Handelsstreit mit den USA Deutschland erwartet Strafzölle auf Stahl und Aluminium

Der Handelsstreit zwischen Europa und den USA könnte sich verschärfen. Die deutsche Regierung rechnet schon vom 1. Mai an mit höheren Strafzöllen auf Stahl und Aluminium aus der EU.

Angela Merkel, Donald Trump
AFP

Angela Merkel, Donald Trump


Die USA-Reise von Angela Merkel könnte ungemütlich werden. Die Bundesregierung erwartet, dass Ausnahmeregelungen der USA für die EU-Staaten bei Strafzöllen auf Stahl- und Aluminiumprodukte nicht verlängert werden. Das verlautet aus Regierungskreisen.

Es sei davon auszugehen, dass die Zölle, die bislang hauptsächlich für China gelten, ab 1. Mai auch in Europa erhoben würden, verlautete demnach am Donnerstag kurz vor der Abreise der Kanzlerin nach Washington aus deutschen Regierungskreisen. Die Bundesregierung habe den USA daher neue Verhandlungen angeboten.

Kurz zuvor hatte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bereits eine abgestimmte Position der EU zum weiteren Vorgehen im Handelsstreit mit den USA gefordert. Besonders in Frankreich gebe es eine "kontroverse Debatte" darüber, welche Verhandlungsangebote den USA gemacht werden sollten, sagte der CDU-Politiker. "Wir tun gut daran, jede Eskalation zu vermeiden."

Mit einer Beschwerde bei der Welthandelsorganisation WTO hatte sich die EU vor gut einer Woche mögliche Vergeltungszölle gegen die USA offengehalten. In einem von der WTO veröffentlichten Dokument verlangte die Europäische Union offiziell den Start von Konsultationen mit der US-Regierung. Die EU könnte ihrerseits Schutzzölle auf US-Produkte wie Whiskey, Motorräder und Jeans verhängen.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hofft, dass Merkel Trump noch zu Zugeständnissen bewegen kann. "Die angedrohten Strafzölle stellen das transatlantische Verhältnis vor eine große Belastungsprobe", erklärte der BDI. Der Verband betonte, in Deutschland hänge jeder vierte Arbeitsplatz vom Export ab, in der Industrie sogar jeder zweite.

ssu/dpa/Reuters



insgesamt 82 Beiträge
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Ottokar 26.04.2018
1. Zum Titel
Dem können wir in aller Ruhe entgegensehen da es sehr schnell die US Wirtschaft schädigen wird. Es gibt weltweit genug Abnehmer für diese Produkte. Auch könnte Merkel dem Trump in Aussicht stellen das Russland ein Abnehmer ist................
Paul G. 26.04.2018
2. Artikel aus Spiegel vom 13.11.2013
EU-Kommission prüft Deutschlands Exportüberschuss Deutschlands Exportstärke ruft die EU-Kommission auf den Plan. Sie will die Außenhandelsüberschüsse der Bundesrepublik überprüfen. Kritiker werfen Deutschland vor, auf Kosten der schwachen Krisenländer gegen europäische Verträge zu verstoßen..... Mögliche Milliardenstrafe Stellt die EU-Kommission in einer solchen Prüfung ein übermäßiges wirtschaftliches Ungleichgewicht fest, könnte sie 2014 ein Verfahren eröffnen. Sie könnte von Deutschland Anpassungen fordern. Bliebe die Bundesregierung dann noch immer untätig, drohen Strafzahlungen in Höhe von 0,1 Prozent der Wirtschaftsleistung. Bei einem Bruttoinlandsprodukt Deutschlands von rund 2,6 Billionen Euro würde eine Milliardenstrafe fällig. Aber wenn Trump was sagt und macht, muss man das natürlich anders sehen, liebe EU Politiker, oder etwa nicht?
ronald1952 26.04.2018
3. Sollen die Herrschaften aus der USA
doch machen was Sie wollen, Verkaufen wir unsere Produkte doch nach China, Russland, Indien usw. Ist eh der größere und damit auch der Lukrativere Markt. Und man stelle sich mal vor, von diesen Handelspartnern bekommen wir alles was das Herz der Industrie und der Privaten so begehrt. Europa braucht keine USA, die USA sehr wohl unser Europa sonst sind die Herrschaften nämlich am sonstwo. schönen Tag noch,
arr68 26.04.2018
4. Zeitpunkt
und jetzt ist der Zeitpunkt, Silicon valley zu besteuern. Facebook, Apple und wie sie alle heißen haben mit Dienstleistungen oder umettiketierten Chinaprodukten genug Geld verdient und europäische Konkurrenz verhindert.
fd2fd 26.04.2018
5.
Die EU ist selbst ein protektionistisches Gebilde, das gerne die Hand offen hält. Trotzdem sind die angekündigten Gegenmaßnahmen lächerlich. Wenn man Druck aufbauen will, erhebt man Zölle auf Waren der Techwelt (Apple, Google, Microsoft, Amazon, Facebook, Twitter, Qualcomm, etc.).
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