Hambacher Forst Braunkohlegegner besetzen Kraftwerksbagger

Im Hambacher Forst setzt die Polizei die Räumung von Baumhäusern der Braunkohlegegner fort. Mehrere Aktivisten überraschten die Einsatzkräfte mit einer Aktion im Kohlekraftwerk Niederaußem in der Nähe des Waldes.

Besetzter im Kraftwerk Niederaußem
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Besetzter im Kraftwerk Niederaußem


Im Braunkohlekraftwerk Niederaußem in der Nähe des Hambacher Forsts haben neun Aktivisten Polizeiangaben zufolge drei Bagger besetzt. Die Polizei zog dort Einsatzkräfte zusammen. Die Braunkohlegegner sprachen von 20 Aktivisten in Niederaußem.

Am Samstagmorgen setzte die Polizei zudem den dritten Tag in Folge die Räumung von Baumhäusern der Braunkohlegegner im Hambacher Forst fort. Die Räumung einer weiteren Siedlung mit dem Namen "Gallien" werde vorbereitet, sagte ein Polizeisprecher. Mitarbeiter des Bauordnungsamtes hätten die Aktivisten mit Lautsprechern aufgefordert, die Baumhäuser binnen 30 Minuten zu verlassen.

Feuerwehr prüft unterirdische Gänge

Probleme bereiten den Einsatzkräften unterirdische Gänge. Mit Teleskopkameras prüfe die Feuerwehr, ob sich darin Umweltaktivisten verschanzt hätten, sagte ein Sprecher der Feuerwehr Kerpen. Auch die Grubenwehr ehemaliger Zechen wurde zurate gezogen.

Die Experten hätten die "Stollen" geprüft und für einsturzgefährdet erklärt, sagte der Sprecher. Solange unklar sei, ob es weitere Gänge gebe und dort Aktivisten versteckt seien, könne auch kein schweres Räumgerät eingesetzt werden, sagte der Sprecher der für die Räumung zuständigen Stadt Kerpen, Erhard Nimtz.

Am Freitag hatte die Polizei begonnen, die Baumhaussiedlung "Oaktown" im Hambacher Forst zu räumen. Zwei Häuser seien inzwischen leer, sagte der Polizeisprecher. Die Räumung von "Oaktown" zieht sich allerdings hin, da es Hinweise gebe, dass sich Aktivisten in Erdlöchern verschanzt hätten, hieß es.

Der Energiekonzern RWE plant, im Herbst den Wald für den Braunkohleabbau abzuholzen.

Im Video: Kohlegegner besetzen NRW-Landesvertretung

SPIEGEL ONLINE

brt/dpa

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