Entspannung im Handelsstreit China verspricht geringere Zölle

Mitten im Handelsstreit mit den USA gelobt Chinas Präsident Xi Jinping, die Wirtschaft stärker zu öffnen und die Zölle zu senken. An den Finanzmärkten kommt das gut an - dabei sind die Versprechen reichlich schwammig.

Xi Jinping, Donald Trump
AFP

Xi Jinping, Donald Trump


China versucht, die Sorgen vor einem Handelskrieg mit den USA abzuschwächen: Präsident Xi Jinping kündigte am Dienstag neue Schritte zur Öffnung der Wirtschaft seines Landes an.

Die Einfuhrzölle auf Autos, die gegenwärtig 25 Prozent ausmachen, sollten noch in diesem Jahr "bedeutend" gesenkt werden, versprach Xi während eines Wirtschaftsforums auf der südchinesischen Insel Hainan. Der Finanzsektor solle weiter geöffnet, Beschränkungen für Beteiligungen ausländischer Firmen gelockert werden. Sein Land strebe zudem keinen Handelsüberschuss an und wolle insgesamt mehr importieren.

Xi ging damit indirekt auf Hauptforderungen von US-Präsident Donald Trump ein. Konkrete Zahlen oder ein Datum, wann die Öffnung stattfinden soll, nannte er jedoch nicht.

An den Finanzmärkten sorgte Xis Signal der Entspannung dennoch für Erleichterung. Die Ölpreise Chart zeigen stiegen leicht, der deutsche Leitindex Dax Chart zeigen legte vorbörslich zu.

Viele Versprechen, wenig Taten

Bei ausländischen Unternehmen stießen Xis Aussagen dagegen auf Skepsis. Chinas Regierung verspricht seit Jahren, die Bedingungen für ausländische Firmen zu verbessern - tut aber bislang ziemlich wenig dafür. Unternehmen beanstanden unter anderem Diskriminierung, Protektionismus, Rechtsunsicherheit, Technologieklau.

Der Streit zwischen den USA und China hatte sich in den vergangenen Wochen immer weiter verschärft. Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt hatten immer neue Strafzölle für die jeweils andere Nation angedroht. Die Börsen in den USA und China waren daraufhin teils heftig eingebrochen.

Zuletzt hatte allerdings auch US-Präsident Donald Trump schon versöhnlichere Töne angeschlagen. Trump hatte am Wochenende im Internetdienst Twitter geschrieben, China werde seine Handelsbarrieren abbauen, "weil es das Richtige ist". Die gegenseitigen Zölle würden angepasst, und man werde ein Abkommen zu geistigem Eigentum erzielen.

ssu/AFP/dpa



insgesamt 20 Beiträge
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s.l.bln 10.04.2018
1. Klar doch
Xi,der alte Fuchs wird vermutlich die Zölle auf US Fahrzeuge senken. Die kauft dort eh keiner. Fremdkonzerne ohne joint venture Verträge wird es auf chinesischem Boden trotzdem nicht geben, wie auch den Verkauf chinesischer Konzerne an US Investoren.
schweiz24 10.04.2018
2. 1 zu 0 für Trump
Was unsere verweichlichte Gesellschaft in einer Zeit voller Emotionen und Tränendrüsen oft vergisst ist, dass in der Politik mit einem harmonischen und sozialpädagogische Stil nichts zu holen ist. Ganz einfach deshalb, weil auf der Gegenseite oftmals ein Partner (kein Schüler) sitzt, der von Streicheleinheiten und Selbsthilfegruppen null und nichts hält. Klar ist Trump ein rüpelhafter, unsympathischer Clown. Aber dieser Clown hat jetzt schon mehr erreicht (Wirtschaft, Börse, Nordkoreakonflikt, unfaire Handelspolitik China) als Obama in 8 Jahren. Weniger Emotionen und mehr Fakten würden den deutschen Medien oftmals wohl bekommen.
joG 10.04.2018
3. China hat über die Jahre....
....viel versprochen und dann nichts getan. Wollen wir also die Gesetze und Verträge abwarten. Aber eines kann man so schmerzlich es auch sein mag bereits jetzt sagen. Seine Verbalisierung ist mehr als Obama oder die EU in den letzten Jahren der Nettigkeiten erreicht haben.
muellerthomas 10.04.2018
4.
Zitat von joG....viel versprochen und dann nichts getan. Wollen wir also die Gesetze und Verträge abwarten. Aber eines kann man so schmerzlich es auch sein mag bereits jetzt sagen. Seine Verbalisierung ist mehr als Obama oder die EU in den letzten Jahren der Nettigkeiten erreicht haben.
Naja, schauen wir uns doch mal die Ergebnisse an: Unter Obama sank das US-Leistunbsbilanzdefizit von 4,2% des BIPs auf 2,3% - unter Trump bislang keinerlei Verbesserung. Bei Rump kommt eben nichts als heisse Luft bei rum.
banker1 10.04.2018
5. Überschuss
Die USA haben mit Europa einen Handelsüberschuss im Bereich der neuen Technologien.Also siehe Google,Apple,Facebook,Amazon usw..Die Chinesen können sich entspannt zurücklehen,in den Bereichen sind sie aufgrund ihres eigenen Protektionismus mit u.a. Alibaba,Baidu usw. bestens aufgestellt.
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