsieg.

Syriza-Chef Alexis Tsipras: Oligarchen ganz oben auf der Agenda
AFP

Syriza-Chef Alexis Tsipras: Oligarchen ganz oben auf der Agenda


Athen - Alexis Tsipras und seine linksradikale Partei Syriza legen sich vor der Parlamentswahl in Griechenland mit der Elite ihres Landes an. Sollte Syriza am 25. Januar gewinnen, sei eines der obersten Ziele der Partei, den Einfluss der Oligarchen auf das politische und wirtschaftliche Geschehen des Landes zu beschneiden, sagte Giorgos Stathakis der "Financial Times". Stathakis wird im Falle eines Wahlsiegs von Syriza als Entwicklungsminister gehandelt.

"Die Oligarchen stehen weit oben auf unserer Agenda", sagte Stathakis der britischen Zeitung. Damit sind einflussreiche Geschäftsleute Griechenlands gemeint, die große Teile der Wirtschaft kontrollieren - auch dank ihrer engen Verbindungen in die Politik.

Mit seiner Äußerung dürfte der Wirtschaftssprecher Syrizas erneut Unruhe auslösen, dieses Mal aber vor allem innenpolitisch. Europaweit wird seit Tagen über einen möglichen Wahlsieg Syrizas heftig diskutiert, weil das Linksbündnis den von den internationalen Gläubigern auferlegten Sparkurs ablehnt. Die Pläne haben Spekulationen über einen Austritt Athens aus der Eurozone neu entfacht.

Die Kampfansage an die Oligarchen dürfte aber sowohl bei der griechischen Bevölkerung als auch bei den EU-Partnern gut ankommen. Die Superreichen stehen für Korruption und Steuerhinterziehung und werden für den Reformstau in Athen mit verantwortlich gemacht. Jahrzehntelang konnten sie unbehelligt vom Fiskus Milliardenvermögen in Griechenland anhäufen. Alle Versuche, ihre Macht einzuschränken, sind bisher gescheitert.

Zuletzt sollte ein Generalsekretär für öffentliche Einnahmen im Finanzministerium die Steuerverwaltung revolutionieren und auch die Elite mit den guten Verbindungen besteuern. Auf Druck der internationalen Geldgeber war dieser Posten eines obersten Steuerfahnders geschaffen worden. Doch musste er im vergangenen Sommer seinen Posten vorzeitig räumen.

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insgesamt 54 Beiträge
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Waldpinguie 07.01.2015
1. Syriza will.....
Bekanntlich wollen Politiker in Griechenland so manches vor einer Wahl. Mit dem Finger auf eine Gesellschaftsschicht zu zeigen mag kurzfristig populär sein.
veloopity 07.01.2015
2.
heute morgen sagte das Radio wieder, daß Griechenland Gefahr laufe, den "Reformkurs zu beenden". Mir scheint eher, daß hier endlich eine wirkliche Reform angedacht ist - eine, die nicht die Bevölkerung weiter ausblutet, sondern eine, die sich die Blutsauger vornimmt, die das eigentliche Problem sind
Banause_1971 07.01.2015
3. Kuhhandel?
Ich entmachte die Oligarchen, im Gegenzug muss die EU den Schuldenschnitt hinnehmen?!? Totaler Unsinn, denn die Reichen und Mächtigen haben ihr Geld doch schon lange im Ausland in Sicherheit gebracht. Für mich ist das mal wieder der lächerliche Versuch, die Menschen zu veräppeln.
RalfHenrichs 07.01.2015
4. Richtig
Syriza entwickelt sich immer mehr zu einer Hoffnung für ganz Europa. Jeder dem Europa ein echtes Anliegen ist, muss den Daumen drücken, dass die Griechen intelligent und damit Syriza wählen.
Icestorm 07.01.2015
5. Richtig so!
Erstmal den eigenen Laden ausmisten, bevor man die Geldgeber verprellt. Dann aber auch die andere Seite anschaun, die Gewerkschaften, dank denen bspw. Forstarbeiter "Frischluftzuschlag" erhielten, also fürs Arbeiten gemäß ihres beruflichen Profils draußen im Forst.
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