Letzte Baumhäuser geräumt RWE bereitet Rodung im Hambacher Forst vor

Nach der Räumung des letzten Baumhauses im Hambacher Forst leitet RWE die Rodung in die Wege. Mit einem Graben wird das Gelände abgegrenzt. Wer den Wald danach ohne Erlaubnis betritt, begeht Hausfriedensbruch.

Abgrenzungsgraben am Hambacher Forst
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Abgrenzungsgraben am Hambacher Forst


Die Polizei hat nach eigenen Angaben das letzte Baumhaus von Kohle- und Rodungsgegnern im Hambacher Forst geräumt. Jetzt bereitet der Energiekonzern RWE die heftig umstrittene Rodung des Gebietes vor.

Das Waldstück am Braunkohletagebau bei Aachen werde mit einem Graben sowie Seil und Flatterband umgrenzt, sagte ein RWE-Sprecher. Die Arbeiten dazu hätten bereits begonnen.

RWE ist Eigentümer des gut 100 Hektar großen Waldstückes, das zur Fortsetzung des Tagebaus gerodet werden soll. Das Unternehmen hat seit Langem die dafür nötigen Genehmigungen.

Eigentlich hätte RWE schon ab dem 1. Oktober mit dem Abholzen beginnen können. Wegen einer noch ausstehenden Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster zur Rechtmäßigkeit der Rodungen hatte der Konzern jedoch zugesagt, noch nicht zu beginnen.

Umgrenzung ist Voraussetzung für Rodung

Gegen die Rodung gibt es massiven Widerstand. Umweltschützer betonen die Bedeutung des 12.000 Jahre alten Waldes für den Klimaschutz und die Artenvielfalt.

Das nordrhein-westfälische Bauministerium hatte die zuständigen Kommunen Mitte September angewiesen, die knapp 80 Baumhäuser am Braunkohletagebau Hambach aus Sicherheitsgründen zu räumen. Die Polizei hatte die Kommunen knapp drei Wochen lang mit einem Großaufgebot bei der Umsetzung unterstützt.

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Wann die Rodung beginnt, wollte der RWE-Sprecher nicht sagen. Die Umgrenzung ist nach einem früheren Gerichtsurteil Voraussetzung dafür, dass ein widerrechtliches Eindringen als Hausfriedensbruch geahndet werden kann.

Die nordrhein-westfälischen Grünen planen am nächsten Sonntag einen kleinen Parteitag in einem Zelt an der Abbaukante des Tagebaus. Außerdem werden am Samstag Tausende zu Protestaktionen in der Region erwartet.

Weiterhin Polizeipräsenz im Hambacher Forst

Die Polizei wird wohl auch nach dem Abschluss der Baumhausräumungen im Hambacher Forst weiter vor Ort sein. "Dass es dann weiter eine Polizeipräsenz geben wird, diese Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch", sagte eine Sprecherin der Behörde. Man könne nicht davon ausgehen, dass mit Abschluss der Räumung absolute Ruhe herrsche. Die Zahl der Einsatzkräfte werde dann aber so weit wie möglich reduziert.

Die NRW-Grünen sehen trotz der Arbeiten noch Chancen, den Hambacher Wald zu retten und auf weitere Umsiedlungen für den Tagebau Garzweiler II zu verzichten. In einem Antrag für die Landtagssitzungen in der kommenden Woche fordert die Fraktion die Landesregierung auf, Einfluss auf RWE zu nehmen, mindestens bis zum Abschluss der Diskussionen in der Kohlekommission mit der Rodung des Hambacher Waldes zu warten.

Faktencheck zum Thema: Hambach-Tagebau stilllegen - geht das?

Video: "Hambi bleibt!" - Aktivisten im Hambacher Forst

Deutsche Welle

cop/dpa

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