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Eurostat-Zahlen: Griechenland verringert kurzzeitig Schuldenstand

Euromünze: 10,9 Milliarden Euro an den EFSF zurückgezahlt Zur Großansicht
DPA

Euromünze: 10,9 Milliarden Euro an den EFSF zurückgezahlt

Zunächst scheint die Nachricht positiv: Griechenlands Schulden sind laut Statistikern im ersten Quartal 2015 um 8,3 Prozentpunkte gesunken. Das liegt allerdings weniger an wirtschaftlicher Erholung.

Wie das Statistikamt Eurostat mitteilte, lag die Gesamtverschuldung des griechischen Staats im ersten Quartal 2015 bei 168,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und damit 8,3 Prozentpunkte unter dem Wert vom Schlussquartal des Vorjahres. Allerdings hat dies einen simplen Hintergrund - nämlich die Rücküberweisung ungenutzter Mittel für die Stützung griechischer Banken an den Euro-Rettungsfonds EFSF.

Die Rückzahlung im Februar gehörte zur Vereinbarung über die Verlängerung des zweiten griechischen Hilfsprogramms bis Ende Juni. Athen musste damals 10,9 Milliarden Euro, die noch im griechischen Bankenhilfsfonds HFSF lagen, an den europäischen Rettungsfonds EFSF zurückgeben. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte damals verlangt, die Gelder dem unmittelbaren Zugriff der Ende Januar ins Amt gekommenen Regierung unter Alexis Tsipras zu entziehen.

Abgesehen von diesen 10,9 Milliarden Euro sei der Rest der Schuldenverringerung "fast ausschließlich" durch Rückzahlungen von Krediten an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zustande gekommen, sagte eine Eurostat-Sprecherin. Eurostat zufolge verringerten sich Griechenlands Schulden in absoluten Zahlen vom letzten Quartal 2014 zum ersten Quartal 2015 um 15,5 Milliarden Euro auf insgesamt 301,5 Milliarden Euro.

Seit Beginn des Jahres ist die Wirtschaft Griechenlands weiter eingebrochen, das Land hatte auch Kredite nicht zurückzahlen können. Deshalb ist auch die Schuldenlast Griechenlands im Verhältnis zum BIP noch immer die höchste in der EU ist. Der IWF sieht Griechenland nicht in der Lage, die Schulden jemals aus eigener Kraft zurückzuzahlen und fordert deswegen auch einen Schuldenschnitt.

Im Schnitt stieg sowohl in der Eurozone als auch in der EU die Gesamtverschuldung: Für die 19 Länder der Währungsunion erhöhte sich die Verschuldung um 0,9 Prozentpunkte auf 92,9 Prozent des BIP, in den 28 EU-Staaten um 1,3 Punkte auf 88,2 Prozent.

Etwas haben Griechenland und Deutschland hier gemeinsam: Wie bei dem griechischen Sorgenkind ging auch in Deutschland die Verschuldung zurück - wenn auch nur um 0,5 Punkte auf 74,4 Prozent der Wirtschaftsleistung.

kpa/AFP

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insgesamt 95 Beiträge
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1.
alsterherr 22.07.2015
Woher kam denn das Geld, diese Schulden zurückzuzahlen?
2.
thompnkw 22.07.2015
Mal abgesehen von Statistiken,denen selbst die Verfasser nicht trauen,spricht dies ja wohl für ein Versagen deutscher Finanzpolitik,bzw.des deutschen Finanzministers. Wie lange ist doch gleich die griechische Regierung im Vergleich zur deutschen im Amt?
3.
thetruetoday 22.07.2015
Spiegel online vergleicht Äpfel mit Birnen.
4. Quatsch
hanfiey 22.07.2015
Die Ela-Kredite sind im gleichen Zeitraum genau um diese Summe gestiegen. das ist schönrechnen nach Griechischer Art.
5. Buchhalter- Hütchenspieler-Tricks
galbraith-leser 22.07.2015
Es hat sehr lange gedauert, das Land in die Schulden zu reiten, es wird ein noch viel längerer Ritt zurück. Und praktisch fängt der Ritt erst an - ob die Griechen wirklich den Weg finden, darf bezweifelt werden. Mit frischen Krediten die Schulden bei IWF und EZB zurückzuzahlen, ist keine nachhaltige Lösung und kein Weg aus der Krise. Und nur weil man Gelder, die einem nicht zustehen wieder zurückgibt, kommt man auch noch nicht weiter. Erst wenn der griechische Staat mehr einnimmt als er ausgibt UND die Wirtschaft wächst, ist ein erster Silberstreif am Horizont sichtbar. Vorher bleibt es zappenduster.
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