Peking/Washington - China holt zum Gegenschlag aus und will in Amerika produzierte Autos mit Strafzöllen belegen. Auf diese Weise geraten auch deutsche Autobauer im Handelsstreit zwischen Peking und Washington zwischen die Fronten: Alle deutschen Konzerne sind in den USA mit jeweils einem Werk vertreten.
Während Volkswagen
aber nur für den nordamerikanischen Markt fertigt, führen Daimler und BMW ihre Autos von den USA bis nach China aus. "Wir prüfen, ob und welche Auswirkungen diese Entscheidung für uns haben wird", sagte eine Daimler-Sprecherin am Mittwoch in New York.
Der Rivale BMW sagte in einer ersten Reaktion, der Konzern rechne nicht mit spürbaren Folgen. Selbst der US-Autoriese GM zeigte sich betont gelassen, gleichwohl das Unternehmen die schwerste Bürde zu tragen hat: So sollen Fahrzeuge von GM mit Strafzöllen von 12,9 Prozent belegt werden, Wagen von Chrysler mit 8,8 Prozent. Das berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf das chinesische Handelsministerium.
Für Autos aus der US-Produktion von BMW
und Daimler
seien Zölle von 2 beziehungsweise und 2,7 Prozent vorgesehen, hieß es. Auch andere Hersteller seien betroffen. Die Zölle gelten für Autos mit mehr als 2,5 Litern Hubraum. Wie Daimler stellt BMW in den Vereinigten Staaten die meisten seiner Geländewagen her. Seit Jahresbeginn seien in China rund 15.000 X5 verkauft worden sowie knapp 6000 der kleineren X3 und etwa 7.700 der größeren X6, sagte der Sprecher.
Die BMW-Aktie hatte am Mittwoch gut 5 Prozent verloren und sich damit deutlich schlechter als der Markt entwickelt. Das Daimler-Papier verlor 3 Prozent. Die Aktie von GM büßte 2 Prozent ein und damit ebenfalls mehr als der Markt.
Eine Sprecherin des amerikanischen Handelsbeauftragten sagte, man werde mit den Beteiligten und dem US-Kongress über das weitere Vorgehen beraten. Die chinesischen Strafzölle dürften eine Revanche sein: Peking war es nicht gelungen, US-Zölle auf chinesische Reifen abzuwenden. Auch ein Gang vor die Welthandelsorganisation WTO war ergebnislos geblieben. China ist für die weltweite Autoindustrie zu einem immer wichtigeren Absatzmarkt geworden. Zuletzt hatte sich das Wachstum allerdings deutlich verlangsamt.
lgr/dpa-AFX
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