Sechsmonatsbilanz Griechenlands Wirtschaft rutscht in die Rezession

Gerade erst erzielte Griechenland mit seinen Gläubigern Einigkeit über ein neues Sparpaket. Nun wird bekannt: Die Wirtschaft des Landes ist in den vergangenen zwei Quartalen geschrumpft.

Parlament in Athen
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Parlament in Athen


Rückschlag für die griechische Regierung: Die Wirtschaft des Landes ist in die Rezession zurückgefallen. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte von Januar bis März um 0,1 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt Elstat in einer ersten Schätzung mitteilte.

Im vierten Quartal 2016 war das Bruttoinlandsprodukt von Europas Sorgenkind sogar um 1,2 Prozent zurückgegangen. Ökonomen sprechen bei zwei aufeinanderfolgenden Minus-Quartalen von einer Rezession.

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Die EU-Kommission hat erste vorige Woche ihre Wachstumsprognose 2017 für das Land auf 2,1 von zuvor 2,7 Prozent gesenkt. Sie begründete dies unter anderem mit der Unsicherheit rund um das Reformpaket, mit dem die internationalen Gläubiger das Land wettbewerbsfähiger machen wollen. Die griechische Regierung geht bei einem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen davon aus, die Wachstumsprognose der EU-Kommission zu übertreffen.

Nach sechsmonatigen Gesprächen wurde vorige Woche eine Einigung erzielt über die Reformen, die Athen in den kommenden Jahren umsetzen soll, um weiterhin frisches Geld zu bekommen. Die Euro-Finanzminister beraten am 22. Mai darüber, ob die aktuelle Reformüberprüfung abgeschlossen werden kann und Griechenland damit weitere Gelder aus dem Hilfspaket erhält.

man/Reuters

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zockelbär 15.05.2017
1. Zum Glück wurde nicht mehr das Adverb
Ausgepresste Zitronen geben nun mal keinen Saft.Bis zur nächsten Bundestagswahl wird sowieso nichts grundlegendes passieren.Danach wäre es schön wenn die neue deutsch-französische Achse mal nicht auf ihre Banken schauen würde sondern mal einen Plan vorlegen würde.
exilator_ 15.05.2017
2. Wirtschaftskrieg
So muss man die Austeritätsforderungen Deutschlands bezeichnen, denn politisch und wirtschaftlich macht sie absolut keinen Sinn. Politisch stellt man sich damit ins Abseits und wirtschaftlich beweist man Dummheit, denn jedes Erstsemester lernt, dass bereits Irving Fisher 1929 wissenschaftlich ausuntersucht hat, dass Sparne von Staaten in noch grösserer Verschuldung endet. Wer sparen will, und das weiss jede schwäbische Hausfrau, muss zuerst investieren, sowohl im Privaten als auch im staatliche Umfeld. Wer viel in Bildung investiert, der verdient soviel, dass er davon sparen kann. Wer viel in Infrastruktur investiert, befördert die Wirtschaft und bekommt mehr Steuern die gespart werden können, und zudem stehen einer eventuellen Verschuldung Werte, nämlich Strassen, Schulen etc als Gegenwert zur Verfügung. Wer aus der Substanz spart, und das will die deutsche Austeritätspolitik, der begeht langsam wirtschaftlichen und finanziellen Selbstmord.
hummer44 15.05.2017
3. Klarer Fall von
Insolvenzverschleppung trotz oder gerade wegen der permanenten EU-Staatsfinanzierung, die letztlich nur in den Taschen der Banken landet.
matbhmx 15.05.2017
4. Von wem stammen eigentlich ...
... die ganzen statistischen Zahlen über die Wirtschaft Griechenlands? Etwa von derselben griechischen Einrichtung, die gefakete Zahlen über die Haushaltslage und Wirtschaftskraft Griechenlands lieferte, um Griechenland in den Euro zu bringen? Ich behaupte Mal, dass wir, die deutschen Wähler, Mal wieder in einer konzertierten Aktion mit Rücksicht auf die anstehende Bundestagswahl ganz gepflegt verar...t werden sollen! Pünktlich nach der Bundestagswahl wird sich dann zeigen, dass Griechenland wieder dieselben Probleme wie in der Vergangenheit hat und wir kräftig nachschießen dürfen!
Graphite 15.05.2017
5. das passiert
das passiert wenn durch die EU der Griechenland-Ausverkauf vorangetrieben wird. Die EU-Hilfen giengen fast komplett zurück an Banken. Und der Verkauf von Staatseigentum hat noch keine Regierung auf lange sicht reich gemacht!
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