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Schuldenstreit mit Griechenland: Treffen der Euro-Finanzminister endet ohne Einigung

Demonstranten vor dem Parlament in Athen: EU und Griechenland wollen weiter zusammenarbeiten Zur Großansicht
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Demonstranten vor dem Parlament in Athen: EU und Griechenland wollen weiter zusammenarbeiten

Die Euro-Finanzminister konnten sich in Brüssel nicht auf ein Konzept für den Weg aus der Schuldenkrise einigen. Griechenlands Finanzminister Varoufakis unterschrieb eine gemeinsame Erklärung nicht. Er will sich erst mit Athen beraten.

Brüssel - Im Schuldenstreit haben die neue griechische Regierung und die Euro-Finanzminister nach mehr als sechsstündigen Beratungen keine Einigung erzielt. Sie erstellten zwar einen Entwurf für eine gemeinsame Erklärung, doch der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis bestand darauf, erst mit seinen Parteikollegen in Athen zu sprechen, bevor er dieser zustimmt.

Laut der Nachrichtenagentur dpa zog Varoufakis seine Zustimmung überraschend zurück, nachdem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble das Treffen verlassen hatte. Schäuble wollte einen Rückflug nach Berlin erreichen. Die Verhandlungen sollen nun Montag nächster Woche fortgesetzt werden.

"Wir brauchen etwas mehr Zeit", sagte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem. Es sei die Möglichkeit einer Verlängerung des Hilfsprogramms besprochen worden: "Wir sind aber noch nicht zu einer Schlussfolgerung gelangt." Ursprünglich sollten Experten der EU-Institutionen schon von Donnerstag an in Athen mit der griechischen Regierung sprechen.

Der griechische Finanzminister habe bei dem Krisentreffen in Brüssel keine schriftlichen Vorschläge präsentiert, sondern nur mündlich über mögliche Lösungen referiert, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Das habe bei den anderen Finanzministern für Erstaunen gesorgt. Zuvor hatten unter anderem Dijsselbloem und Schäuble betont, dass man auf Vorschläge der griechischen Seite warte.

Mehreren Diplomaten zufolge bestand die Herausforderung des Krisentreffens darin, eine gemeinsame Erklärung so zu formulieren, dass die griechische Regierung sie in der Heimat als Beweis präsentieren kann, dass die Vereinbarungen mit den Geldgebern aufgekündigt worden seien, sie zum anderen aber auch als Pakt gilt, mit dem das Land vor finanziellem Chaos bewahrt werden kann. Das aktuelle Hilfsprogramm läuft am 28. Februar aus.

Die Fronten sind verhärtet, weil Deutschland und andere Länder der Euro-Zone auf der Umsetzung der vereinbarten Reformen pochen, die von der neuen linksgerichteten Regierung in Athen aber ebenso abgelehnt wurden wie eine Aufsicht von der sogenannten Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF).

In Griechenland demonstrierten unterdessen Tausende Menschen für ein Ende der harten Sparprogramme. Viele Demonstranten waren Anhänger der neuen Regierung unter Ministerpräsident Alexis Tsipras. "Wir stehen mit unserer Teilnahme hier der Regierung bei, die für die Rechte des Volkes kämpft", sagte eine Demonstrantin.

isa/vet/dpa/Reuters

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1. Lieber ein Ende mit Schrecken...
geschmid 12.02.2015
... als eine Fortführung dieser Farce. Diese Herrschaften haben sich mit gefälschten Bilanzen die Mitgliedschaft in der EU ergaunert, nehmen Darlehen über Darlehen ohne einen echten Willen, die Milliarden jemals zurückzuzahlen. Dann beleidigen sie noch die Darlehensgeber und schlagen nach der Hand, die sie füttert. Und Frau Merkel wird immer und immer wieder mit nationalsozialistischen Uniformen und Symbolen geschmückt bei Demonstrationen und in der Boulevardpresse beleidigt. Leute, was ist los mit euch? Wie lange müssen wir dieses Trauerspiel noch über uns ergehen lassen? Wer braucht denn hier bitteschön wen?
2. Vereinbarungen mit Griechenland haben sich
demokroete 12.02.2015
in den Jahren zuvor auch nicht bewährt. Erst sind sie duch Betrug in den Euro gelangt und nun halten sie sich nicht an bereits geschlossene Vereinbarungen. Für Griechenland kommt nur noch der Rausschmiss in Frage. Keinen weiteren Euro mehr in das Fass ohne Boden !
3. Griechen spinnen
Bio4Life 12.02.2015
Die Griechen sollten einfach eine gute Regierung wählen, die ausreichend Steuern von den Reichen eintreibt, damit die Armen nicht so leiden müssen. Was glauben die Griechen wie das in 27 anderen EU-Staaten oder sonst in der Welt funktioniert? Die Griechen sind offenbar nicht in der Lage, eine Demokratie zu leben. Wenn sie die falschen Politiker immer und immer wieder wählen, haben sie keine Chance. Aber Deutschland will doch garnichts von Griechenland. Ich bin für eine komplette, endgültige Abtrennung von Griechenland von der EU für mind. 100 Jahre. Grenzen dichtmachen, dann können auch keine Russen sich einen EU-Paß kaufen und den Deutschen und Österreichern die Ferienhäuser wegkaufen.
4. Na bitte geht doch ;-)
Sal.Paradies 12.02.2015
Alles wie gehabt, wie bekommen eine "politische" Lösung, was bedeutet, dass in den Medien alle als Gewinner verkauft werden, in Wirklichkeit aber alle verlieren. Es gibt ein SYRIZA-Programm "light" und einen Schuß Schäuble "taff", während Mutti im geheimen ein "Spezialpaket" schnürt, damit der deutsche Michel zur Primetime in den nächsen Wochen keine Hungerbilder aus Athen ertragen muss !! Ich persönlich bin überzeugt, dass Griechenland mit keinem Kompromiss langfristig existieren kann. Für mich als Aussenstehenden sagt es sich natürlich leicht anzuraten, Tsipras soll die Reissleine ziehen, aber wenn Tsipras/Varoufakis ihre eigenen Aussagen ernst nehmen, dann können sie gar nicht einfach so weiter machen. Tja, mal gucken was die Woche noch so bringt....
5. Was gibt es da zu demonstrieren?
andy007 12.02.2015
Zahlt die neue Regierung einfach Ihre Rechnungen aus der eigenen ( leeren) Tasche. Wenn dann bei den neu eingestellten Beamten nix ankommt wundert das niemand.
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Fläche: 131.957 km²

Bevölkerung: 10,858 Mio.

Hauptstadt: Athen

Staatsoberhaupt:
Prokopis Pavlopoulos

Regierungschef: Alexis Tsipras

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