Proteste in Athen Griechenlands Staatsdiener streiken gegen Sparpläne

In Griechenland protestieren die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes gegen die vereinbarten Massenentlassungen. Regierungschef Samaras ruft die Bürger auf, die Reformpläne einzuhalten - und fordert von seinen Ministern, möglichst wenig Urlaub zu nehmen.

Streikende Beschäftigte in Athen: Gegen Entlassungen
REUTERS

Streikende Beschäftigte in Athen: Gegen Entlassungen


Athen - Die griechischen Staatsbediensteten haben am Freitag den zweiten Tag in Folge gegen bevorstehende Massenentlassungen im öffentlichen Dienst protestiert. Tausende Angestellte in und um Athen legten für 24 Stunden die Arbeit nieder. Am Vortag hatten sie bereits für vier Stunden gestreikt.

Am Vormittag versammelten sich mehrere Hundert Staatsbedienstete vor dem Ministerium für Verwaltungsreform. Die Beteiligung lag aber nach Schätzungen von Medien unter den Erwartungen der Gewerkschaft Bis Ende 2014 sollen auf Druck der internationalen Gläubiger 15.000 Staatsbedienstete gehen, 4000 davon noch in diesem Jahr. Weitere 25.000 Beamte und Angestellte müssen mit einem Verlust ihrer Jobs rechnen, sollte der Staat in den nächsten acht Monaten keine andere Stelle für sie finden.

Unbeeindruckt von den Protesten setzt Regierungschef Antonis Samaras seine Reformpolitik fort. "Ich fordere (von Euch) Arbeit und die Einhaltung der Programme", sagte Samaras bei einer Sitzung seines Ministerrates am Vorabend. Wie es aus seinem Büro am Freitag weiter hieß, will Samaras keine offenen Themen haben, wenn Vertreter der Geldgeber im September wieder zu einer Kontrolle nach Athen kommen.

Wie die Nachrichtenagentur dpa aus Kreisen des Finanzministeriums berichtet, habe Samaras seine Minister aufgefordert, "so wenig wie möglich Urlaub" in diesem August zu nehmen, um alle offenen Fragen zu regeln.

stk/dpa

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insgesamt 31 Beiträge
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Spiegelkritikus 02.08.2013
1. Sommersiesta
Zitat von sysopREUTERSIn Griechenland protestieren die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes gegen die vereinbarten Massenentlassungen. Regierungschef Samaras ruft die Bürger auf, die Reformpläne einzuhalten - und fordert von seinen Ministern, möglichst wenig Urlaub zu nehmen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenlands-staatsdiener-streiken-gegen-sparplaene-a-914484.html
Erstaunlich, dass sich noch ein paar Staatsdiener in Athen aufhalten, die meisten sind seit Anfang Juli im langen Urlaub am Meeresstrand. Aber ohne Nord-Geld keine Siesta, deshalb sich einige zum Demonstrieren abkommandiert, die Quellen müssen schliesslich weiter sprudeln. Man darf gespannt sein, wann Griechenland den ersten Beamten entlässt, ohne gleich zwei neue dafür einzustellen. Solange die Troika beide Augen zudrückt, wird der Beamtenapparat nicht schrumpfen. Die Griechen hängen eben an ihren sicheren und gut bezahlten Jobs beim Staat.
spreepirat 02.08.2013
2. Die entlassenen Beamten kommen alle zurück
Laut griechischer Verfassung ist eine Entlassung von Beamten so gut wie unmöglich. Deshalb: Entlassene werden klagen und sitzen zwei Jahre später, mit Nachzahlung der Bezüge, wieder auf ihren alten Stellen. Es wäre besser, mit der Troika ein niedrigeres Budget für die Staatsbediensteten zu definieren und die Bezüge entsprechend zu kürzen. Und einen Großteil des eingesparten Geldes für eine Verbesserung der Lebensverhältnisse der anderen 75% Erwerbstätigen, die von der Staatsbedienstetenclique bis auf Blut ausgesaugt werden, zu verwenden.
pepe_sargnagel 02.08.2013
3.
Zitat von SpiegelkritikusErstaunlich, dass sich noch ein paar Staatsdiener in Athen aufhalten, die meisten sind seit Anfang Juli im langen Urlaub am Meeresstrand. Aber ohne Nord-Geld keine Siesta, deshalb sich einige zum Demonstrieren abkommandiert, die Quellen müssen schliesslich weiter sprudeln. Man darf gespannt sein, wann Griechenland den ersten Beamten entlässt, ohne gleich zwei neue dafür einzustellen. Solange die Troika beide Augen zudrückt, wird der Beamtenapparat nicht schrumpfen. Die Griechen hängen eben an ihren sicheren und gut bezahlten Jobs beim Staat.
Spalten Sie bitte nicht so! Es genügt völlig, dass in Deutschland Beamte gegen Arbeitslose gegen Rentner gegen Berufstätige hetzen. Ja selbst Raucher gegen Nichtraucher, Alt gegen jung oder reich gegen arm wird schön gegenseitig aufgehetzt! Euro-beführworter gegen Euro-Gegner sowieso! Spielen Sie das nicht mit und Deutschland wird wieder regiert werden müssen, statt zum Wohle weniger ausgebeutet. Würden Sie nicht auch -wie die ach so geschmähten Griechen auch- an ihrem sicheren und gut bezahlten Job hängen? Wenn Sie das mit "Nein" beantworten können, dann werfen Sie doch ruhig den ersten Stein. Aber seien Sie sich nur einer Sache bewusst: Sie werden einer verschwindend geringen Minderheit angehören!
det5904 02.08.2013
4. Man kann sich nur wundern
Zitat von sysopREUTERSIn Griechenland protestieren die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes gegen die vereinbarten Massenentlassungen. Regierungschef Samaras ruft die Bürger auf, die Reformpläne einzuhalten - und fordert von seinen Ministern, möglichst wenig Urlaub zu nehmen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenlands-staatsdiener-streiken-gegen-sparplaene-a-914484.html
das es lediglich bei Streiks bleibt. Ich weiß nicht, wie ich reagieren würde, wenn ich entlassen werden sollte, aber gleichzietig wüßte, daß diese kleine verbrecherische Oligarchie, welche fast das gesamte Volksvermögen geklaut und dieses Diebesgut ins Ausland verschafft hat ungeschoren davon kommen soll.
notorischernörgler 02.08.2013
5. Raus mit ihnen!
Wie kann es sein, dass Renten – Betrüger in Griechenland jahrelang Renten für ihre längst verstorbenen Angehörigen kassierten? Wie kann es sein, dass in Griechenland irgendwie keiner so richtig Steuern bezahlt? Wie kann es sein, dass der griechische Staat das billige Geld, das er jahrzehntelang aus Europa gekriegt hat, nicht investierte, sondern verprasste? Was wollen diese streikenden Beamten eigentlich, außer immer noch mehr Geld für immer weniger Leistung? Die Griechen hatten ihre Chance! Anstatt sie zu nutzen haben sie den Sorbas gegeben. Schmeißt sie endlich raus, aus der EU!
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