Umfrage Große Mehrheit der Griechen für Verbleib in der Eurozone

Wer die kompromisslose Haltung der griechischen Regierung in den Verhandlungen mit den Gläubigerstaaten betrachtet, käme kaum auf die Idee: Aber die Griechen wollen unbedingt, dass ihr Land Mitglied der Eurozone bleibt.

Proteste im März in Athen: Stabile Mehrheit für Syriza
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Proteste im März in Athen: Stabile Mehrheit für Syriza


Griechenland außerhalb der Eurozone: Das konnten sich in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GPO im Januar schon 75,7 Prozent nicht vorstellen. Jetzt - einige Monate nach dem Regierungswechsel und enervierenden Verhandlungen mit den Vertretern der Gläubigerstaaten - haben die Demoskopen die Umfrage wiederholt. Ergebnis: dasselbe. 75,6 Prozent der Teilnehmer der aktuellen repräsentativen Umfrage sprachen sich für einen Verbleib in der Währungsunion aus. Knapp 62 Prozent wandten sich in der Befragung zudem gegen eine Volksabstimmung über eine mögliche Einigung mit den Geldgebern. Die Ergebnisse wurden am Mittwochabend im griechischen Fernsehsender Mega präsentiert.

Regierungschef Alexis Tsipras hatte ein Referendum nicht ausgeschlossen, falls die Geldgeber weiter auf harten Sparmaßnahmen für Athen bestehen sollten. Der größte Teil der Bevölkerung befürwortet laut der Umfrage die Verhandlungstaktik seiner Links-Rechts-Regierung - die Zustimmung sinkt jedoch: Anfang Februar hatten noch 90,3 Prozent der Befragten Tsipras' Vorgehen positiv bewertet, jetzt fiel die Befürwortung seiner Taktik auf 58,3 Prozent.

Womöglich spielt dabei die Ernüchterung über die harte Haltung der Gläubiger eine Rolle. Im Januar noch hatte sich mehr als die Hälfte der Befragten überzeugt gezeigt, dass die Geldgeber einlenken und Forderungen Griechenlands akzeptieren würden, wenn die Gespräche scheitern sollten.

Der Zustimmung für Syriza hat die verkorkste Verhandlungsstrategie allerdings nicht geschadet. Gäbe es am kommenden Sonntag Wahlen, würde die Linkspartei mit 36,5 Prozent der Stimmen gewinnen und die konservative Nea Dimokratia mit 22 Prozent klar distanzieren. Bei den Wahlen am 25. Januar hatten die beiden stärksten Parteien jeweils 36,3 und 27,8 Prozent erhalten.

mik/dpa-AFX

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cmann 30.04.2015
1. Ich sehe im Augenblick
eher das Problem, dass aufgrund des ungeschickten Verhaltens der Tsipras Regierung in den EU Ländern ein Großteil der Bevölkerung keinen Wert mehr auf eine Mitgliedschaft Griechenlands legt. Da kann die griechische Bevölkerung noch so sehr an einem Verbleib in der EU interessiert sein. In vielen EU Staaten haben die Bürger einfach die Nase von Griechenland voll!
Immanuel_Goldstein 30.04.2015
2.
Wenn die Griechen im Euro-Raum bleiben wollen, dann sollten sie etwas dafür tun. Es dürfte doch klar sein, dass die Steuerzahler Europas nicht 1000 Jahre lang das griechische Minus ausgleichen wollen, nur damit die Reeder und andere Milliardäre dort weiter keine Steuern zahlen und alle ohne Wohlstandsverlust mit Ende 50 in Pension gehen können. Wenn wir hierzulande eines gelernt haben, dann doch wohl, dass man den eigenen Wohlstand lebenslang erarbeiten muss.
Mertrager 30.04.2015
3. Das glaub ich
Hat sich ja auch bewährt. Nun fragen Sie mal den Zahlmeister. Bei uns dürfte die Quote etwas niedriger liegen.
someoneunreal 30.04.2015
4.
man sollte doch nicht die Griechen befragen, sondern eher die Bürger der anderen Staaten. ist doch wohl logisch, dass es den Griechen MIT eu-Hilfe besser geht als ohne. jetzt küssen sie schmerzlich nah vorhabe von außen sparen. aber DANN weiß niemand wie es weitergeben würde.
jamguy 30.04.2015
5.
Zitat von Immanuel_GoldsteinWenn die Griechen im Euro-Raum bleiben wollen, dann sollten sie etwas dafür tun. Es dürfte doch klar sein, dass die Steuerzahler Europas nicht 1000 Jahre lang das griechische Minus ausgleichen wollen, nur damit die Reeder und andere Milliardäre dort weiter keine Steuern zahlen und alle ohne Wohlstandsverlust mit Ende 50 in Pension gehen können. Wenn wir hierzulande eines gelernt haben, dann doch wohl, dass man den eigenen Wohlstand lebenslang erarbeiten muss.
Ich verstehe die Griechen nicht richtig?Dann hätten Sie sich das doch einfach mit derTsiprasregierung sparen können wenn Sie in der EU verbleiben wollen?
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