Schuldenkrise: Griechenlands Wirtschaft bricht erneut ein

Immer tiefer rutscht Griechenland in die Krise: Auch im laufenden Jahr soll die Wirtschaftsleistung massiv schrumpfen. Die Athener Notenbank rechnet mit einem Minus von 4,5 Prozent. Seit 2008 ist das Bruttoinlandsprodukt um ein Fünftel gesunken.

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AFP

Ausverkauf in Athen: Tiefe Wirtschaftskrise

Athen - Die Sorgen um Griechenland wachsen: Wegen harter Sparmaßnahmen und geringer Investitionen rechnet die Athener Notenbank damit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im laufenden Jahr erneut massiv schrumpft. Um rund 4,5 Prozent. Das Land hat bereits massiv an Wirtschaftskraft eingebüßt. Seit 2008 ist das BIP bereits um insgesamt 20,1 Prozent geschrumpft. Erst 2014 rechnet die Notenbank wieder mit einem leichten Plus.

Trotz aller Mühen um Einsparungen und Reformen hätten die Krisenländer Griechenland und Portugal kaum Fortschritt beim Umbau ihrer Wirtschaft gemacht, kritisiert die Forschergruppe "European Economic Advisory Group" (EEAG), der das Münchener Ifo-Institut angehört, in ihrem Jahresbericht.

Vor allem Griechenland habe sehr wenig getan, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. "Es gibt keinerlei Anzeichen einer Besserung - trotz der zuletzt positiveren Einschätzung der Finanzmärkte", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Die Forscher analysierten Gradmesser wie die Leistungsbilanz und die Preisentwicklung in den beiden Ländern. Von 2007 bis 2011 konnten Griechenland und Portugal demnach das Defizit in der Leistungsbilanz um einige Prozentpunkte reduzieren. Doch habe dies fast nur am Einbruch der Einfuhren gelegen und nicht an einem Zuwachs von Ausfuhren, der Wirtschaftswachstum bringen würde.

Wettbewerbsfähiger können die Krisenländer den Volkswirten zufolge nur werden, wenn sie intern abwerten - also Preise und Löhne senken. Gegenüber Deutschland als Messlatte gingen die Preise in Griechenland in den vergangenen fünf Jahren aber nur minimal zurück, während sie in Portugal sogar noch leicht zulegten. Die Lohnstückkosten gingen in Griechenland von 2007 bis 2011 zwar bei der Güterproduktion um sieben Prozent zurück, im Dienstleistungssektor stiegen sie aber um elf Prozent.

ssu/dpa

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insgesamt 30 Beiträge
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1. Wer ist davon überrascht?
dapmr75 25.02.2013
Nur vernebelte Drogenabhängige in EU, EZB und IMF kann die Information überraschen; Mathematik und ökonomische Logik kann man mit dem Prinzip Hoffnung und Ignorieren von Tatsachen nicht aushebeln. Griechenland wurde über Dekaden mit fremdem Geld in Konsum (keine Investitionen) aufgeblasen wie ein Ballon mit heisser Luft. Die entweicht jetzt langsam aber gründlich. Ich spüre ehrliches Mitgefühl für den einfachen Griechen, der unter dem langjährigen Betrug seiner Beamten und Politiker jetzt langfristig leiden muss. Leider werden die harten Anpassungen die Verursacher der Situation nicht betreffen.
2. optional
bierbremse 25.02.2013
Wann erkennt man endlich, dass es fuer Griechenland und die restliche Eurozone besser ist, den EURO verlässt. Die Löhne und Gehälter in GR müssten in der Tat im Vergleich zu Ländern Deutschland aber auch der Türkei drastisch fallen, um wettbewerbsfähig zu sein. Dies wird aber nicht passieren. Also wird Griechenland ohne Abwertung seiner Währung weiterhin am Tropf hängenbleiben. Ein Drama ohne Ende !
3. ... Griechenland ist auf einem guten Weg
falx 25.02.2013
bestätigten erst vor Kurzem unsere Bundeskanzlerin und unser Finanzminister. Haben sie sich geirrt oder was meinen sie damit?
4. Nö!
Inselbewohner 25.02.2013
Zitat von falxbestätigten erst vor Kurzem unsere Bundeskanzlerin und unser Finanzminister. Haben sie sich geirrt oder was meinen sie damit?
Die haben schon Recht, GR ist auf gutem Weg....in den Abgrund! Gibt es wirklich noch Menschen die glauben GR noch helfen zu können? Es gibt nur eine Möglichkeit. Die Griechen müssen sich selber helfen wir alle können etwas helfen aber einen kompletten Staat über Wasser zu halten ist ein Ding der Unmöglichkeit. Gruß HP
5. Querdenker sagt:
spon-facebook-10000120661 25.02.2013
es ist halt so wie mit den Umfragewerten, denn hinterher ist es doch immer schlimmer als gedacht. aber der Schäuble und Merkel sagen ja, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
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Bevölkerung: 11,305 Mio.

Hauptstadt: Athen

Staatsoberhaupt:
Karolos Papoulias

Regierungschef: Antonis Samaras

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