Handelsstreit mit China Gerüchte über US-Zollhammer belasten die Börsen

Die US-Regierung droht laut einem Agenturbericht mit Strafzöllen auf sämtliche chinesischen Waren. Anleger an der Wall Street reagieren nervös.

Donald Trump
AFP

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Die USA könnten bald weitere China-Importe mit Zöllen belegen. Das berichten die Nachrichtenagenturen Reuters und Bloomberg übereinstimmend. Laut Bloomberg drohen schlimmstenfalls Strafzölle auf alle chinesischen Güter, die in die USA eingeführt werden - und das schon ab Anfang 2019.

Die Maßnahme könne erfolgen, falls es bei den anlässlich des G20-Treffens geplanten Gesprächen zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping zu keiner Einigung im Handelskonflikt zwischen den beiden Ländern komme, berichtet Bloomberg unter Berufung auf drei Insider.

Eine Liste mit den neu erfassten Produkten könnte Anfang Dezember bekannt gegeben werden und dann nach der üblichen 60-Tage-Frist für öffentliche Stellungnahmen Anfang Februar in Kraft treten. Das Papier würde dann etwa 257 Milliarden Dollar an Importen betreffen, den Gesamtbetrag der aus China im vergangenen Jahr eingeführten Waren.

Dow Jones schließt deutlich im Minus

Reuters berichtet ebenfalls, es könne bald eine Bewegung hin zu weiteren Zöllen geben. Entschieden sei jedoch noch nichts.

US-Präsidialamtssprecherin Sarah Sanders sagte zu den Berichten lediglich, sie wolle dem Treffen von Trump und Xi nicht vorgreifen. "Ich hoffe, es verläuft gut."

An den Kapitalmärkten sorgten die Gerüchte für Unruhe. Der US-Aktienmarkt schloss deutlich im Minus, der Eurokurs legte zu und näherte sich der Marke von 1,14 Dollar.

Trump und Xi sollen sich am Rande des G20-Gipfels in Buenos Aires treffen, der vom 30. November bis 1. Dezember stattfindet. Die USA und China überziehen sich seit Monaten in einem Handelskonflikt mit Zöllen und Gegenzöllen.

Embargo gegen chinesischen Tech-Konzern Fujian Jinhua

Eine weitere Maßnahme im Zollstreit kündigten die USA am Montag an. Das Handelsministerium in Washington gab bekannt, die Fujian Jinhua Integrated Circuit Company aus Gründen der nationalen Sicherheit auf eine Liste von Unternehmen zu setzen, an die US-Firmen ohne spezielle Lizenzen nicht exportieren dürfen. Bei der Fima handelt es sich um einen staatlich kontrollierten Chiphersteller aus der Volksrepublik China.

Zuvor hatte der US-Rivale Micron die Chinesen des Diebstahls geistigen Eigentums beschuldigt. Ähnliche Maßnahmen wie gegen Jinhua hatten die USA zeitweise auch schon gegen den chinesischen Smartphone-Hersteller und Netzwerk-Ausrüster ZTE verhängt, dessen Geschäfte daraufhin einbrachen. Die Sanktionen gegen ZTE wurden im Juli aufgehoben, nachdem US-Präsident Donald Trump persönlich interveniert und das Unternehmen eine Milliardenstrafe gezahlt hatte.

ssu/dpa-AFX/Reuters

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insgesamt 44 Beiträge
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Seite 1
archivdoktor 30.10.2018
1. Sehr gut
Finde ich sehr gut!!! China überschwemmt die ganze Welt mit Billigprodukten und zerstört hunderttausende Arbeitsplätze in anderen Teilen der Welt. Es ist höchste Zeit, dieser unfairen Praxis einen Riegel vorzuschieben und alle chinesischen Produkte mit richtig fetten Zöllen zu belegen!!
DerAndereBarde 30.10.2018
2. Halbe Erkenntnis
Zitat von archivdoktorFinde ich sehr gut!!! China überschwemmt die ganze Welt mit Billigprodukten und zerstört hunderttausende Arbeitsplätze in anderen Teilen der Welt. Es ist höchste Zeit, dieser unfairen Praxis einen Riegel vorzuschieben und alle chinesischen Produkte mit richtig fetten Zöllen zu belegen!!
Zum Überschwemmen mit Handelsgütern gehören immer zwei; ein Verkäufer und ein Käufer. Wenn der Verkäufer unfair ist, was ist dann der Käufer?
fritz_64 30.10.2018
3. Wer zahlt.
Das sind die Bürger der USA und Chinas, die einen bezahlen höhere Preise für alle Produkte, die anderen verlieren ihre Jobs oder im besten Fall einen Teil ihres Hungerlohnes, das ist alles was passieren wird. Die Armen werden darunter am meisten zu leiden haben...wie immer.
xyz890 30.10.2018
4. Na Dann
#1 Na dann kann China und andere Länder auch alle deutschen Waren mit hohen Zöllen belegen. Ohne Käufer können die Chinesen auch nicht produzieren. Wer kauf denn die ganzen Sachen? Geiz ist geil besonders in Deutschland. Außerdem, informieren sie sich erst einmal welche ausländischen Firmen in China für den deutschen Markt produziert. Wirtschaftskrieg mit hohen Zöllen ist bestimmt nicht der richtige Weg für die Zukunft.
Das dazu 30.10.2018
5. So viel Blödsinn
Zitat von archivdoktorFinde ich sehr gut!!! China überschwemmt die ganze Welt mit Billigprodukten und zerstört hunderttausende Arbeitsplätze in anderen Teilen der Welt. Es ist höchste Zeit, dieser unfairen Praxis einen Riegel vorzuschieben und alle chinesischen Produkte mit richtig fetten Zöllen zu belegen!!
Wie schon geschrieben wurde, gehören zu einem Handel immer Zwei. Der Westen hat jahrzehntelang gutes Geld mit diesen "Blligprodukten aus China" verdient. Es sind die Einkäufer, die den Chinesen alles vorgeben, vom Aussehen der Ware über die Verpackung bis zum Preis. Wenn man also die "Zerstörung von hunderttausenden Arbeitsplätzen weltweit" anprangeren will, muss man die richtigen Schuldigen benennen. Das sind die Unternehmer und Investoren, Banker und Kapitalisten. Aber nicht der schlaue Chinese, der das anbietet, das der Westen will.
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