Erstmals seit der Finanzkrise Griechische Wirtschaft wächst deutlich

Die griechische Wirtschaft hat 2017 erstmals seit der Finanzkrise wieder deutlich zugelegt. Die EU-Kommission hatte sich dennoch mehr erhofft.

Touristen in Athen
AFP

Touristen in Athen


Erstmals seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09 ist die griechische Wirtschaft wieder deutlich auf Wachstumskurs. 2017 legte die Wirtschaftsleistung um 1,4 Prozent zu, wie das nationale Statistikamt Elstat mitteilte. Das ist das erste deutliche Plus seit neun Jahren. Nur im Jahr 2014 war die griechische Wirtschaft minimal gewachsen.

Doch das griechische Wachstumstempo ließ zum Jahresende deutlich nach: Im 4. Quartal wuchs das griechische Bruttoinlandsprodukt - im Vergleich zum 3. Quartal - nur noch um 0,1 Prozent.

Trotz Wachstums verfehlte die griechische Wirtschaft 2017 die Erwartungen des Finanzministeriums und der EU-Kommission. Beide hatten mit 1,6 Prozent gerechnet.

Für das laufende Jahr sind die Erwartungen optimistischer: Sowohl Athen als auch Brüssel trauen der Wirtschaft des Euro-Krisenlands 2018 ein Wachstum von 2,5 Prozent zu. Mit dem gleichen Wachstumstempo rechnet die EU-Kommission für 2019.

Bis die Wirtschaftskraft Griechenlands wieder das Vorkrisenniveau erreicht, wird indes noch viel Zeit vergehen: Aktuell liegt die Wirtschaftsleistung etwa ein Viertel hinter dem Jahr 2008 zurück.

Noch immer hohe Arbeitslosigkeit

Die tiefen Spuren der jahrelangen Krise zeigen sich vor allem am Arbeitsmarkt. Zwar ist die Arbeitslosigkeit nicht mehr so hoch wie vor drei, vier Jahren mit 25 bis 27 Prozent, sie liegt mit knapp unter 21 Prozent aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Zudem beruhen mehr als 60 Prozent der neu geschaffenen Jobs auf Teilzeit- oder Gelegenheitsarbeit.

Griechenland wird seit 2010 mit Milliardenhilfskrediten von Europartnern und IWF vor der Staatspleite bewahrt; im Gegenzug musste sich das ohnehin angeschlagene Land zu Reformen und harten Sparmaßnahmen unter anderem in das Sozialsystem verpflichten. Das dritte und bislang letzte Hilfsprogramm läuft im August 2018 aus.

Ministerpräsident Alexis Tsipras hofft, dass der griechische Staat sich dann wieder aus eigener Kraft Geld am Kapitalmarkt leihen kann. Nach Auffassung des IWF sind dazu allerdings weitere Schritte nötig, um die nach wie vor riesige Schuldenlast zu mildern. Diskutiert werden niedrigere Zinsen oder eine zeitlich gestreckte Tilgung.

hej/dpa-AFX



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