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Krise in Griechenland: Ex-Premier Papandreou fordert Euro-Referendum

Die Griechen sollen über ihre Mitgliedschaft in der Eurozone abstimmen: Dieser Plan von Georgios Papandreou scheiterte einst am Widerstand von Deutschland und Frankreich. Nun wirbt der Ex-Premier in einem Zeitungsbeitrag erneut für die Idee.

Ex-Premier Papandreou: "Die Realität anerkennen" Zur Großansicht
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Ex-Premier Papandreou: "Die Realität anerkennen"

Griechenlands früherer Premierminister Georgios Papandreou hat sich für ein Referendum über Griechenlands Mitgliedschaft in der Eurozone ausgesprochen. In einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) schreibt Papandreou, eine Volksabstimmung hätte schon zu seiner Zeit als Regierungschef eine Wende herbeiführen können.

Papandreou wollte 2011 über die Euro-Rettungsprogramme abstimmen lassen, gab das Vorhaben aber nach heftigen Widerstand von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem damaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy auf. Sarkozy sagte damals unter anderem: "Wir lassen uns den Euro nicht kaputtmachen." Wenige Tage später trat Papandreou zurück.

Nach Ansicht von Papandreou wäre eine Abstimmung aber sinnvoll. "Erstens hätte ein Referendum einen Konsens in der griechischen Gesellschaft über die Notwendigkeit von Strukturreformen hergestellt. Anders als in Portugal oder Irland gab es einen solchen Konsens in der politischen Elite Griechenlands nicht. Vielmehr wurden die Reformen von allen anderen Parteien und Interessengruppen vehement abgelehnt."

Ein Referendum, so Papandreou, würde alle Griechen zwingen, "eine Wahl zu treffen, die Realität anzuerkennen und ihrer Verantwortung gerecht zu werden". Zudem ließe sich durch eine Zustimmung der Griechen zur Reformpolitik in einem Referendum die Diskussion über einen "Grexit" beenden.

Papandreou deutet in dem Beitrag auch an, dass die Regierung des derzeitigen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras sich gezwungen sehen könnte, ein Referendum anzuberaumen, da sie im Wahlkampf zu viel versprochen habe und nun ein frisches Mandat benötige, um ein Abkommen mit den Gläubigern umzusetzen. "Ein solches Referendum wäre zu begrüßen - allerdings nur dann, wenn die Regierung den Mut findet, bei der Bevölkerung für eine Zustimmung für das zu werben, was sie mit der EU aushandeln kann."

Der langjährige Chef der sozialistischen Pasok hatte sich kurz vor der Parlamentswahl im Januar von seiner Partei getrennt und war mit dem neu gegründeten Kidiso-Bündnis angetreten. Dieses scheiterte jedoch an der in Griechenland gültigen Drei-Prozent-Hürde.

dab

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insgesamt 86 Beiträge
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1. Abstimmen
geisterfahrerii 04.05.2015
Ach wäre das schön, wenn wir auch mal darüber abstimmen dürften, ob wir in diesem Konstrukt verbleiben wollen. Aber ich bin mir sicher, dass unsere Regierenden Angst haben vor dem Ergebnis.
2. Ich bin auch für ein Referendum
lemmy01 04.05.2015
Ich bin auch für ein Referendum: Und zwar bei den Bürgern der Euro-Staaten über den Verbleib Griechenlands im Euro.
3. Griechenland entscheidet ?
wunni2010 04.05.2015
Was wollen die Griechen denn entscheiden , wer ihnen weiter Geld leiht oder wer ihre Schulden zurückzahlt ? Das sind doch politische Tricks die wieder zu irgendwelchen Interpretationen führen werden . Wo kommt das Geld für die Abstimmung her ?
4. Vernünftig
migimore 04.05.2015
Manchmal habe ich den Eindruck wir werden von kleinen Narzisstischen Kindern regiert. es wird Zeit das nicht nur die Griechen, sonder wir alle uns nicht so bevormunden lassen. die Meinung des Volkes ist immer wichtig, und ich hoffe dass unsere Politiker es irgendwann verstehen, denn die Verantwortung die sie haben, haben WIR, das Volk, ihnen anvertraut.
5. Nicht zu fassen ...
wolffm 04.05.2015
Das ist einer der Hauptverantwortlichen der sein Land ruiniert hat. Unfassbar, dass er sich in Athen überhaupt noch auf die Strasse trauen kann. Warum gibt die FAZ so einer Unperson noch Forum? Noch 2009 hat er sich als Ministerpräsident seines Landes hingestellt und behauptes es gäbe keinerlei Finanzprobleme. Da hatten in -und ausländische Experten längst Alarm geschlagen.
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Hauptstadt: Athen

Staatsoberhaupt:
Prokopis Pavlopoulos

Regierungschef: Alexis Tsipras

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