Großspende dm-Gründer überträgt Vermögen an Stiftung

Der Gründer der dm-Drogeriekette Götz Werner folgt dem Vorbild spendierfreudiger US-Milliardäre: Er überträgt seine Unternehmensanteile an eine gemeinnützige Stiftung. Seine sieben Kinder sieht der Unternehmer trotzdem versorgt - mit einer guten Ausbildung.

dm-Gründer Werner: Reich zu werden ist keine Schande, reich zu sterben schon
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dm-Gründer Werner: Reich zu werden ist keine Schande, reich zu sterben schon


Frankfurt am Main - Der Gründer der dm-Drogeriemärkte Götz Werner hat seine Unternehmens-Anteile nach eigenen Worten in eine gemeinnützige Stiftung eingebracht. Seine sieben Kinder würden somit nicht Eigner, sagte der Unternehmer der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Meine Kinder leiden deswegen nicht, im Gegenteil, die werden gefördert, indem sie sich selbst beweisen müssen."

Kinder hätten einen Anspruch einen guten Start ins Leben, "aber nicht darauf, dass Eltern für den lebenslangen Wohlstand ihrer Nachkommen sorgen". Er denke in der Frage wie die amerikanischen Pioniere: Jede Generation habe sich selbst zu beweisen. "Reich zu werden ist in Amerika keine Schande, reich zu sterben schon", fügte Werner hinzu.

Die Drogeriekette mit Sitz in Karlsruhe beschäftigt gut 20.000 Mitarbeiter und erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/2009 einen Umsatz von 3,75 Milliarden Euro. Neben dem Heimatmarkt Deutschland ist dm auch in Österreich und neun angrenzenden osteuropäischen Ländern vertreten.

In dem Interview setzt sich Werner erneut für die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle ein: "1000 Euro für jeden - das macht die Menschen frei." Die heute geltenden Regeln von Hartz IV verglich er mit "offenem Strafvollzug": Hartz IV verstoße gegen mehrere Artikel im Grundgesetz, die Empfänger verlören einen Teil der Menschenrechte.

mik/dpa/ddp

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insgesamt 61 Beiträge
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Seite 1
FMode 16.08.2010
1. -
Zitat von sysopDer Gründer der dm-Drogeriemärkte, Götz Werner, hält es wie die milliardenschweren US-Tycoone: Er übertrug seine Unternehmensanteile an eine unabhängige Stiftung. Seine sieben Kinder sieht der Unternehmer trotzdem versorgt - mit einer guten Ausbildung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,712007,00.html
Bei einem Grundeinkommen arbeitet doch niemand mehr! (Um die schwachsinnigen Argumente gegen Grundeinkommen gleich zu beginnen)
Durruti100, 16.08.2010
2. Ein echter Gentleman
Wer den Weg von Götz Werner ein wenig verfolgt hat, muss diesem Mann größten Respekt zollen! Mit seinem Geschäftsmodell hat er sich eindeutig von den Mitbewerbern unterschieden. Der hohe Zufreidenheitsgrad bei DM-Mitarbeitern ist seit Jahren bekannt. Sein strukturiertes Auftreten in der Öffentlichkeit und die Tatsache, dass der Mann zu seinem Wort steht - bereits vor Jahren hatte er in einer Talkshow angekündigt, seine Kinder würden kaum etwas Materielles erben, da er sein Vermögen der Allgemeinheit zukommen lassen wolle. Bereits vor beinah 10 Jahren versuchte er in einem BRANDEINS Interview, den Begriff "Arbeit" als gesellschaftlichen Wertmesser des Individuums neu zu definieren und forderte das zitierte Grundeinkommen von € 1.000,-, rechnete auch noch vor wie´s funktioniert. Ein unternehmerisches Vorbild, wie es in der Bundesrepublik kaum ein zweites gibt. Eben ein echter Gentleman!
Durruti100, 16.08.2010
3. Sockel!
Zitat von FModeBei einem Grundeinkommen arbeitet doch niemand mehr! (Um die schwachsinnigen Argumente gegen Grundeinkommen gleich zu beginnen)
Es geht ihm um ein Sockeleinkommen. Wer mehr arbeiten will, soll mehr bekommen, aber die Angst vorm sozialen Abstieg entfällt und rein rechnerisch wäre es beim Steueraufkommen der BRD auch kein Problem. Informieren Sie sich genauer über seine Thesen und Berechnungen. Es lohnt sich!
virtualtom 16.08.2010
4. .
[QUOTE=FMode;6045616schwachsinnigen Argumente[/QUOTE] Sic! Und dazu noch: "So wurden im Jahr 2001/02 von allen Personen über 12 Jahre 96 Milliarden Stunden unbezahlte Arbeit geleistet, demgegenüber steht ein Umfang von 56 Milliarden Stunden bezahlter Arbeit." http://www.genderkompetenz.info/genderkompetenz/sachgebiete/arbeit/unbezahlt
MartinHa 16.08.2010
5. ...
Zitat von FModeBei einem Grundeinkommen arbeitet doch niemand mehr! (Um die schwachsinnigen Argumente gegen Grundeinkommen gleich zu beginnen)
Nicht "niemand", aber viele nicht mehr! Grundeinkommen meinetwegen, aber auf keinen Fall 1000 Euro. 400-500 Euro pro Person sollten ausreichen; dann müsste man allerdings ALG II, Wohngeld, etc abschaffen. Wichtig ist - egal ob ALG II oder Grundeinkommen, dass man nicht den Zusatzverdienst unmöglich macht, indem der größte Teil des Zusatzverdienstes wieder verloren geht, weil die Sozialleistungen entsprechend gekürzt werden.
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