Zypern-Krise: Großinvestor Pimco stößt Euro-Anlagen ab
Der Großinvestor Pimco reagiert auf die Krise in Zypern: Der weltgrößte Fondsanbieter baut einen Teil seiner Euro-Investments ab. Das Gemeinschaftsgeld sei "weit davon entfernt, eine perfekte Reservewährung zu sein".
London - Der weltgrößte Fondsanbieter Pimco zieht offenbar Konsequenzen aus der Zypern-Krise. Der Großinvestor habe bereits seine Anlagen in Euro reduziert, sagte ein führender Manager der Nachrichtenagentur Reuters. Die Bedingungen des Hilfspakets für Zypern ließen auf einen holprigen Weg für Europa schließen, sagte Saumil Parikh. Er ist Mitglied des Investitionskomitees von Pimco.
Der Investor reagiert damit auf die geplante Zwangsabgabe auf Bankeinlagen. Zwar hat Zyperns Parlament am Dienstag gegen die teilweise Enteignung von Bankkunden gestimmt - nun ist aber offen, woher sonst das Geld zur Rettung des Landes kommen soll. Europäische Union, Europäische Zentralbank und Internationaler Währungsfonds sind zu einem Hilfspaket bereit, verlangen aber auch einen Eigenanteil des Inselstaats von 5,8 Milliarden Euro.
Die Debatte darüber verunsichert nun offenbar Investoren. "Wir haben unser Engagement in die europäische Währung in den vergangenen 24 Stunden reduziert", sagte Parikh am Dienstag in London. Der Grund: Pimco glaube, dass es sich bei der Zwangsabgabe nicht nur um einen politischen Fehler der Euro-Retter handle. Stattdessen zeige das Hilfspaket, dass "der Euro weit davon entfernt ist, eine perfekte Reservewährung zu sein".
Insgesamt habe Pimco seit der Zypern-Entscheidung zwar nicht viele Änderungen vollzogen, so Parikh. Aber die Forderung nach einer Beteiligung der Bankkunden schwäche den Euro im Vergleich mit anderen Reservewährungen. "Das gesamte Kapitalsystem basiert auf Vertrauen und auf der Tatsache, dass Bankeinlagen sicher sind. Deshalb hat die Entscheidung gravierende Folgen für Ausländer, die in Europa investieren."
Pimco hat in den vergangenen Jahren immer wieder scharfe Kritik am Euro-Rettungskurs der EU und der Bundesregierung geübt. So forderte der Deutschland-Chef Andrew Bosomworth unter anderem, Banken pleite gehen zu lassen. Es sei höchste Zeit, die Verluste nicht mehr zu sozialisieren, sondern auch an die Aktionäre weiterzugeben.
cte/Reuters
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