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Schuldenkrise: Griechischer Finanzminister vergleicht Troika-Handeln mit CIA-Folter

Finanzminister Varoufakis: "Kurz vor dem Herzstillstand" Zur Großansicht
DPA

Finanzminister Varoufakis: "Kurz vor dem Herzstillstand"

Giannis Varoufakis beharrt auf einem Schuldenschnitt für Griechenland - und vergleicht im SPIEGEL-Interview die Methoden der Troika mit dem Waterboarding: Kurz vor dem Herzstillstand dürfe man kurz atmen, "dann drückt man uns wieder unter Wasser."

Hamburg - Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis erhebt schwere Vorwürfe gegen die ausländischen Gläubiger des Landes. Den von der Troika aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds nach Griechenland entsandten Vertretern warf er vor, sein Land sprichwörtlich unter Wasser zu drücken. "Kurz vor dem Herzstillstand wird uns gestattet, ein paar Atemzüge zu nehmen. Dann drückt man uns wieder unter Wasser, und alles geht von vorn los", sagte Varoufakis dem SPIEGEL in einem Interview. (Lesen Sie hier das vollständige Interview im neuen SPIEGEL.)

Zwar handele es sich bei den Beamten der Troika um anständige Leute, doch ihr Auftrag richte großen Schaden an: "Es gab auch bei der CIA sehr gute Menschen, die gegen ihren Willen beim Waterboarding eingesetzt wurden und sich deshalb in einem schrecklichen moralischen Dilemma befanden", sagte Varoufakis.

Von der Bundesregierung verlangt er weiterhin, einem Schuldenschnitt für Griechenland zuzustimmen. "Jeder weiß, dass Griechenland seine derzeitige Schuldenlast ohne einen neuen Vertrag niemals wird tragen können", sagte er in dem am Donnerstag autorisierten Gespräch mit dem SPIEGEL. "Ich verstehe, dass die Bundesregierung das Wort 'Schuldenschnitt' vermeiden will. Tatsächlich aber wäre ein solcher besser und am Ende für die Gläubiger sogar günstiger als eine Verlängerung der Kredite."

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 168 Beiträge
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1. Lasst sie doch endlich gehen...
dschmi 13.02.2015
Griechenland war nie bereit für den Euro und wird es auch nie sein... Gestern kam ne tolle Doku über Griechenland... Selbst In Rumänien gibs bis heute weniger Korruption und Behördenwillkür... Und jede Milliarde die dort versenkt wird ist reine Verschwendung
2. Och, wie traurig!
EuroLoser 13.02.2015
Der Arme...warum lässt er sich das gefallen? Da hält sich mein Mitleid sehr in Grenzen.
3.
Mr Bounz 13.02.2015
Treffender vergleich! Denn die Troika (CIA) weiß ja auch vorher schon was Sie von Griechenland (Terrorverdächtigen) hören will und setzt die ökonimischen Daumenschrauben (Daumenschrauben) an!
4. Ja diese Levantiner!
hansulrich47 13.02.2015
Schräge Vergleiche sind wohl 'ne griechische Spezialität. Vielleicht sollte Varoufakis es mal mit konkreter Arbeit statt bizarrem Reden versuchen? Aber der Professor doziert wohl lieber ....
5.
Aquifex 13.02.2015
Irgendwie bin ich für die Hochfinanz zu dumm, zu naiv oder auch beides. Ist die Argumentation jetzt ernsthaft "*lach*...schaut mal...daß wir das alles nicht zurückzahlen können war doch jedem immer schon klar ...*lächel* ...wie dumm müßt Ihr sein, das geglaubt zu haben und immer noch zu glauben...und habt uns immer weiter Geld gegeben...also zahlen wir das doch nicht *grins*. Da könnt Ihr doch logischerweise nur zustimmen...!" ? In meiner Welt funktioniert sowas nicht. Irgendwo muß ich doch einen kapitalen Denkfehler haben. Entweder sind solche "Geschäfte" völlig normal, dann kann man sich die ganze Diskutiererei jetzt auch sparen und streicht Griechenlands Schulden (die der anderen Länder und alle, die ich privat aufhäufe auch! "Freigeld" für alle!), oder es ist nicht normal und dann läßt man Griechenland wie jeden anderen Gläubiger auch auflaufen. Was soll das Ge-Eirere jetzt? Was ist denn jetzt anders als vor fünf Jahren? ..und was ist in den fünf Jahren passiert?
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