Handelsstreit Standort USA verliert Ansehen bei deutschen Firmen

Donald Trumps Strafzolldrohungen schaden den USA. In einer Umfrage bewerteten 42 Prozent der befragten deutschen Firmen den Standort weniger positiv - einige wollen ihre Investitionen zurückfahren.

Donald Trump
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Der Handelskonflikt zwischen den USA und der Europäischen Union dämpft einer Umfrage zufolge die Attraktivität der weltweit führenden Volkswirtschaft für deutsche Unternehmen.

42 Prozent der deutschen Firmen beurteilten die USA weniger günstig als vor Beginn des Streits, teilte die deutsch-amerikanische Handelskammer (AmCham) am Dienstag zu einer Umfrage unter ihren rund 3000 Mitgliedsunternehmen mit.

AmCham-Präsident Frank Sportolari bezeichnete die Ergebnisse als Warnsignal. Unternehmen bräuchten Verlässlichkeit und einen Fahrplan zur Beilegung des Handelskonflikts, sagte er. Der Streit zwischen den USA und der EU belaste die Investitionspläne der Firmen.

18 Prozent der deutschen Betriebe und sechs Prozent der US-Firmen erklärten, dass sie ihre Ausgabenpläne seit Beginn des Handelskonflikts zurückgefahren hätten.

Die Chancen auf eine rasche Beilegung des Streits schätzen die Unternehmer als eher gering ein: Insgesamt 71 Prozent gaben an, sie glaubten nicht, dass das jüngste Treffen von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker mit US-Präsident Donald Trump einen Durchbruch gebracht habe.

Bei dem Treffen war vereinbart worden, vorerst auf Sonderzölle auf Autoimporte zu verzichten und Verhandlungen zum Abbau von Handelsbarrieren aufzunehmen.

ssu/Reuters

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snoxx 28.08.2018
1. Handelsstreit: Mexiko lenkt ein.
Trump kann sich gegenueber Mexiko durchsetzen. Der naechste der Fallen wird ist Trudeau.
fat_bob_ger 28.08.2018
2. Standortwahl, eine Aufgabe mit mehreren Variablen
Wer einen Industriestandort sucht, überlegt sich folgendes: a) Ist der Standort marktnah und der Markt groß? b) Sind die Arbeitnehmer dort gut ausgebildet? c) Sind die Arbeitnehmer dort produktiv d) Kann ich dort hergestellte Waren auch woanders verkaufen? e) Was kostet der Aufbau einer Produktion f) Wie effizient ist die dortige öffentliche Verwaltung? g) Höhe der direkten und indirekten Steuern? h) Rechtssicherheit?, Investitionssicherheit?, Schutz geistigen Eigentums? i) Höhe der notwendigen Investitionen (in Maschinen, Menschen, Organisation) Fazit: Wenn eine Firma gegangen ist, wird sie nicht wiederkommen, weil dann die Standortauswahl bei 0 gestartet wird und andere Regionen im Rennen sind, weil man keine alten Investitionen berücksichtigen muss. Eine Gleichung mit mehreren Unbekannten, das ist eine zu hohe Anforderung an einen Präsidenten, der nicht einmal die eigene Nationalflagge fehlerfrei malen kann.
hpampel 28.08.2018
3. Unattraktiv?
Das sich deutsche Unternehmen primär in Staaten wohlfühlen, wo Umwelt und AN Rechte eine untergeordnete Rolle spielen, war ja bekannt. Aus diesem Grunde investieren deutsche Unternehmer ja auch kaum in Deutschland. Das würde ja bedeuten, dass die Löhne in den USA steigen. Interessant, wo doch immer so vor amerikanische Verhältnissen gewarnt wird. Der Michel wird hier so verar..... unglaublich.
Beat Adler 28.08.2018
4. Mexiko lenkt ein? Wirklich? Zahlt nun Mexiko den Bau der Mauer? ;-)
snoxx Heute, 13:08 1. Handelsstreit: Mexiko lenkt ein. Trump kann sich gegenueber Mexiko durchsetzen. Der naechste der Fallen wird ist Trudeau. ...................................................... Mexiko lenkt ein? Wirklich? Zahlt nun Mexiko den Bau der Mauer? ;-) Nach all dem, was bisher zum neuen Abkommen Mexiko - USA bekannt wurde, wird aus Trumpschem America first nun North America first. Das ist doch besser fuer Mexiko wie fuer die USA. Oder etwa nicht? mfG Beat
jojack 28.08.2018
5. Kurzsichtig
Abseits aller Emotionen, die um einen spaltenden Charakter wie Trump entstehen: die USA sind ein erstklassiger Wirtschaftsstandort nebst riesigem und kaufkräftigem Binnenmarkt. Die Wirtschaft in Amerika erlebt derzeit einen Aufschwung - nicht zuletzt aufgrund der von Trump initiierten massiven Steuersenkungen. Es bleibt abzuwarten, wie die von Trump eskalierten Handelskonflikte weiter verlaufen. Allerdings sehe ich nicht, wie die USA etwa im Konflikt mit China verlieren könnten.
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