Trotz mauen Wachstums Britische Firmen stellen kräftig Personal ein

Fast 200.000 neue Stellen und sogar wieder höhere Reallöhne: Der Arbeitsmarkt in Großbritannien hat sich in den ersten Monaten des Jahres überraschend gut entwickelt - trotz schlechter Konjunktur.

Kräne im Bankenviertel von London
AFP

Kräne im Bankenviertel von London


Die britische Wirtschaft wächst quasi nicht mehr, dennoch schaffen die Unternehmen viele Arbeitsplätze. In den ersten drei Monaten des Jahres stieg die Beschäftigtenzahl um 197.000, teilte das Statistikamt ONS mit. Seit Ende 2015 ist die Zahl der Stellen nicht mehr so stark gestiegen. Die Arbeitslosenquote betrug unverändert 4,2 Prozent, der niedrigste Wert seit dem Jahr 1975.

Zudem sind erstmals seit mehr als einem Jahr die Löhne wieder stärker gestiegen als die Inflation. Die Gehälter legten um 2,9 Prozent zu, nach Abzug der durchschnittlichen Preissteigerung im ersten Quartal verbleibt ein realer Kaufkraftgewinn von 0,2 Prozent. Das ist zwar sehr wenig, aber im Jahr 2017 waren die Reallöhne noch stets gefallen.

In Großbritannien sind die Verbraucherpreise seit dem Brexit-Referendum im Juni 2016 stark gestiegen. Eine Ursache dafür ist das schwache Pfund. Die britische Währung hat nach der Entscheidung für ein Verlassen der EU massiv an Wert verloren und verteuert so Importe. Dadurch mussten die Briten einen Verlust ihrer Kaufkraft hinnehmen, was wiederum den privaten Konsum hemmt.

Die Wirtschaft ist in den ersten drei Monaten des Jahres so langsam gewachsen wie seit mehr als fünf Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von Januar bis März lediglich um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Der Internationale Währungsfonds erwartet in diesem Jahr für Großbritannien ein Wachstum von 1,6 Prozent. Damit würde das Land nach vielen Jahren erstmals wieder hinter Frankreich zurückfallen. Zu Jahresbeginn legte die französische Volkswirtschaft um 0,3 Prozent zu.

fdi/dpa-AFX

TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.