Volksabstimmung Schweizer entscheiden im Juni über Grundeinkommen

Nun steht der Termin fest: Am 5. Juni werden die Schweizer in einer Volksabstimmung über die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens entscheiden. Eine große Mehrheit würde laut Umfrage auch dann weiterarbeiten.

Grundeinkommens-Aktivisten vor Parlament in Bern: Abstimmung im Juni
REUTERS

Grundeinkommens-Aktivisten vor Parlament in Bern: Abstimmung im Juni


Am 4. Oktober 2013 erlebten die Passanten auf dem Bundesplatz in Bern ein ungewöhnliches Schauspiel: Ein Kipplaster schüttete acht Millionen Fünf-Rappen-Münzen vor das Parlament - eine stellvertretend für jeden Einwohner der Schweiz. So zelebrierte die Initiative zur Volksabstimmung für ein bedingungsloses Grundeinkommen in der Schweiz einen Zwischenerfolg: Soeben hatten ihre Vertreter die Unterschriftenlisten übergeben, 126.000 Bürger hatten sich in den Monaten zuvor eingetragen, weit mehr als erforderlich.

Fast drei Jahre später, am 5. Juni dieses Jahres, werden die Schweizer nun tatsächlich über die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens entscheiden können. Diesen Termin gab die Regierung nun bekannt.

Entscheiden sich die Schweizer im Sinne der Initiative, würde in die Verfassung des Landes aufgenommen, dass das einzuführende Grundeinkommen "der gesamten Bevölkerung ein menschenwürdiges Dasein und die Teilnahme am öffentlichen Leben ermöglichen" soll. Darüber hinaus hält der Abstimmungstext explizit offen, wie hoch das bedingungslose Grundeinkommen sein und wie es finanziert werden soll.

In einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Initiatoren der Volksabstimmung hat eine große Mehrheit der befragten Schweizer Erwerbstätigen angegeben, auch nach der Einführung eines Grundeinkommens weiterarbeiten zu wollen. 69 Prozent schlossen hingegen kategorisch aus, bei einem gesicherten Auskommen nicht mehr zu arbeiten. Weitere 21 Prozent gaben an, "eher nicht" auf Arbeit verzichten zu wollen.

Außer der Schweiz steht ein Grundeinkommen derzeit auch in einigen anderen europäischen Ländern auf der politischen Tagesordnung, etwa in Finnland oder in einigen niederländischen Gemeinden.

fdi



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insgesamt 42 Beiträge
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HaraldKönig 27.01.2016
1.
Wird schon deswegen scheitern, weil man den Faulen das nicht gönnt. Das wäre in Deutschland genauso.
darthmax 27.01.2016
2. 69 %
würden dann ihre Arbeit einstellen, das ist die Mehrheit der Erwerbstätigen, offensichtlich hat da jemand an der Umfrage gefeilt.
sparkofhope 27.01.2016
3. Prima Chance
herauszufinden ob das auch für uns funktionieren könnte. Danke ihr Schweizer für euren Mut zu gesellschaftlicher Weiterentwicklung !
muellerthomas 27.01.2016
4.
Zitat von darthmaxwürden dann ihre Arbeit einstellen, das ist die Mehrheit der Erwerbstätigen, offensichtlich hat da jemand an der Umfrage gefeilt.
"69 Prozent schlossen hingegen kategorisch aus, bei einem gesicherten Auskommen nicht mehr zu arbeiten. Weitere 21 Prozent gaben an, "eher nicht" auf Arbeit verzichten zu wollen." Die große Mehrheit gab also an, weiter arbeiten zu wollen, genau das Gegenteil von dem, was Sie daraus lesen. Wobei so eine Umfrage quatsch ist, wenn die Höhe - und ggf. die Folgen - nicht klar sind.
Astir01 27.01.2016
5. Das wird wohl nix
Der Mensch neigt nicht nur zur Selbstüberschätzung, sondern auch zur Lüge bzw. dazu, auf eine Frage das zu antworten, was der Fragende hören möchte, statt in der Sache ehrlich zu sein um dann in schlechtem Licht, im vorliegenden Fall als Schmarozer, dazustehen. Daher ist m. E. die Einschtzung, dass wohl rd. 30% bei einem bedingungslosen Grundeinkommen nicht mehr arbeiten würden viel näher an der Realität als 10%. Dabei sind die Gründe nicht zu arbeiten ebenso vielfältig wie nachvollziehbar. Ein schlecht bezahlter, anstrendender Job, ein mieser Chef, mobbende Kollegen, die nahe Rente, gesundheitliche Probleme; all das würde sicher auf Dauer mehr 1/3 all jener, die jetzt noch arbeiten gehen, zuhause auf dem Fernsehsessel den lieben gott einen guten Mann sein lassen wollen, wenn sie sich das finanziell leisten können. Wer schafft dann aber die Arbeit? Genau die gleichen Ausländer, deren Zuzug man jüngst zu begrenzen beschloss. Das beißt sich die Katze also direkt in den Schwanz.
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