Drohende US-Strafzölle EU veröffentlicht Liste für möglichen Gegenschlag

Spielkarten, Motorräder, T-Shirts und Trittleitern: Sollten die USA ihre angedrohten Strafzölle einführen, will die EU mit Gegenmaßnahmen antworten. Jetzt hat sie eine Liste der Produkte ins Netz gestellt.

Harley-Davidson (Archiv)
Harley Davidson

Harley-Davidson (Archiv)


Die EU-Kommission hat ihre Liste mit US-Produkten veröffentlicht, die bei möglichen US-Strafzöllen auf Stahl und Aluminium ihrerseits mit Aufschlägen belegt werden könnten.

Zu den aufgeführten Waren zählen Whiskey, Motorräder, Jeans und Tabakprodukte. Es sind aber auch Nahrungsmittel oder Stahlprodukte dabei. Der Gesamtwert beläuft sich auf 2,8 Milliarden Euro.

Die Liste wurde im Internet veröffentlicht, um europäischen Firmen die Gelegenheit zu geben, sich zu möglicherweise negativen Auswirkungen bei Vergeltungsmaßnahmen äußern. Sie haben dafür bis zum 26. März Zeit.

Klage vor der WTO geplant

Die EU-Zölle sollen erlassen werden, falls die USA europäische Unternehmen nicht von bereits beschlossenen Schutzzöllen auf Stahl und Aluminium ausnehmen. Die EU will bei Verhängung der Strafzölle auf jeden Fall Klage vor der Welthandelsorganisation WTO einreichen.

Die Abgaben werden nach den derzeitigen Beschlüssen aus Washington ab 23. März fällig. Sie werden offiziell mit sicherheitspolitischen Interessen begründet. Die EU geht jedoch davon aus, dass es US-Präsident Donald Trump vor allem darum geht, die heimische Stahl- und Aluminiumindustrie zu schützen.

Um eine Eskalation des Handelskonflikts abzuwenden, laufen derzeit noch intensive Gespräche zwischen Brüssel und Washington. Mitte nächster Woche soll es ein Treffen zwischen EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström und US-Handelsminister Wilbur Ross geben. Am Sonntag fliegt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zu Verhandlungen nach Washington. Die USA hatten zuletzt neue Bedingungen an die EU-Kommission gestellt.

brt/dpa/AFP

insgesamt 17 Beiträge
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GoaSkin 16.03.2018
1. lächerlich
Strafzölle gibt es nur auf Dinge, die die Welt nicht braucht. Mehr scheint man sich nicht zu trauen. Wie wäre es mal mit Strafzöllen auf Social Media, Suchmaschinen, Betriebssysteme, TV-Serien und Spielfilme?
zynischereuropäer 16.03.2018
2. @1
Sie dürfen ruhig davon ausgehen, dass sich die EU dabei was gedacht hat. Anstatt eine breite Offensive zu fahren - die Vorgänger Methode a la Trump - setzt die EU auf chirurgische Maßnahmen. Alle Produkte kommen aus Trump unterstützenden Staaten, betreffen ergo seine Wähler. So wird Druck ausgeübt, der bei den bevorstehenden Wahlen hoffentlich Wirkung zeigt. Falls nicht kann man dann immer noch breite Gegenmaßnahmen ergreifen.
pheb62 16.03.2018
3. Überhaupt keine ...
Trump hat überhaupt keine Ahnung, was er da so eigentlich tut in seinem Amt. Und die Hälfte der Bevölkerung offensichtlich ebenfalls nicht. Daher sollte die Bevölkerung mal vier Jahre lang die Konsequenzen genießen können, die die Wahl eines solchen Genies mit sich bringt. Mal sehen wie sie dann bei nächsten Mal wählen.
wolfgang4430 17.03.2018
4. Richtig so!
Ziemlich umfangreich die Liste und wohl ueberlegt. Da kann man nur gratulieren - hoffentlich bleibt die EU standhaft - es waere auch noch zu hoffen dass der EURO steigt dann hat das noch einen doppelten Effekt.
maxbee 17.03.2018
5.
Ist ja schön, dass die EU sich um die europäischen Firmen sorgt, welche von Trumps eventuellen Gegenmaßnahmen auf die angedrohten EU-Strafzölle betroffen sein würden. Auf die Idee, bei den von den geplanten Strafzöllen auf US-Produkte betroffenen Konsumenten ihre Meinung einzuholen, käme die EU natürlich nie. Deren Betroffenheit interessiert in der neoliberalen EU kein Schwein.
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