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Reformen: Griechische Wirtschaft schwächer als gedacht

Proeuropäischer Demonstrant in Athen (Archiv): Wirtschaft schwächelt Zur Großansicht
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Proeuropäischer Demonstrant in Athen (Archiv): Wirtschaft schwächelt

Die Geldgeber machen wegen der Reformen Druck, doch die griechische Wirtschaft schwächelt. Das Bruttoinlandsprodukt des Landes schrumpfte im dritten Quartal sogar stärker als gedacht.

Griechenland rutscht stärker in die Rezession als angenommen. Den aktuellen Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat zufolge ging die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 0,9 Prozent zurück. Im November waren die Statistiker bei vorläufigen Schätzungen noch von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,5 Prozent ausgegangen.

Das dritte Quartal eines jeden Jahres ist in Griechenland traditionell ein wichtiger Wirtschaftsindikator, weil dann die Ergebnisse der jeweiligen Tourismus-Saison zum Tragen kommen. Zum Vergleich: Im dritten Quartal 2014 hatte die griechische Wirtschaft Eurostat zufolge noch um 0,8 Prozent zugelegt.

Als verantwortlich für den Rückgang gelten unter anderem die Diskussionen über die Reformen, welche die griechische Links-rechts-Regierung den europäischen Partnern und Geldgebern im Frühjahr zugesagt hatte. Denn die drohende Pleite des Landes und die Diskussion über einen möglichen Grexit, also der Austritt aus der Eurozone, hielten Branchenbeobachtern zufolge viele Touristen von Urlaub in dem Land ab.

Doch auch die Reformen werfen weniger Geld ab als erhofft: Beim geplanten Verkauf von Staatsbesitz liegt Griechenland voraussichtlich unter den im Rettungsplan angepeilten Einnahmen, sagte der Chef der griechischen Privatisierungsbehörde, Stergios Pitsiorlas.

Rund drei Milliarden Euro sollen demnach 2016 eingenommen werden. Der Plan sehe allerdings 6,4 Milliarden Euro bis 2017 vor. Unter anderem der deutsche Flughafenbetreiber Fraport Chart zeigen will 14 Regionalflughäfen kaufen.

Die griechischen Banken dagegen benötigten bislang weniger Geld als im Rettungsprogramm vorgesehen. Das hatte Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras zuletzt veranlasst, auf die Unterstützung des ungeliebten Internationalen Währungsfonds (IWF) am kommenden Kreditpaket verzichten zu wollen - schließlich gaben bisher allein die europäischen Partner Geld.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) riet Griechenland davon allerdings ab. Es sei "nicht im griechischen Interesse", erneut an den getroffenen Vereinbarungen zu rütteln, sagte er. Er und die Euro-Gruppe insgesamt warnten das hochverschuldete Griechenland vor weiteren Verzögerungen bei den Reformen.

apr/dpa/Reuters/AFP

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insgesamt 32 Beiträge
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1. Schwächer als von wem gedacht?
joes.world 08.12.2015
Die Bevölkerung hat im Augenblick wenig Zeit, neben Geld verdienen, Steuern zahlen, sich mit der Flüchtlingskrise beschäftigen - auch noch mit Muttis vorletztem Flop auseinanander zu setzen. Aber das die Griechische Wirtschafts schwächer ist, als es uns die Regierung damals vorrechnete, als die nächsten Milliarden nach Griechenland gepumpt wurden - war schon einigen klar. Nicht wenigen klar. Nur halt nicht den Abgeordneten der SPD. Die in Kadergehorsam zu allem JA sagen, was Oppermann von ihnen fordert. Also das erwartete Fiasko. Merkel weiß im Augenblick nicht, was sie sich wünschen soll: dass weniger Flüchtlinge als bisher nach Deutschland kommen. Oder doch mehr. Womit sich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit nicht mehr auf Griechenland richten würde.
2.
brux 08.12.2015
Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass Griechenland pleite ist. Vielleicht sagt es jemand mal Frau Merkel.
3. Natürlich läuft es in Griechenland
ixfueru 08.12.2015
nicht so positiv, wie gedacht bzw. erhofft. Das liegt allerdings nicht nur an den Griechen sondern auch daran, dass die "Messlatte" ziemlich hoch lag bzw. die Ziele irrational waren. Mit Blick auf die letzten ca. 50 Jahre in Griechenland war nix anderes zu erwarten. Insofern wird die Anerkennung einer Pleite wohl näher rücken.
4. Schwächer als gedacht???
bonner85 08.12.2015
Es sollte heißen "schwächer als uns von den Politikern vorgegaugelt wurde". Eine wirkliche Überraschung ist dies nicht. Außer villeicht für unsere Gutmenschen aus der naiven linksradikalen Partei CDUSPDGRÜNELINKE...
5.
hugahuga 08.12.2015
na, wer hätte das gedacht?
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Fläche: 131.957 km²

Bevölkerung: 10,858 Mio.

Hauptstadt: Athen

Staatsoberhaupt:
Prokopis Pavlopoulos

Regierungschef: Alexis Tsipras

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