Schuldenkrise Griechische Steuerfahnder ermitteln gegen Mercedes, BMW und Opel

Griechische Steuerbehörden knöpfen sich Mercedes, BMW und Opel vor. Nach SPIEGEL-Informationen sind die Autohersteller wegen extrem niedriger Exportpreise ins Visier der Fahnder geraten. Die Unternehmen weisen die Vorwürfe zurück.

Exportautos in Bremerhaven: Mercedes S-Klasse für 22.135 Euro
REUTERS

Exportautos in Bremerhaven: Mercedes S-Klasse für 22.135 Euro


Deutsche Autohersteller sind ins Fadenkreuz der griechischen Steuerbehörden geraten: Nach SPIEGEL-Informationen ermitteln sie wegen möglichen Steuerbetrugs gegen Mercedes-Benz, BMW und Opel.

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Heft 52/2013
Woran glaubt der Mensch?

Anlass für die Untersuchungen sind extrem niedrige Verrechnungspreise, zu denen die deutschen Unternehmen ihre Fahrzeuge an die Vertriebsgesellschaften in Griechenland abgeben. Dieser Preis ist die Grundlage für eine Reihe von Steuern, je niedriger er ausfällt, desto geringer sind die Einnahmen des griechischen Staats, von der Mehrwertsteuer über die Registrierungsabgabe bis zur Luxussteuer. Mercedes-Benz stellt für eine S-Klasse (S 500 CGI Blue Efficiency) beispielsweise dem hauseigenen Importeur nur 22.135 Euro in Rechnung. Der Verkaufspreis liegt bei mehr als dem Vierfachen.

Theodoros Floratos, der Direktor der griechischen Behörde zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität (SDOE), sagte dem SPIEGEL: "Wir ermitteln gegen eine Reihe internationaler Automobilfirmen wegen möglicher Steuervergehen." Mercedes-Benz und BMW beteuern, die Verrechnungspreise basierten auf internationalen Steuerstandards. Sie stünden in Einklang mit den OECD-Regeln und dem europäischen Recht.

Grund für die niedrigen Verrechnungspreise sei der Einbruch des griechischen Automobilmarktes. Die Händler sollen durch die günstigen Einkaufspreise in die Lage versetzt werden, potentielle Kunden mit einem hohen Rabatt zu locken.



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insgesamt 58 Beiträge
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ofelas 20.12.2013
1. von beiden Seiten aufrollen
Mag seine Richtigkeit haben, Deutsche Steuerfahnder sollten alle Investitionen (Geld, Immobilien etc) in den letzten 10 Jahren nach Deutschland mit griechischen Eigentuemern untersuchen, ob diese im GR versteuert wurden. Das gleiche gilt natuerlich fuer andere auch...ich denke so an einige andere Laender
kenterziege 20.12.2013
2. Deutsche Hersteller haben schon...
Zitat von sysopREUTERSGriechische Steuerbehörden knöpfen sich Mercedes, BMW und Opel vor. Nach SPIEGEL-Informationen sind die Autohersteller wegen extrem niedriger Exportpreise ins Visier der Fahnder geraten. Die Unternehmen weisen die Vorwürfe zurück. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechische-steuerbehoerden-ermitteln-gegen-mercedes-bmw-und-opel-a-940196.html
....immer die verschiedenen europäischen Märkte mit unterschiedlichen Preisen beliefert. Prominente Beispiele sind die Preise in Portugal, die etwa 20% unter den deutschen Preisen vor Steuer lagen. Das war die Anpassung an die niedrigere Kaufkraft in diesem Land. Noch extremer waren die Preisreduzierungen in Dänemark. Nich etwa wegen der Kaufkraft sondern wegen der in der Nachkriegszeit zum schonen der Devisen eingeführten Kaufsteuer von ca. 100% des Fahrzeugpreises. Um dort trotz der hohen Kaufkraft überhaupt noch Autos absetzen zu können, haben die Deutschen ihre Netto-Preise (also vor allen Steuern) um ca. 30% reduziert. Das war dann die Grundlage für Reimporte, die die Hersteller unterbinden wollten aber lt. EU nicht durften. So, wenn BMW jetzt so preiswert in Griechenland verkauft, sollte man doch seinen BMW dort kaufen. Das ist erlaubt. Behindern das BMW und Co. Kann man sie in Brüssel anzeigen. Dafür gibt es empfindliche Strafen. Ich nehme mal an, die deutschen Hersteller wollen auch auf einer zweiten "schwarzen" Schiene nicht mehr Geld haben, was bei den extrem niedrigen Preisen eigentlich zu vermuten wäre, dann zahlen die Deutschen mit den überhöhten Preisen die Zeche. Fast in der ganzen Welt sind deutsche Autos preiswerter , als in Deutschland. Der Re-Import aus den USA wird durch technische Spielchen behindert. Der deutsche Autokäufer wird für dumm gehalten und ausgenommen, wie eine Weihnachtsganz.
geisterfahrerii 20.12.2013
3. Weshalb
Weshalb sollten Deutsche Firmen in Griechenland anständig ihre Steuern bezahlen? Das tut doch in Griechenland niemand. Das Geld kommt doch eh vom Deutschen Steuerzahler und wird per EU in Griechenland angeliefert.
syracusa 20.12.2013
4.
Zitat von geisterfahreriiWeshalb sollten Deutsche Firmen in Griechenland anständig ihre Steuern bezahlen? Das tut doch in Griechenland niemand. Das Geld kommt doch eh vom Deutschen Steuerzahler und wird per EU in Griechenland angeliefert.
Schade nur, dass wir die deutschen Nationalchauvinisten, Rechtspopulisten und sonstigen Volksverhetzer nicht gleich mitliefern können. Vermutlich liegt's daran, dass der Anteil des deutschen Steuerzahlers am Rettungspaket für die Griechen sogar noch geringer ist als der des italienischen Steuerzahlers.
hummel1 20.12.2013
5. Sehschwäche!
Im ersten Moment dachte ich an einen Aprilscherz. Also wenn ich Artikel zum Thema Misere in Griechenalnd richtig verfolgt habe dann entstand die doch zum Teil durch einen vogelwilden Umgang mit Staatsangestellten und anderen Korruptionsgeschichten. Kann mich noch gut daran erinnern, dass da Menschen Bezüge kassiert haben ohne einmal an ihrem Arbeitsplatz zu erscheinen. Hat man Angst vor einer Benachteiligung der eigenen Automarken? :-) Oder will man uns gleich zweimal und am besten noch öfter in die Tasche greifen? Man kann sich nur noch wundern oder wird von ganz oben dumm gehalten und gesteuert und alles ist ganz ander als man uns weiß machen will! Am Ende waren es die nicht gezahlten Steuern von BMW & Co die das Land in den Ruin trieb. Frage mich nur wer das zugelassen hat?
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