Handelsstreit Chinas Exportüberschuss gegenüber den USA auf Rekordhoch

Trotz Donald Trumps Kritik steigen die chinesischen Exporte in die USA weiter. Im September haben sie einen neuen Rekordwert erreicht. Weidmann und Scholz schwächen derweil die Befürchtungen für die Weltwirtschaft ab.

Containerschiff in China
AFP

Containerschiff in China


Inmitten des Handelsstreits ist Chinas Exportüberschuss gegenüber den USA auf ein Rekordhoch gestiegen. Im September lag er bei 34,13 Milliarden Dollar und damit gut drei Milliarden Dollar höher als im August, teilten die chinesischen Zollbehörden mit.

Seit Jahresbeginn summiert sich der Überschuss auf 225,79 Milliarden Dollar - vor einem Jahr waren es noch 196,01 Milliarden Dollar.

US-Präsident Donald Trump stört schon lange das hohe Defizit seines Landes im Handel mit China. Die beiden weltweit führenden Volkswirtschaften haben sich gegenseitig mit Strafzöllen auf Güter im Wert von Hunderten Milliarden Dollar überzogen. Erst kürzlich sagte Trump in einem Interview mit dem TV-Sender Fox News: "Ich kann noch viel mehr machen." Die Chinesen hätten zu lange zu gut gelebt.

Insgesamt legten die chinesischen Ausfuhren im September um 14,5 Prozent verglichen mit dem Vorjahr zu. Die Importe stiegen zugleich um 14,3 Prozent und damit etwas weniger stark als vorhergesagt.

Offenbar geringere Auswirkungen auf Weltwirtschaft

Über den Streit zwischen den USA und China soll auch bei der IWF-Jahrestagung in Bali gesprochen worden sein. Bis zum Samstag kommen dort mehr als 30.000 Vertreter der internationalen Finanzelite zusammen. Sowohl Finanzminister Olaf Scholz als auch Bundesbankpräsident Jens Weidmann haben bei dem Treffen die Befürchtungen gedämpft, ein Handelskrieg könnte einschneidende Folgen für die Weltwirtschaft haben.

"An dieser Stelle würde ich etwas entspannter sein im Moment", sagte Weidmann mit Blick auf die aktuelle Wirtschaftsentwicklung. Die jüngsten Kursrutsche an den Börsen bezeichnete Weidmann "eher als eine Normalisierung" und nicht als Anzeichen für eine Krise. Deutschland und die Weltwirtschaft seien weiterhin auf Wachstumspfad. Allerdings werde die Konjunktur an Fahrt verlieren.

Laut Scholz gebe es wegen einer Reihe von Anzeichen Grund zur Zuversicht: Die jüngste Handelsvereinbarung der USA mit Mexiko und Kanada gehörte dazu. Auch die Verhandlungen zwischen der EU und den USA liefen "vertrauensvoll und vernünftig". Allen Teilnehmern der Beratungen in Bali sei bewusst, dass eine weitere Eskalation der mit neuen und höheren Zöllen geführten Handelskonflikte schwerwiegende Folgen für Wachstum und Finanzstabilität haben dürfte. Daher müsse alles getan werden, eine Zuspitzung zu verhindern.

cop/Reuters/dpa/AFP

insgesamt 11 Beiträge
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ebieberich 12.10.2018
1. Nicht verwunderlich
Die Amerikaner koennen doch gar nicht selbst produzieren, was die Chinesen ihnen verkaufen. Und da die Tarife zu Preisaufschlaegen fuehren, machen die Chinesen sogar noch Gewinn. Andererseits koennen sich die Chinesen auch woanders gut mit Waren eindecken und rasch in andere Maerkte expandieren. Also koennen sie sich nur ueber jeden neuen Unfug den Trump veranstaltet freuen.
darthmax 12.10.2018
2. Importzoll
Zoll wird vom Importeur bezahlt, da macht also kein Chinese mehr Gewinn und ob alle Sojabohnen und Schweine soeinfach woanders herzubekommen sind darf auch bezweifelt werden. Es steht im Raum die Frage, ob ohne die Zölle der Import noch höher ausgefallen wäre. Dann hätte Herr Trump gerade die Notbremse gezogen.
michael3210 12.10.2018
3. Wo bleibt die Objektivität?
Die Chinesen erfüllen nur die Wünsche aus Amerika, eigentlich müsste Herr Trump den Amerikanern verbieten soviel Waren aus China zu importieren. Die Frage ist allerdings wie die USA alles bezahlen, wahrscheinlich läuft ständig die Geld- Druckerpresse und das ist die eigentliche Gefahr.
tommirf 12.10.2018
4. Trumps Industrie
hat halt keine Produkte, die China will / braucht. Autos gibt es auch außerhalb der USA, und meistens bessere, iPhones baut China selbst... und hormonversuchte Agrarprodukte bekommt China selber auch günstiger hin.
muellerthomas 12.10.2018
5.
Zitat von michael3210Die Chinesen erfüllen nur die Wünsche aus Amerika, eigentlich müsste Herr Trump den Amerikanern verbieten soviel Waren aus China zu importieren. Die Frage ist allerdings wie die USA alles bezahlen, wahrscheinlich läuft ständig die Geld- Druckerpresse und das ist die eigentliche Gefahr.
Mit USD - und das Geldmengenwachstum in den USA ist aktuell und auch in den letzten Jahren sind sonderlich hoch. Auch das Leistungsbilanzdefizit ist im internationalen Vergleich keineswegs besonders hoch.
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