Großbritannien Bank of England rechnet mit sanftem Brexit

Die Rhetorik der britischen Regierung ist kämpferisch, Premierministerin May droht mit einem harten Brexit. Die Notenbank des Landes erwartet jedoch eine gütliche Einigung mit der EU.

Bank of England in London
AFP

Bank of England in London


Die britische Premierministerin Theresa May hat angekündigt, zur Not auch einen "harten Brexit" zu vollziehen - also eine Scheidung Großbritanniens von der EU im Zwist, ohne Abkommen, ohne Neuordnung etwa der Handelsbeziehungen.

Die Bank of England geht allerdings nicht davon aus, dass es so weit kommen wird. Zentralbank-Chef Mark Carney äußerte sich sogar zuversichtlich, was die anstehenden Brexit-Verhandlungen angeht.

Die Notenbank gehe von einem sanften Brexit mit einer Einigung zwischen Großbritannien und der Europäischen Union sowie einer Übergangsphase aus, sagte Carney. Man habe keine alternativen Prognosen für einen ungeordneten Brexit ohne Einigung erstellt.

Knapp einen Monat vor den Parlamentswahlen in Großbritannien hält die Notenbank zudem unverändert an ihrer lockeren Geldpolitik fest. Der Leitzins bleibe weiterhin auf dem historischen Tief von 0,25 Prozent, teilte die Bank of England (BoE) am Donnerstag in London mit. Die Währungshüter stellten gleichwohl eine mögliche künftige Straffung in Aussicht.

Die Notenbank hatte ihren Leitzins kurz nach dem Brexit-Votum vom Juni 2016 gesenkt. Ausschlaggebend waren Sorgen um die britische Wirtschaft, die das Votum jedoch bislang besser verkraftet hat , als erwartet. In den letzten Wochen gab es allerdings auch Zeichen der Schwäche. So sank die Produktion britischer Firmen zuletzt drei Monate in Folge.

beb/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.